Until Dawn

Was uns vor drei Jahren auf der gamescom noch als PlayStation Move Titel vorgestellt wurde, hat einige Veränderungen durchlaufen und ist jetzt exklusiv für die PlayStation 4 erhältlich. Die Move-Steuerung des Horror-Spiels wurde weitestgehend verworfen und durch den DualShock 4-Controller ersetzt. Hinter Until Dawn steckt das recht junge Entwicklerstudio Supermassive Games, die mit diesem Titel ihren ersten großen Erfolg feiern können. Und ebenso jung und unverbraucht wie das britische Entwicklerstudio fühlt sich auch Until Dawn an. Ob das ganze Projekt jugendlicher Leichtsinn ist oder endlich frischen Wind ins Horror-Genre bringt, erzählen wir euch jetzt.

Teenager. Sex. Horror. Schmetterlinge.

Das Szenario von Until Dawn ist ein wandelndes Klischee. Acht Teens, jeder für sich ein Stereotyp, verbringen mitten im Nirgendwo, in der Ferienhütte der reichen Eltern, ein gemeinsames Wochenende. Und zwar genau ein Jahr, nachdem an gleicher Stelle zwei ihrer Freunde spurlos verschwunden sind. Wir spielen mal den Sportler, die Zicke, den Streber, die Sexmaus, den Schönling, das Mauerblümchen, den Psycho und Hayden Panettiere. Man hat das alles schon in tausend Horror-B-Movies gesehen, aber trotzdem schafft es Until Dawn, zu fesseln, zu schocken und zu überraschen.

Until-Dawn-Bloody-Face

Die Besonderheit des Spiels soll der Schmetterlingseffekt sein. Jede winzige Handlung kann später verheerende Auswirkungen haben. Ein Wimpernschlag kann an anderer Stelle einen Orkan auslösen, ihr wisst schon. Wir sagen euch: Verbeißt euch nicht zu sehr in dieses Feature. Laut Supermassive Games sollen eure Handlungen das Spiel in tausend verschiedene Richtung führen können. Aber natürlich gibt es feste Kreuzungspunkte, zu denen euch das Spiel schiebt. Es hat längst nicht jede Handlung eine unabdingbare Konsequenz für den weiteren Verlauf. Wenn wir zum Beispiel am Anfang des Spiels ein unschuldiges Eichhörnchen abschießen, ist unsere Begleitung für einen kurzen Moment schockiert und macht uns Vorwürfe. Aber schon in der nächsten Szene ist es so als wäre nie etwas passiert. Grade zu Anfang hat man als Spieler die Möglichkeit, etwas Stimmung in die Gruppe von Teenies zu bringen. Man kann flirten, lästern oder einen testosterongeschwängerten Streit auslösen, den weiteren Verlauf der Gruppendynamik beeinflusst das jedoch nicht. Die charakterliche Entwicklung und das Verhältnis zueinander zeigt Until Dawn in Statusleisten im Menü an und so theoretisch wie es dort dargestellt wird, ist es auch. In der Praxis haben diese Werte keine große Auswirkung auf das Spiel.

Das alte Tellale Games-Prinzip

Wenn man sich aber drauf einlässt, suggeriert Until Dawn schon ganz gut, dass unsere Entscheidungen die Handlung bestimmen. Das alte Telltale Game-Prinzip eben. Nur anders als Telltale Games arbeitet Supermassive Games mit einer gewissen Transparenz, was die Spielentscheidungen anbelangt. In Schmetterlingsflügeln werden eure Schlüsselentscheidungen und die darauf folgenden Konsequenzen dargestellt. Grade gegen Ende des Spiels könnt ihr so Entwicklungen und Verläufe nachvollziehen – und in den meisten Fällen bereuen. Bei Until Dawn nämlich trifft man die wichtigen Entscheidungen nicht mit Ruhe und Bedacht, sondern unter Zeitdruck und impulsiv. Was dabei herauskommt, sollte man lieber nicht in die Kategorien „richtig“ oder „falsch“ packen, sondern sie einfach so hinnehmen.

Until-Dawn-Just-a-Towel

Eine andere Chance hat man sowieso nicht, denn das Spiel speichert sekündlich ab, damit gibt es für euch kein Zurück. Habt ihr also durch eine Fehlentscheidung oder durch eine zu langsame Reaktion bei den Quicktime Events einen eurer Charaktere sterben lassen, können wir nur sagen: „Viel Glück beim nächsten Mal.“ Ihr könnt das Spiel sooft neu laden wir ihr wollt, einmal getroffene Entscheidungen werden sofort gespeichert. Das macht das Spielprinzip von Until Dawn so gnadenlos wie es bei diesem Setting auch einfach sein muss.

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