Landesmedienanstalten: Loot Boxen könnten in Deutschland bald verboten und als Glücksspiel eingestuft werden

Laut einer noch unveröffentlichten Studie der Universität Hamburg werden Videospiele dem Glücksspiel ähnlicher. Auch das Suchtpotenzial gleiche sich immer stärker an. Die Jugendschutzkommission der Landesmedienanstalten erwägt aus diesem Grund, bestimmte Elemente in Videospielen zu verbieten. Gemeint sind die berüchtigten Loot Boxen. Erst kürzlich war Electronic Arts für Loot Boxen in Star Wars Battlefront II stark unter Druck geraten und hatte die Mechanik daraufhin aus dem Spiel entfernt.

Die Forscher der Uni Hamburg haben die Geschäftsmodelle und Umsätze von Videospielherstellern analysiert und kommen zum Ergebnis, dass nur vergleichsweise wenige Spieler für einen Großteil der Umsätze sorgen. Dies sei „ein typisches Merkmal von Glücksspielmärkten“. Daher erwägt die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, die sogenannte Loot Boxen in Videospielen zu verbieten.

Der Vorsitzender der Jugendschutzkommission, Wolfgang Kreißig, meint: „Ich halte es für denkbar, dass Loot Boxen gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche verstoßen könnten.“ Die Kommission könnte den Herstellern dann verbieten, Spiele mit solchen Elementen anzubieten. Eine Entscheidung hierzu soll im März fallen. Anbietern von Videospielen mit Loot Boxen oder ähnlichen Mechaniken drohen saftige Geldstrafen.

Der Umsatzanteil von sogenannten Mikrotransaktionen für kleine Käufe innerhalb der Spiele wächst und wächst bei den Anbietern. Activision Blizzard hat erst in dieser Woche aktuelle Geschäftszahlen veröffentlicht. Im Jahr 2017 hat das Unternehmen rund $US 4 Mrd. (3,26 Mrd. Euro) mit Mikrotransaktionen verdient. Für das Jahr 2017 rechnen die Forscher der Uni Hamburg mit einem Marktvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro.

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