NeverDead
NeverDead
Arme ab, Beine ab und dennoch lebendig. NeverDead im Test auseinandergenommen...
09.03.12 um 15:41 von Stefan
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Wenn ein Charakter in einem Videospiel seine Gliedmaßen verliert, resultiert dies meistens in einem blutigen Tod und dem Game Over-Bildschirm. Nicht so bei NeverDead, mit dem uns Konami und das ausführende Studio von Rebellion Developments beweisen wollen, dass verlorene Körperteile nicht immer schlecht sein müssen. Warum NeverDead am Ende aber das beste Argument dafür ist, dass Charaktere in Spaß bringenden Spielen doch lieber alle Gliedmaßen bei sich behalten und zerstückelte Charaktere wie bisher gewohnt ins Gras beißen sollten, erklärt euch unser Test.

Geh Zähne putzen!
Ihr schlüpft in die Rolle des 500 Jahre alten Dämonenjägers Bryce, der sich seit 126 Jahren die Zähne nicht mehr geputzt hat (kein Scherz!) und eine Invasion der Dämonen auf der Erde abwenden muss, denn die Bösewichte fallen plötzlich überall in den USA ein.
Damit ist der wichtige Teil der Story von NeverDead leider schon umrissen. Die Geschichte ist wenig tiefgreifend, ebenso wie die meisten Charaktere. Das einzig Interessante sind die Hintergründe des Hauptcharakters Bryce, der offensichtlich als Anti-Held konzipiert wurde. Über ein paar griesgrämige Sprüche, die durch schnell wie in einer Endlosschleife erklingende Voice-Overs aus Bryce heraussprudeln, geht dieser Faktor aber kaum hinaus. Statt um ein paar lose Sprüche, hätten sich die Writer lieber um eine spannende und ausfüllende Story bemühen sollen.

Ich kann etwas, was du nicht kannst
Bryce ist unsterblich und somit etwas Besonderes. Er reagiert auf schwere Verletzungen anders als ihr oder ich und kann nicht sterben, selbst dann nicht, wenn er ganze Körperteile verliert oder sein Kopf vom Rumpf getrennt wird. Ihr rollt dann nur mit dem Kopf durch die Gegend und könnt durch Herüberrollen oder Hinüberkriechen die Körperteile wieder aufsammeln. Stärker ausgeweitet wird dieses Prinzip aber nie. Der Verlust der Gliedmaßen ist das Kernelement der Spielmechanik von NeverDead und könnte für richtig clevere Rätsel eingesetzt werden. Doch die Chance wird nicht genutzt.
Die ersten Minuten macht das Zerteilen von Bryce noch Spaß, wenig später bleibt davon nur Frust und Langeweile übrig. Statt für coole Rätsel, nutzen die Entwickler das Prinzip lediglich, um euch in Stücke zu zerreißen und durch Lüftungsschächte zu schicken oder auf höher gelegene Ebenen zu befördern. Das ist leider etwas einfallslos und der Spieler muss derartige Passagen immer und immer wieder durchleben. Die besten Rätsel des Spiels bestehen da noch im Ziehen einiger Hebel, um Ausrichtungen zu ändern. Das kann doch kein Anspruch für ein gutes Spiel sein...

Der andere Teil des Spiels besteht aus den Kämpfen. Bryce kann zum einen Schusswaffen benutzen, was natürlich nur funktioniert, wenn der jeweilige Arm noch vorhanden ist. Auf der anderen Seite verfügt Bryce über ein Schwert, das ihr mit dem rechten Analog-Stick benutzen könnt. Rebellion empfiehlt den Einsatz gezielter Schnitte, was nach dem ersten Anwenden des Schwerts für ein gewisses Schmunzeln beim Spieler sorgt, da es offensichtlich ist, dass eben doch wildes Herumschwingen die besten Ergebnisse verspricht.
NeverDead beinhaltet dabei grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Auseinandersetzungen: Es gibt auf der einen Seite Areale, deren Ausgang durch einen Dämonen-Siegel verschlossen ist und sich erst öffnet, wenn ihr alle Gegner in der Umgebung ausgerottet habt. Daneben gibt es Areale mit sogenannten "Wombs", was nur ein anderes Wort für einen Spawn-Punkt der Gegner ist. Das bedeutet, dass die nervigen Wombs immer wieder neue Gegner ausspucken bis ihr alle zerstört habt.

Nicht nur, dass sich die Abläufe in NeverDead schnell wiederholen, das zunächst interessant klingende Element der Zerstückelung entwickelt sich mit Leichtigkeit zum Frustmotor. Die wenigen verschiedenen Gegnertypen (später im Spiel kommen noch ein paar neue Dämonen hinzu, groß ist die Auswahl dennoch nicht) blasen zum Angriff auf Bryce und attackieren beinahe blind wie Lemminge. Also rennt man während der Kämpfe aufgrund der ausschließlich auf den Spieler fokussierten Gegner und auch dank der suboptimalen Kamera eigentlich immer mindestens auf einen Gegner auf, der Bryce in Nullkommanichts einen Arm abbeißt. Auch hier fehlt Beständigkeit, denn mal ist ein Körperteil nach einem Angriff sofort ab, mal benötigt es mehrere augenscheinlich identische Angriffe und das Körperteil bleibt am Körper, doch das Problem bei der ersten Variante ist, dass man ohne Arm logischerweise auch ohne die Waffe in der jeweiligen Hand des Arms zurückbleibt. Dies verringert natürlich eure Kampfkraft.
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 Facts
Name: NeverDead
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Rebellion Development/Konami
Genre: Action
Spieler: 1-4 (online)
HDTV bis zu: 720p
PS Network: Onlinespiele/Ranglisten/Content-Download
Altersfreigabe: Ohne Jugendfreigabe gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Kopflose Spielekäufer.
Release:02.02.12
 Pro + Cons
 PRO:
+ Umgebungszerstörung
+ Nette Video-Sequenzen
+ Online-Koop-Herausforderungen
 CONTRA:
- Idee der Zerstückelung verschwendet
- Zusammensetzen des Körpers schnell nervig
- Einfallslos
- Langweile Aufgaben
- Anspruchslose Bossfights
- Viele Frustmomente
- Oberflächliche Story
- Ständige Wiederholungen
- Unbrauchbare Begleitung
- Nervige Saugmonster
- Ragdoll-Physik führt zu Problemen
- Suboptimale Kamera
- Framerate-Einbrüche
- Screen-Tearing
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