John Carmacks Festplatte enthält Beweise von faktisch unwahren Aussagen im Rahmen der Oculus-Klage, sagt Experte

Oculus VR-Vertreter haben möglicherweise unter Eid gelogen und unwahre Experteninformationen zur Verteidigung des Unternehmens im Prozess der Klage von ZeniMax Media (Mutterunternehmen von Bethesda) gegen Oculus VR getätigt, die die Entwicklung des Oculus Rift-Headsets betrifft. Das geht aus Gerichtsunterlagen in dem Fall hervor.

Am Donnerstag ordnete ein Richter einen gerichtlich bestellten Computer-Forensiker an, Details in der ZeniMax-gegen-Oculus-Klage vorzustellen. Der Experte sage, er habe Beweise auf John Carmacks Festplatte gefunden, dass „Aussagen und Darstellungen, die vereidigt vor dem Gericht abgegeben wurden, „faktisch unwahr sind“.

Auf welche Informationen auf Carmacks Computer sich der Experte genau bezieht, ist unklar, denn ein Großteil der Gerichtsakten in dem Fall sind versiegelt. Der ausführlichere Bericht des forensischen Sachverständigen könnte versiegelt werden, wenn er ZeniMax zur Verfügung gestellt wurde.

Der Richter ordnete an, dass Oculus auch die Kommunikation von Carmack aus dem April 2014 zur Prüfung freigibt. Oculus hat nun zwei Wochen, der Aufforderung nachzukommen.

Photo by Oculus VR.

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Das Gericht ordnete zudem an, dass Samsung innerhalb von drei Wochen Informationen zur Zusammenarbeit mit Oculus an ZeniMax übergibt. Samsungs Gear VR Headset läuft mit Software von Oculus VR.

ZeniMax hatte Oculus im Mai 2014 verklagt und behauptet, das damalige VR-Startup habe geheime Informationen genutzt, um das Oculus Rift Headset zu entwickeln. Zuvor hatte ZeniMax seinen ehemaligen Mitarbeiter John Carmack beschuldigt, Technologie an Oculus übergeben zu haben. Carmack war als technischer Leiter zu Oculus gewechselt.

Laut ZeniMax haben Oculus-Mitbegründer Palmer Luckey — sowie ein halbes Duzend weitere Ex-ZeniMax-Mitarbeiter, die jetzt bei Oculus arbeiten — das Oculus Rift mit Hilfe von jahrelanger Forschung im Wert von mehreren Millionen Dollar durch ZeniMax und geschütztem Code gebaut. Oculus streitet die Vorwürfe ab und behauptet seinerseits, die Klage sei nur eine Reaktion auf den Kauf von Oculus durch Facebook und die Chance auf schnelles Geld.

„ZeniMax hat mehrere Jahre und Millionen von Dollar in Forschung und Entwicklung investiert, darunter auch Forschungen zu Virtual Reality und immersiven Technologien. In 2011 und 2012 hat John Carmack, ein sehr erfahrener ZeniMax-Programmierer und damaliger Technical Director des ZeniMax-Studios id Software, technologische Probleme von Virtual Reality erforscht“, heißt es in der Klage. „Carmack und andere ZeniMax-Mitarbeiter betrieben diese Forschung in ZeniMax-Büros, auf ZeniMax-Computern und nutzten ZeniMax-Ressourcen.“

Wie der Prozess weitergeht? Wir halten euch weiter auf dem Laufenden!

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