Shadow of the Colossus

Shadow of the Colossus vom japanischen Sony-Studio Team Ico gehört zweifelsohne zu den einflussreichsten Spieleperlen der letzten 13 Jahre und kann außerdem ein wenig als Vorbild für The Last Guardian gesehen werden. Zusammen mit ICO entspringen beide Spiele der Feder von Director Lead Designer Fumito Ueda, der für sein minimalistisches Game Design bekannt ist und einen sehr künstlerischen Ansatz verfolgt. Nicht umsonst wird Shadow of the Colossus gemeinhin als eines der besten – wenn nicht sogar als das beste – PlayStation 2 Spiel gesehen und wurde 2011 vom Smithsonian American Art Museum in seiner Ausstellung The Art of Video Games berücksichtigt.

Shadow of the Colossus war damals seiner Zeit jedoch voraus, war zu ambitioniert für die Hardware der PS2, trieb die Konsole oft ans absolute Limit, die Steuerung funktionierte nicht gut, aber das Spiel war trotzdem genial. Ich habe oft von der Schönheit und Anmut des Spiels gehört und hatte immer einen Blick auf diesen grandiosen Titel aus Japan, doch zum Spielen kam ich irgendwie nie so richtig. Auch als 2011 Shadow of the Colossus mit HD-Unterstützung und stereoskopischen 3D auf die PS3 portiert wurde, ging das Kunstwerk erneut an mir vorbei. Ich habe mich wirklich lange dafür geschämt – ja wirklich. Heute bin ich jedoch unglaublich dankbar dafür, in meinem früheren Leben nie auf die Kolosse gekommen zu sein. Jetzt bringt Sony nämlich ein komplettes Remake von Shadow of the Colossus (SotC) für die PlayStation 4/Pro und das ist wirklich mit Abstand die ultimative Version fast perfekter Digitalkunst, die jeder unbedingt gespielt haben muss!

Der Preis, um den Tod zu besiegen

Die Story von SotC ist ähnlich minimalistisch wie das Game Design. Ein Junge mit dem Namen Wander reitet mit der jungen, verstorbenen Frau Mono auf dem Rücken eines Pferdes zu einem weit entlegenen Tempel. Dort will er sie wiederbeleben und erfährt von einem Geist, dass es tatsächlich eine Möglichkeit gibt, Mono wieder zurück zu Wander zu bringen. Dafür müsse Wander jedoch 16 Kolosse niederstrecken; riesige Gestalten, die zu Lande, zu Wasser und in der Luft kreuz und quer in allen Ecken des Landes verstreut sind. Sie zu finden ist schon nicht so einfach, denn dafür bedarf es das Schwert von Wander, welches im Sonnenlicht einen Strahl zur Ortung des nächsten Koloss reflektiert.

Das Licht führt den Weg

Ihr startet also jedoch Mal vom Altar des Tempels aus und reitet von dort aus mit eurem Pferd Argo, wohin in der offenen Spielwelt euch der Lichtstrahl eures Schwertes als nächstes bringt. Im Vergleich zu heutigen Titeln wie GTA V oder Far Cry 5 ist die Welt von SotC natürlich relativ überschaubar, dafür aber nicht minder atemberaubend. Ihr reitet durch wunderschöne Wälder, klettert Felsformationen hinauf und sucht in dieser liebevoll gestalteten Umgebung nach dem nächsten Koloss. Im Gegensatz zur PS3 Portierung hat Bluepoint Games mit dem PS4 Remake alles in einer modernen Engine neu gestaltet. So wunderschön war Shadow of the Colossus noch nie zuvor und selbst heutige Spiele können bei der Schönheit der PS4 Version nur schwer mithalten. Das Level Design und alle grundlegenden Elemente wurden selbstverständlich beibehalten, sind jetzt aber einfach atemberaubend schön. Eine neue Steuerung hat man man dem PS4 Remake ebenfalls spendiert, die nun endlich makellos funktioniert. Gleichzeitig haben die Entwickler immer das Original bedacht, denn wer möchte kann auch auf die Steuerung von damals umschalten.

 

Gewaltige Kolosse

Wenn ihr dann einen Koloss gefunden habt, müsst ihr in manchen Fällen sein Erscheinen bzw. Erwachen zunächst mal triggern. Sobald die monströse, teils Wolkenkratzer-große Gestalt sich dann behäbig fortbewegt, lassen sich individuelle Schwachstellen erkennen, die farblich markiert sind. Das kann die Wade sein, die untere Fußseite oder wo auch immer. Mit Hilfe dieser Schwachstellen kann man den Koloss kurzzeitig schwächen, um so an ihm hochzuklettern, denn um einen Koloss niederzustrecken, muss die Hauptschwachstelle am Kopf und anderen Körperteilen angegriffen werden.

Ich bin seit 2004 Chefredakteur und Leiter von GamePire. Als Evil Genius hinter den Kulissen und Gaming/Tech-Nerd gehört FIFA für mich nach 15 Jahren in der Gaming-Industrie immer noch genauso jedes Jahr zu den Highlights wie krachende Action- und Horror-Games oder super-schnelle Racing-Titel. Über innovative Hardware freue ich mich immer sehr und bin zudem ausgesprochener Fan der VR-Technologie. Auf Social Networks bin ich zuhause! See you there!

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