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Jäger und Zerstörer
Das Spiel ist ein riesiger Spielplatz für Anti-Helden mit unglaublichen Fähigkeiten und die Entfesselung der puren Zerstörung in NYZ macht dadurch jede Menge Spaß. Das Problem bei Prototype 2 liegt aber an anderer Stelle. Das hervorragende Fundament wird für das Design der zahlreichen Missionen und Nebenaufträge nahezu ignoriert und es gibt keine wirklich kreativen Missionen, in denen man seinen Spieltrieb und die enorme Freiheit mit Hellers Kräften ausleben kann. Meist aktiviert ihr euren Jagdtrieb, findet so euer Opfer und absorbiert dieses, um dadurch an neue Informationen durch dessen Erinnerungen zu gelangen. Ein weiteres beliebtes Missionsmuster ist die Aufgabe, etwas Bestimmtes zu zerstören.
Durch das Erledigen der Aufgaben schaltet ihr dann weitere Missionen und Mutationen frei. Ein wenig mehr Missionsvielfalt und Abwechslung für seine Haupthandlung hätte Prototype 2 sicher gut getan, denn so bietet der Titel keine erinnerungswürdigen Momente und nichts, an das man sich nach dem Spielen noch lange zurückerinnert, abgesehen vom verstandlosen Austoben in der Stadt. Für mehr sind die Aufgaben des Spiels einfach zu einseitig.
Neben dem Story-Modus hält Prototype 2 auch noch das sogenannte Radnet für euch parat. Hier könnt ihr an Online-Events und Herausforderungen teilnehmen, um so Bonus-Erfahrungspunkte zu sammeln und neue Skins, Videotagebücher oder Mutationen freizuschalten.
Technisch gibt es noch Potential
Für die visuelle Umsetzung setzt Radical Entertainment bei Prototype 2 auf die hauseigene Titanium 2-Engine, die allerdings nicht wirklich beeindruckend aussieht und ab und an mit kleinen Framerate-Drops zu kämpfen hat. Zwar setzt die Engine die riesige Stadt samt vieler Einwohner, Fahrzeuge, Wachleuten oder Mutanten ganz gut in Szene, doch die matschigen Texturen und - abgesehen vom Hauptcharakter - groben Charaktermodelle lösen beim Betrachter keine Begeisterungsstürme aus. Auch einige Animationen wirken etwas holprig und könnten weicher ablaufen und die Weitsicht muss sich einigen Konkurrenten geschlagen geben. Daneben positioniert sich die Kamera in vielen Situationen nicht unbedingt optimal, was einige Kämpfe künstlich erschwert und der Spieler muss manuell nachjustieren. Dafür kracht es, explodiert es und spritzt es Blut an allen Ecken und Enden.
Die akustische Seite von Prototype 2 überzeugt hingegen mit einem guten Sounddesign und netten Soundeffekten. Die Sprecher der englischen Synchronisation erledigen ihren Job ebenfalls mit Bravour und verleihen den Charakteren Leben.
Leider musste die deutsche Fassung kleine Federn lassen und ist minimal entschärft worden. So kann man nicht absichtlich auf zivile Charaktere zielen und es ist nicht möglich, Körperteile von nichtinfizierten Menschen abtrennen. Durchschneiden geht aber noch immer, die Menge an Blut wurde ebenfalls nicht angetastet und so sind selbst wenn nichtinfizierte Charaktere in der Hitze der Schlacht erfasst werden, alle Blut-Effekte in der USK-Version voll intakt.
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