NeverDead
NeverDead
Arme ab, Beine ab und dennoch lebendig. NeverDead im Test auseinandergenommen...
09.03.12 um 15:41 von Stefan
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Aaaarrrrgggghhhhh!
Des Weiteren findet man sich oft sehr gereizt vor der Konsole, wenn mal wieder eine Explosion in eurer Nähe stattfand und eure Körperteile kreuz und quer in allen Ecken des Levels liegen. Ihr könnt als Kopf alleine nicht viel ausrichten, somit müsst ihr euch erst wieder zusammenpuzzeln, was keinen unterhaltsamen Nutzen bringt, sondern nur Spielzeit verschlingt, in der ihr nichts erlebt. Große Freude kommt erst recht auf, wenn ihr Bryce gerade komplettiert habt und eine neue Explosion wieder alle Gliedmaßen durch das Level befördert. Die Ragdoll-Physik kann unter Umständen sogar dafür sorgen, dass der Rumpf eures Körpers mit dem Hals so blöd gegen ein Objekt gekippt oder gefallen ist, dass ihr mit dem Kopf den Hals nicht erreicht. Dies ist aber nötig, um euch wieder zusammenzusetzen, so dass ihr erst mehrmals mit dem Kopf herumspringen und den Körper anstupsen müsst bis dieser umfällt. Besonders ärgerlich ist diese Tatsache, wenn die fiesen Saug-Monster in der Nähe sind, denn dann droht ein "Game Over". Dieser Gegnertyp kann nämlich euren Kopf einsaugen, wenn Kopf und Körper voneinander getrennt sind. Schneller und stärker sind diese Monster auch noch, daher gibt es kaum ein Entkommen und sollte euer Kopf eingesaugt worden sein, habt ihr nur noch die Chance bei einem Quick-Time-Event zu entkommen, bei dem ihr im richtigen Moment einen Button betätigen müsst. Hier ist extrem gutes Timing gefragt und man schafft es nicht immer, zu entkommen.
Bossfights stellen eine willkommene Abwechslung dar, aber auch nur im Gegensatz zum restlichen Spielverlauf, denn auch bei den Bossgegnern durchläuft man eine Wiederholung nach der nächsten. Bis auf eine Ausnahme werden alle Bosses auf die gleiche Weise erledigt: Schwachstelle ausmachen, Schwachstelle angreifen! Oft müsst ihr aber nicht mal nach der Schwachstelle suchen, sondern nur plump angreifen. Strategie? Taktik? Nicht zu sehen.

Eine Frau, wie sie niemand benötigt
Eure weibliche Begleitung Arcadia kann man lieben und auch hassen. Auf dem niedrigen Schwierigkeitsgrad muss man sich nicht groß um sie kümmern. Als Spieler kann man sich auf den Kampf konzentrieren und muss Arcadia ab und an mal wiederbeleben. Sie hält sich eben aus dem Gröbsten raus, ist dadurch aber auch keine sonderliche Hilfe. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden wendet sich das Bild dann und man muss die kleine Prinzessin auf der Erbse am laufenden Band wiederbeleben, während man teilweise angesichts der Gegnermassen selber eher damit beschäftigt ist, seinen Kopf wieder zu seinem Körper zu bewegen. Hat man sich zusammengeflickt, braucht Arcadia wieder Hilfe und man möchte nur noch laut fluchen. Außerhalb der Kämpfe, wenn man mal wieder durch Lüftungsschächte rollen muss, steht die gute Arcadia vor dem versperrten Durchgang und haut blöde Sprüche raus. Wieso integriert man hier nicht beispielweise Rätsel, bei denen Arcadia mitwirken muss?
Neben dem Story-Modus gibt es noch einen Online-Multiplayer-Modus mit kooperativ spielbaren Herausforderungen für vier Spieler, doch diese spielen sich wie der verlängerte Arm der Story-Kampfsequenzen und bieten nicht viel mehr Reiz. NeverDead ist einfach langweilig. Das geht bei den Rätseln los, sofern man die Aufgaben überhaupt Rätsel nennen kann, geht über die wenig kreative Nutzung des Zerstückelungselements bis zur Anzahl der Gegnertypen, der unbrauchbaren oder nervigen (wie man es sehen will) Begleiterin und der unzähligen Wiederholungen im Spielablauf. Dass gelb-leuchtende Sammelobjekte - aufgepasst! - "Sammlerstücke" heißen (Die Uncharted-Reihe zeigt, wie man es besser machen kann), ist symptomatisch für die Einfallslosigkeit der Entwickler, die deutlich macht, dass weder Rebellion noch Director Shinta Nojiri von Konami wussten, wohin die Reise mit NeverDead spielerisch gehen soll.

Zerstörung > Framerate
Visuell kann NeverDead keinen Blumentopf gewinnen. Oft hinterlassen Screen-Tearing und teils heftige Framerate-Einbrüche einen bitteren Beigeschmack. Das Leveldesign macht an vielen Stellen den Eindruck eines Baukastensystems und könnte in seinem Aufbau dynamischer wirken und nicht als hätte man Strukturen und Objekte mittels "kopieren und einfügen" integriert.
Das Spiel bietet aber auch etwas Positives. Ganz cool ist nämlich die Umgebungszerstörung. Abseits der für die Level-Integrität nötigen Strukturen könnt ihr so einiges in der Umgebung zerlegen. An die GeoMod-Engine von Red Faction kommt das Zerstörungssystem lange nicht heran, aber es unterstreicht dennoch ziemlich gut die Action-Szenen des Spiels.
Vorangepeitscht wird man außerdem von einem scheppernden Heavy Metal-Soundtrack, der nicht unbedingt jedermanns Sache ist und sich leider ebenfalls schnell wiederholt. Der Titel-Song stammt beispielweise von Megadeth und wer auf Heavy Metal steht, wird sicherlich zufrieden sein. Davon abgesehen sind Sounds und Synchronisation auf Standard-Niveau.
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 Facts
Name: NeverDead
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Rebellion Development/Konami
Genre: Action
Spieler: 1-4 (online)
HDTV bis zu: 720p
PS Network: Onlinespiele/Ranglisten/Content-Download
Altersfreigabe: Ohne Jugendfreigabe gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Kopflose Spielekäufer.
Release:02.02.12
 Pro + Cons
 PRO:
+ Umgebungszerstörung
+ Nette Video-Sequenzen
+ Online-Koop-Herausforderungen
 CONTRA:
- Idee der Zerstückelung verschwendet
- Zusammensetzen des Körpers schnell nervig
- Einfallslos
- Langweile Aufgaben
- Anspruchslose Bossfights
- Viele Frustmomente
- Oberflächliche Story
- Ständige Wiederholungen
- Unbrauchbare Begleitung
- Nervige Saugmonster
- Ragdoll-Physik führt zu Problemen
- Suboptimale Kamera
- Framerate-Einbrüche
- Screen-Tearing
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