Max Payne 3
Max Payne 3
Rockstar Games hat es wieder getan und setzt Maßstäbe im Action-Genre!
27.05.12 um 19:48 von Stefan
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Wo Licht, da auch Schatten
Bullet-Time und Shootdodge alleine reichen gegen die cleveren Gegner jedoch nicht: Wer das neue Deckungssystem, mit dem ihr euch hinter Objekten wie dem Innenraummobiliar verschanzen und auch blind aus der Deckung feuern könnt, nicht nutzt, wird schnell ins Gras beißen. Schon auf dem zweiten von insgesamt fünf Schwierigkeitsgraden ist das Action-Game von Rockstar Games ziemlich anspruchsvoll, besonders wenn Max herumzickt und einfach nicht in Deckung gehen will. Glücklicherweise sind die Checkpoints fair verteilt und wer zu oft stirbt, bekommt beim nächsten Versuch zusätzliche Painkiller (Heilmittel). Zudem habt ihr kurz vor eurem Tod noch die Möglichkeit, in Zeitlupe euren potentiellen Mörder niederzustrecken, was allerdings eine Ladung Painkiller kostet. Währenddessen könnt ihr sogar weiter feuern und den Körper des Gegners in fast schon abartiger Form durchlöchern wie ein Sieb, außerdem bleibt ihr durch letzten Zeitlupenschuss noch im Spiel.
Zwar macht Rockstar Games viele Dinge richtig und inszeniert Max Payne 3 in Hollywood-Manier, aber es gibt auch eine Handvoll ärgerliche Design-Entscheidungen der Entwickler. So werfen einige Gegner zum Beispiel Granaten und Max bekommt über ein Icon angezeigt, von welcher Richtung aus die Explosion droht, doch selbst kann Max keine Granaten verwenden, so dass man diese auch nicht zurückwerfen kann. Daher zwingen Granaten den Spieler dazu, seine Deckung zu verlassen oder mit dem Shootdodge auszuweichen, aber aufgrund der bereits genannten kleinen Macken bei Shootdodge kann man so in die nächsten Schwierigkeiten geraten. Max Payne 3 ist zwar ein genialer Shooter, der sehr viel Spaß macht, doch auch das lineare Schema hätte man etwas aufweichen können, wenngleich Rockstar Games mit Sammelobjekten, versteckten Hinweisen mit Hintergrundinformationen sowie den Grinds (haufenweise Abzeichen, beispielsweise für 50 Beinschüsse usw.) die Linearität etwas zu kaschieren versucht und bemüht ist, Wiederspielwert für den Singleplayer-Modus zu erzeugen.

Massenschmerz
Zum ersten Mal in der Geschichte der Max Payne-Reihe bietet Max Payne 3 einen voll ausgeprägten Multiplayer-Modus, den Rockstar Games erstklassig umgesetzt hat und in den die Kernelemente wie die Bullet-Time und der Shootdodge sinnig integriert wurden, denn diese Bursts genannten Fähigkeiten erfassen zum Beispiel nur Spieler in eurem eigenen Sichtfeld und ermöglichen den restlichen Teilnehmern weiterhin eine Mehrspielerschlacht voller Action. Daneben gibt es aber auch noch weitere Bursts.
Neben bekannten Multiplayer-Modi gibt es auch speziell für das Max Payne-Universum angepasste Modi wie etwa "Payne Killer", in dem zwei Spieler als Max und sein Freund Raul gegen den Rest antreten dürfen. Wer einen der beiden erledigt, übernimmt dessen Rolle samt Sonderladung Munition und Painkiller. Zentraler Spielmodus im Multiplayer-Modus ist hingegen der "Gang Wars"-Modus. Hier spielt ihr Story-basierte Szenarien rund um rivalisierende Gangs und Banden aus dem Singleplayer-Modus. Während dieser Kämpfe entwickeln sich auf der Karte dynamisch Handlungsstränge, aus denen wechselnde Aufgaben resultieren.

Das Auge schießt mit
Max Payne 3 ist auch visuell ein echter Blockbuster. Die Charakter-Modelle sehen hervorragend aus, die Licht- und Spezialeffekte sind toll und die Umgebungszerstörung bei krassen Schusswechseln macht Lust auf mehr, allerdings sind Physikspielereien mit der Umgebung und deren Zerstörung nicht so umfangreich wie wir uns das gewünscht hatten. Oft möchte man noch Dinge in den wirklich gut designten Levels zerlegen oder man wundert sich, weshalb bestimmte Objekte nicht beeinflusst werden. Der Spieler wird von der Engine in seinem Zerstörungstrieb also leider etwas eingeschränkt.
Die Texturen sind sehr detailliert und die genialen Kulissen enorm stimmungsvoll ausgestaltet worden. Derart detailverliebte Umgebungen wie die Nachtclubs, Yachten, Straßengassen oder die Armenviertel der Favelas hat man in 3rd-Person-Shootern selten gesehen. Überaus beeindruckend sind auch die mit der Euphoria-Engine berechneten Animationen, die auf einem Top-Niveau agieren und sich in die oberste Technik-Liga katapultieren.
Zwar sieht Max Payne 3 optisch insgesamt erstklassig aus, dennoch kommt es ab und an zu kleinen Framerate-Schwankungen, die sich nicht wirklich negativ auf den Spielspaß auswirken, aber dennoch etwas Wehmut verursachen.

Die Sprecher der englischen Originalsynchronisierung (mit deutschen Untertiteln versehen) machen einen tollen Job und verleihen ihren Charakteren ihre Individualität und eben ihren eigentlichen Charakter. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle Max Payne, der mit seiner kratzigen Stimme vermuten lässt, dass er sich öfter mal in Bars herumtreibt. Darüber hinaus wirken sämtliche Dialoge sehr natürlich und nicht konstruiert, was natürlich beim Aufbau der bedrückenden Atmosphäre hilft. Audio-visuell zeigt sich Max Payne 3 also unter dem Strich in erstklassiger Form, hat aber mit der einen oder anderen Macke zu kämpfen.
 Screenshots
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 Facts
Name: Max Payne 3
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Rockstar Games
Genre: Action
Spieler: 1-16 (online)
HDTV bis zu: 1080p
Xbox Live: Onlinespiele/Ranglisten/Content-Download
Altersfreigabe: Keine Freigabe gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Englisch/Deutsch
Geeignet für: Action-Freaks, Max Payne-Fans.
Release:18.05.12
 Pro + Cons
 PRO:
+ Grandioses Storytelling
+ Glaubwürdige Dialoge
+ Erstklassige Präsentation
+ Bedrückende Atmosphäre
+ Action mit Style
+ Hervorragende Kulissen
+ Geniale Animationen
+ Bullet-Time und Shootdodge
+ Fair gesetzte Checkpoints
+ Feiner Stil der Zwischensequenzen
+ Coole und zynische Sprüche von Max
+ Sehr guter Multiplayer-Modus
+ Tolle Synchronisation
+ Super Soundtrack
 CONTRA:
- Fragwürdige Design-Entscheidungen
- Shootdodge in engen Levels nicht ohne Probleme
- Teils grobe Kollisionsabfrage
- Umgebungszerstörung eingeschränkt
- Kleine Framerate-Schwankungen
- Sehr linear
- Zu wenige Innovationen
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