Studio hinter Heavy Rain, Beyond: Two Souls wird beschuldigt, ein „toxischer“ Arbeitsplatz zu sein

Berichte in drei verschiedenen französichen Medien zeichnen ein düsteres Bild bei einem der angesehensten Studios in Europa, mit sexistischen und Schwulen-feindlichen Witzen sowie einem insgesamt toxischem Umfeld bei dem Heavy Rain und Beyond: Two Souls Entwickler Quantic Dream. Das Studio arbeitet aktuell an Detroit: Become Human für PlayStation 4.

Laut einem Bericht von Le Monde haben im Frühjahr 2017 fünf ehemalige Mitarbeiter Klage gegen das Studio und einen seiner Mitarbeiter wegen der Verbreitung entwürdigender Bilder eingereicht. Offenbar entdeckte im Februar 2017 ein IT-Mitarbeiter eine wahre „Schatztruhe“ von rund 600 Photoshop bearbeiteten Bildern verschiedener Mitarbeiter, die homophob oder sexistisch waren oder sogar Nazi-Symbole enthielten. Der IT-Mitarbeiter war ebenfalls auf diesen Bildern, die bis ins Jahr 2013 zurückdatieren. Einige davon sollen in offenen Räumen ausgestellt worden sein. Trotzdem behaupten die Studioleiter David Cage und Guillaume de Fondaumière, sie wüssten nichts von den krassen Bildern. Und de Fondaumière ist sauer:

QD bestreitet kategorisch alle Vorwürfe. Was mich betrifft, so bin ich wütend und empört über diese Anschuldigungen, die ich sehr ernst nehme. Und ich werde alle möglichen rechtlichen Schritte unternehmen, um meine Ehre zu verteidigen.

Eine kleine Auswahl der besagten Bilder könnt ihr hier begutachten. Auf einem Bild sieht man einen männlichen Stripper mit dem Gesicht von David Cage, der ein Elektrowerkzeug mit einem Dildo hält, der am Ende befestigt ist. Bei Quantic Dream sind immerhin 83 Prozent der etwa 180 beschäftigen Mitarbeiter männlich, dennoch gebe es laut David Cage keine „Rugby-Umkleidekabine“-Mentalität. Wie Le Monde berichtet, gehe es für die ehemaligen Mitarbeiter weniger um bestimmte Fälle von beleidigenden Bürowitzen, sondern vielmehr um das gesamte toxische Arbeitsumfeld. Dieses Umfeld soll der eigentliche Ursprung der Bilder sein. Es gebe lange Arbeitswochen, sexuelles Fehlverhalten auf Studio-Partys und auch gelegentlichem Rassismus.

Zwei Personen sagten der Zeitung gegenüber, dass Cage nach dem Sichten von Überwachungsmaterial eines Einbruchs in der Firma einen Mitarbeiter tunesischer Abstammung fragte, ob einer der Täter im Video sein Cousin sei. Cage nannte diese Anschuldigungen „absurd“.

Ihr wollt über Homophobie reden? Ich arbeite mit Ellen Page zusammen, die für LGBT-Rechte kämpft. Du willst über Rassismus reden? Ich arbeite mit Jesse Williams, der für die Bürgerrechte in den USA kämpft… Beurteilt mich anhand meiner Arbeit.

Die Quellen von Le Monde lassen darauf schließen, dass es schwierig ist mit Cage zusammenzuarbeiten. Trotz guter Bezahlung gebe es bei Quantic Dream laut der Zeitung mit etwa 50 Personen, die zwischen 2015 und 2016 das Unternehmen verließen, eine hohe Fluktuation. Viele davon seien aufgrund von Depressionen oder wegen eines allgemeinen Burnouts ausgeschieden. Cage und de Fondaumière bestreiten alle Behauptungen, angefangen von Homophobie, Rassismus und Sexismus.

Quantic Dream gehört mittlerweile zu den Sony Interactive Worldwide Studios.

Ich bin seit 2004 Chefredakteur und Leiter von GamePire. Als Evil Genius hinter den Kulissen und Gaming/Tech-Nerd gehört FIFA für mich nach 15 Jahren in der Gaming-Industrie immer noch genauso jedes Jahr zu den Highlights wie krachende Action- und Horror-Games oder super-schnelle Racing-Titel. Über innovative Hardware freue ich mich immer sehr und bin zudem ausgesprochener Fan der VR-Technologie. Auf Social Networks bin ich zuhause! See you there!

News

Anzeige