Battlefield 1

EA und DICE gehen mit Battlefield 1 ganz neue Wege! Im ersten Weltkrieg spielte noch kein Teil der Shooter-Reihe und das Szenario bringt auch gleich einige Herausforderungen für den Singleplayer- und Multiplayer-Modus mit sich. Im ersten Weltkrieg gab es nämlich so gut wie keine wirklich fortschrittlichen Waffen, es war erst der Beginn der modernen Waffenentwicklung. Aber kann das Spaß machen, wenn Waffen nach einem Schuss wieder mühsam nachgeladen werden müssen und dann nicht mal zielsicher sind? Unser Test gibt Aufklärung!

Kriegsgeschichten zeigen die Fratze des Krieges

Battlefield 1 ist zwar im Ersten Weltkrieg angesiedelt, DICE hat sich aber im Sinne des Spielspaß ganz bewusst dazu entschieden, historisch nicht 100 Prozent korrekt zu sein. Das ist aber auch gar nicht der Anspruch: Waffen sind treffsicherer, laden schneller nach und Panzer wurden damals erst erfunden und sahen deshalb auch sehr unterschiedlich aus. Man versuchte die optimale Konstruktion zu finden, weshalb heutzutage auch alle Panzer bis auf wenige Details nahezu gleich aussehen. Die Entwickler haben sich sehr dicht an der Historie orientiert und nur gewisse Eigenschaften angepasst.

Die Singleplayer-Kampagne von Battlefield 1 ist in fünf sogenannte Kriegsgeschichten unterteilt. Diese bringen euch an unterschiedliche Schauplätze des Ersten Weltkriegs und müssen nicht linear in einer festen Reihenfolge gespielt werden, ihr könnt mit der für euch spannendsten Geschichte loslegen. Die Einführung der Kampagne macht aber zunächst mal deutlich, wie einzigartig das Setting eigentlich ist. Man startet als Soldat während eines blutigen Kampfes in Frankreich. Ihr wehrt euch mit Schusswaffen und Granaten gegen die heranstürmenden Deutschen… und sterbt. Der Name des gefallenen Soldaten erscheint auf dem Bildschirm. Man spawnt allerdings nicht neu oder muss neu starten, die Kamera schwebt zum nächsten Soldaten, der wieder sterben wird. Diese Szene verdeutlicht dem Spieler eindrucksvoll, wie sinnlos der Krieg ist!

Nach dem starken Beginn schwankt die Qualität der Kriegsgeschichten im Verlaufe des Spiels aber doch sehr. DICE pendelt zwischen der langweiligen Kriegsgeschichte, die Opa schon 200 mal erzählt hat, und einer hollywoodreifen Bombast-Inszenierung, die natürlich das damalige Metzeln auch nicht historisch korrekt wiedergibt. In der Italien-Mission beispielsweise wird anfänglich eine wirklich tolle Atmosphäre aufgebaut. Ein Veteran erzählt seiner Tochter vom schrecklichen Krieg und wie er seinen engsten Kamerad verlor. Kurze Zeit später fegt man im gepanzerten Kampfanzug über das Schlachtfeld und erledigt ganze Kompanien. Das passt nicht zusammen. Die Spieldauer der einzelnen Abschnitte variiert und sorgt insgesamt für eine lange Spielerfahrung. Insgesamt erwartet euch geschätzt 7 Stunden Spielerfahrung.

Mit Herz und Seele: Multiplayer!

Das Aushängeschild der Battlefield-Reihe ist und bleibt der Multiplayer-Modus. In der Einzelspieler-Kampagne lernt man die Spielmechanik, im Multiplayer gilt es diese dann für sich persönlich zu perfektionieren, um möglichst weit oben auf dem Leaderboard zu stehen. DICE hat dafür viel Wert auf Balancing gelegt und die Klassen Assault, Medic, Support und Scharfschütze spielen sich sehr ausgewogen, Medic und Support dienen endlich nicht mehr nur als virtueller Kugelfang, sondern sind für ein gut funktionierendes Team unerlässlich. Das hat in der Reihe zuletzt etwas gefehlt. Auch die Fahrzeuge sind nicht so langweilig, wie man beim Thema Erster Weltkrieg zunächst meinen würde. Die Panzer und Flugzeuge machen sogar richtig Spaß und lassen sich durch verschiedene Ausrüstungen noch individuell anpassen. Panzer mit Flammenwerfer sind richtig cool!

Besonders gut gefallen hat uns der Modus „Operations“, der im Grunde die Verschmelzung der beliebten „Conquest“- und „Rush“-Modi darstellt und damit unglaublich intensiv wird. Das Angreifer-Team muss Zonen erobern und dadurch die Front verlagern. Dafür müssen zwei Flaggen-Punkte erobert werden, woraufhin sich das verteidigende Team zurückziehen muss. Wenn sich die Spieler um die Flaggen-Punkte sammeln, um diese einzunehmen, bietet sich für das gegnerische Team der Einsatz der neuen, perfiden Gasgranaten an, die alle im Umfeld befindlichen Spieler vergiftet – also schnell die Gasmaske aufsetzen! Eine perverse Waffe, die aber damals tatsächlich eingesetzt wurde. Battlefield 1 bietet besonders für diese intensiven Schlachten eine hervorragende Auswahl an Maps, die sowohl die engen Grabenkämpfe als auch die weitläufigen Kämpfe mit Fahrzeugen ermöglichen. Der dynamische Wetterwechsel sorgt noch mal für einen zusätzlichen Schub an Intensität. Die Kämpfe in Battlefield 1 reißen einfach mit!

Ich bin seit 2004 Chefredakteur und Leiter von GamePire. Als Evil Genius hinter den Kulissen und Gaming/Tech-Nerd gehört FIFA für mich nach 15 Jahren in der Gaming-Industrie immer noch genauso jedes Jahr zu den Highlights wie krachende Action- und Horror-Games oder super-schnelle Racing-Titel. Über innovative Hardware freue ich mich immer sehr und bin zudem ausgesprochener Fan der VR-Technologie. Auf Social Networks bin ich zuhause! See you there!

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