Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Langsam öffnen sich die Augen. Sehr verschwommen sind Arzt und Schwestern zu erkennen, die um das Bett herumstehen. Bruce Springsteen läuft im Radio. Es ist das Jahr 1984. Ronald Reagan ist US-Präsident, das Discovery-Shuttle hebt im August zu seiner goldenen Reise ins All ab und in Afghanistan lehnt man sich gegen die sowjetischen Besatzer auf. Das ist Welt, in der Snake seine Augen öffnet, nachdem er neun Jahre im Koma lag.

AAA in jeder Pore

Geschockt von den Ereignissen, bleibt Snake nicht lange Zeit, sich an seine neue Realität zu gewöhnen. Im Krankenhaus, schwach auf den Beinen, wird er das Ziel von feindlichen Soldaten, Auftragskillern und Kreaturen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Die ganze Welt will Snake tot sehen. Nur mit viel Glück und der Hilfe eines weiteren Patienten gelingt Snake die spektakuläre Flucht. Wo soll er in dieser Situation hin? Soll er eine neue Armee aufbauen? Das alles muss warten, denn sein nächstes Ziel ist Afghanistan, wo er seinen guten Kameraden Benedict Kazuhira „Kaz“ Miller aus der Gefangenschaft befreien muss. Später geht es für Snake auch noch nach Afrika.

MGS-V-TPP-Afghanistan

Das ist das Ende des spannenden und sehr atmosphärischen Prologs. Und der ist AAA in jeder Pore! Man weiß, dass Hideo Kojima im Verlauf der nächsten Stunden eine cineastische und actiongeladene Reise servieren wird, dennoch ist Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ganz anders als alles andere, das uns Kojima bislang aufgetischt hat. Kennt man die Metal Gear-Reihe, ist man teils halbstündige Zwischensequenzen gewohnt, die die Story erklären und vorantreiben. Dagegen wirkt die Story von The Phantom Pain schon fast minimalistisch. Die Zwischensequenzen sind vergleichsweise kurz und kommen viel gezielter zum Einsatz. Kojima hatte schon vor der Ankündigung von Metal Gear Solid V angedeutet, dass sich sein nächstes Projekt Tabu-Themen widmen werde und diese Ankündigung hat der Designer eingehalten. In Metal Gear Solid V: The Phantom Pain geht es unter anderem um Kindersoldaten und das eine oder andere weitere Thema, über das in der Gesellschaft ungern ein Wort verloren wird.

Willkommen in Afghanistan

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist ein Open-World-Spiel. Hideo Kojima hat immer mit Bewunderung auf die GTA-Serie geblickt und Metal Gear Solid: Ground Zeroes lieferte nicht nur einen kurze Einleitung zu den Geschehnissen in The Phantom Pain, sondern auch einen ersten Vorgeschmack von dem, was heute The Phantom Pain ist. Nur ist The Phantom Pain sehr, sehr viel größer und bietet viel mehr Möglichkeiten als Ground Zeroes. The Phantom Pain ist spielerische Freiheit in einer offenen Welt. Heuzutage müssen AAA-Titel riesige Spielumgebungen und grenzenlose Möglichkeiten bieten, um die Spielergemeinde zufrieden zu stellen. Auch wenn man mal das Gefühl hat, die eine oder andere Mission wiederholen zu müssen, bietet The Phantom Pain frische Ansätze, die man von bisherigen Open-World-Titeln in dieser Form nicht kennt.

Nach dem Prolog wird einem die wahre Größe von The Phantom Pain langsam bewusst, dann nämlich sitzt Snake auf seinem Pferd D-Horse und Afghanistan erstreckt sich vor ihm. Uns bietet sich eine riesige Spielwelt, ähnlich wie Ground Zeroes, aber unzählige Male größer! Man kommt sich vor als stünde Hideo Kojima auf dem Gas-Pedal und einfach alles aus Ground Zeroes sei ohne Ende hoch skaliert worden. Ab sofort sammelt man Ressourcen und Kräuter und wird vom dynamischen Wetterkapriolen überrascht. Da zieht schon mal ein Sandsturm auf, der nicht nur euch die Sicht raubt, sondern auch den Feinden. Ein erster Hinweis, auf die reichhaltigen Taktikmöglichkeiten.

Die Spielwelt lebt und befindet sich ständig im Wandel. Sich wie in den Vorgängern das in sich geschlossene Level einzuprägen, reicht nun nicht mehr aus. Man muss die Umgebung auskundschaften und auf Unvorhersehbarkeiten reagieren können. Wenn plötzlich ein Sandsturm aufzieht, ist euer ursprünglicher Plan im Arsch. Wenn auf eurem Weg plötzlich ein von euch noch nicht entdeckter Außenposten liegt, habt ihr ein Problem. Um das Lager kreist ein Fahrzeug, doch ihr kennt die Route nicht? Problem. Ihr habt das Lager vor euch gründlich beobachtet, doch für die Wachen dort gibt es einen Schichtwechsel? Wieder ein Problem! Diese Dinge könnt ihr nicht auswendig lernen, sie geschehen einfach. Aber ihr könnt Informationen sammeln und ihr könnt solche Dinge ausnutzen! Ein Sandsturm raubt nicht nur euch die Sicht. Euren Feinden geht es ähnlich…

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