Russisches Verteidigungsministerium hält Metal Gear Solid Reihe für ein manipulatives US-Geheimdienstprojekt

Es sind wieder mal interessante Äußerungen staatlicher Stellen aufgetaucht, die Videospiele in ein skurriles Licht rücken. Nachdem US-Präsident Trump vor einiger Zeit den Verkauf von Kampfjets an Norwegen vermeldete, die nur in Call of Duty existieren, gibt es jetzt wunderliche Äußerungen aus Russland.

Am 20. Juni berichtete die russische staatliche Nachrichtenagentur Interfax, dass der stellvertretende Verteidigungsminister Andrej Kartapolow in einem parlamentarischen Roundtable die Metal Gear (Solid) Reihe als Beispiel für Projekte der US-Geheimdienste zur Manipulation des „öffentlichen Bewusstseins und insbesondere junger Menschen“ gegen die russische Regierung nannte. Laut The Moscow Times fügte er hinzu, dass solche Projekte „darauf abzielen, unter jungen Menschen aktive Protestaktivitäten und Unzufriedenheit mit den Behörden des Landes zu fördern“.

Im Internet werden Projekte der amerikanischen Geheimdienste wie …. Metal Gear und RuNet Echo umgesetzt, die auf die direkte Manipulation des öffentlichen Bewusstseins und insbesondere der Jugendlichen abzielen.

stellvertretender russischer Verteidigungsminister Andrej Kartapolow

Ob den Russen klar ist, dass die Metal Gear (Solid) Serie eigentlich aus Japan stammt? Designer-Mastermind Hideo Kojima erschuf und veröffentlichte 1987 den ersten Teil für den japanischen Personalcomputer MSX2. Ein Jahr später erlangte Metal Gear in den USA Popularität und es gab eine Portierung des Spiels für das Nintendo Entertainment System (NES). Es war aber der Release von Metal Gear Solid für die PlayStation im Jahre 1998, der die Reihe zu einem weltweit Phänomen werden ließ. Es folgten unter Hideo Kojima noch 4 weitere Hauptteile plus einige Spin-Offs für diverse Plattformen. Kurz vor Fertigstellung von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain gerieten Kojima und Publisher Konami in Streit und die Wege trennten sich.

Metal Gear wurde ursprünglich als „taktisches Spionage-Spiel“ konzipiert, bei dem ihr die Kontrolle über einen bestens ausgebildeten Spion übernehmt, der eine schwer bewachte Militäranlage infiltrieren muss. Kojima, selbst großer Film- und Hollywood-Fan, inszenierte die Handlung im Action-Film-Stil. Denn: In den 1980er Jahren war eine ausgeprägte Story in Videospielen eine Neuheit. Die Spieler mussten unentdeckt bleiben und überwiegend schleichen statt sich den Weg freizuballern. Ob das jetzt „aktive Protestaktivität fördern“ ist?

Was bei den russischen Behörden wohl nicht so gerne gesehen wird, sind die regierungskritischen Themen des Plots, die sich aber gegen viele Regierungen richten -einschließlich der der USA. In Metal Gear 2 aus 1990 sagt ein besiegter Boss beispielsweise, dass er einer terroristischen Gruppe beigetreten sei, weil ein NATO-Luftangriff im ersten Spiel eine Reihe unschuldiger Kinder getötet habe. In Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty aus 2001 wird die US-Regierung heimlich von einer Gruppe von Personen kontrolliert, die als „The Patriots“ bekannt sind und mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Wahrnehmung der Öffentlichkeit manipulieren.

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