Destiny

Ein großer und wichtiger Titel steht uns mit Destiny bevor. Activision und Bungie haben für die Entwicklung des Spiels samt Marketing und Server-Infrastruktur $US 500 Mio. in die Hand genommen. Der Name Destiny (Schicksal) gibt bereits ein Gefühl dafür, welchen Stellenwert diese neue Marke für die ehemaligen Halo-Entwickler hat.

Destiny ist allerdings für die gesamte Branche ein wichtiger Release. Microsoft und Sony kämpfen um die Konsolenherrschaft, Sony führt in diesem Kampf mit seiner PS4 und hat Destiny seit über einem Jahr so platziert, dass man es für einen PlayStation-Titel hält, Bungie war mal ein Studio im Besitz von Microsoft und der Release von Destiny gibt zugleich den Startschuss für das unheimlich wichtige Weihnachtsgeschäft mit den New-Generation-Konsolen und ist die Schaffung einer neuen Art von MMO-Shooter-Universum. Dementsprechend ist Destiny für Microsoft und Sony wichtig, was einen bislang kaum bekannten Hype um das Game entfacht hat. Doch wie viel davon ist berechtigt? Nach dem Testembargo und der späten Freischaltung der Server, haben wir Destiny im Live-Betrieb genau unter die Lupe genommen und verraten es euch.

Nur der Anfang

Für Destiny haben Activision und Bungie einen Zehnjahresplan, man kann also mit mindestens einem Nachfolger rechnen, denn Destiny war einige Jahre in der Entwicklung. Daher wirkt das Ganze auch zunächst ziemlich ernüchternd, wenn nach etwa zwei Tagen das, was man wohl den Abspann nennen kann, über den Bildschirm flimmert. Destiny ist so ambitioniert und episch angelegt, dass das für knapp 70 Euro erworbene Spiel zunächst nur wie die Einführung in etwas viel größeres wirkt. Destiny soll eine Platttform sein, ein Universum, dass stetig ausgebaut wird. Und so verspricht Bungie weitere Inhalte für Destiny, kostenpflichtig und kostenlos. Erst kürzlich startete eine Mission, an der man erst ab Level 26 teilnehmen kann, dabei liegt das „weiche“ Level-Cap bei 20. Durch sogenanntes Grinden, können Charaktere mit Hilfe von Lichtrüstungen sowie legendären Items jedoch bis zu Level 30 getrieben werden.

Zu Beginn des Spiels erstellt ihr natürlich mit Hilfe des wirklich nur rudimentären Editors euren sogenannten Hüter und wählt dabei zwischen den drei Charakterklassen Titan, Jäger oder Warlock. Bungies New-Generation-Shooter kombiniert geschickt Rollenspielelemente mit einem kooperativem Sci-Fi-Multiplayer-Shooter aus der First-Person-Perspektive. Genau diese Kombination macht auch so süchtig. Destinys Gunplay erinnert Start an Halo und den Master Chief und bietet das gleiche unterhaltsame Waffen-Gameplay, unterfüttert mir Rollenspielelementen und dem bekannten Drang, Loot zu Sammeln und seinen Charakter zu verbessern. Man fühlt sich zwar gefordert, meistert aber dennoch die bedrohlichsten Lagen, was einem das Gefühl von Befriedigung und Belohnung verschafft. Magische Angriffe gibt es Dank des Rollenspieleinflußes auch, was für reichhaltigen Einsatz von Licht- und Partikeleffekten während der Kämpfe sorgt. Das alles macht Destiny so gut, dass man trotz einer quasi nicht vorhandenen Story und mehr aufgeworfenen als beantworteten Fragen nicht mit dem Spielen aufhören kann. Dieses Loot-System hat allerdings auch seine Schwächen. Viele Spieler nutzten bereits eine Loot Cave aus. Das ist eine Höhle, in der immer wieder neue Gegner spawnten und man nur mit seiner Wumme auf den Höhleneingang feuern musste bis diese vor Loot nur so überquillte. Schnell entwickelt sich Destiny nach dem Start des Spiels weg vom gewohnten Prinzip, in einem First-Person-Shooter voranzukommen, um die Story anzutreiben. Stattdessen spielt man weiter, weil man seltene oder legendäre Items finden will. Wohl auch, weil der MMO-Koop-Shooter nicht mehr als ein wackeliges Story-Gerüst bietet. Warum man das macht, was man gerade macht, ist einem nur selten klar. Es gibt einfach Krieg zwischen diversen Alien-Rassen und die Hüter finden sich jedes Mal inmitten dieser Auseinandersetzungen wieder.

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Das Erbe von Halo und dem Master Chief

Einfach auf den Eingang einer Höhle schießen? Dumme K.I. könnte man meinen, doch die außerirdischen Aggressoren beweisen Köpfen, suchen Deckung, verharren dort oder bewegen sich hinter der Deckung oder greifen von höher gelegenen Positionen an, wenn die Spieler nicht gerade gewisse Aspekte des Spiels ausnutzen. Bungie hat das Gunplay von Halo weiterentwickelt und eine Menge Vertikalität eingebracht. Die Sci-Fi-Schlachten erstrecken sich über mehrere Ebenen und damit bieten nicht nur Gebäudeteile, Ruinen oder Autowracks Deckung, sondern auch Hügel und Schluchten. So kämpft man sich von Mission zu Mission. Diese Missionen erweisen sich schon recht bald als erstaunlich repetitiv. Im Grunde heißt es beinahe jedes Mal, finde Gegner X oder sammle die Teile Y und Z. Dieses Missionsdesign ist nicht sonderlich abwechslungsreich, dennoch spielt man immer weiter und weiter. Destiny inszeniert diese Missionen eben spannend genug. Ganz Rollenspiel-like dürfen dann natürlich auch Bossfights nicht fehlen. In dieser Disziplin weiß Bungie natürlich ganz genau, was es tut, und zieht einige tolle Gefechte aus dem Hut.

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