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Der Vorgänger von Prototype 2 war eines der wenigen Spiele, die die Fusion zwischen Activision und Vivendi zu Activision Blizzard im Jahre 2008 überlebten, denn das neue Unternehmen wollte nur Spiele im Portfolio, die das Potential zu einem Mega-Seller hatten. Dies sah man damals beim Prototype 2-Vorgänger gegeben, andere Publishing-Deals wie etwa mit Tim Schäfers Double Fine Studios für Brütal Legend ließ Activision platzen. Das Spiel war nach dem Release 2009 kommerziell erfolgreich, wenn auch kein richtiger Mega-Seller. Die Kritiker waren ebenfalls nicht ganz zufrieden und so erhielt der von Radical Entertainment entwickelte Titel größtenteils mittelmäßige Wertungen. In Deutschland kam das Spiel aufgrund seines Gewaltlevels offiziell nie auf den Markt.
Mit Prototype 2 und seiner Marketing-Power versucht Activision nun einen neuen Anlauf, um sowohl die Kritik der Gamer und der Presse anzunehmen und die Mängel aus dem ersten Teil zu beseitigen als auch bessere Verkaufszahlen durch eine bessere Positionierung am Markt zu erreichen. Wie die Verkaufszahlen aussehen werden, wird die Zeit zeigen müssen, wir verraten euch unterdessen, ob sich ein Kauf von Prototype 2 überhaupt lohnt und ob Radical Entertainment im Vergleich zum Vorgänger noch eine Schüppe nachlegen konnte.
Heller vs. Mercer
Prototype 2 folgt der Geschichte des neu infizierten Protagonisten und Anti-Helden Sgt. James Heller und versetzt euch in das postapokalyptische New York Zero (kurz: NYZ). Sein Ziel ist einfach: Er will den Menschen finden und zur Strecke bringen, der für alles verantwortlich ist und das ist Alex Mercer, der Protagonist des ersten Teils.
Seit den Geschehnissen des Vorgängers sind 14 Monate vergangen und New York hat sich in ein regelrechtes Kriegsgebiet verwandelt, in dem eine mysteriöse Seuche umher wandert. Alex Mercer scheint dafür verantwortlich zu sein, da er das Blacklight Virus freigesetzt hat.
Heller meldet sich freiwillig zum militärischen Einsatz, der das Virus davon abhalten soll, sich über die Grenzen von NYZ auszubreiten, denn seine Familie starb beim ersten Ausbruch, wofür er Mercer verantwortlich macht. Während des Einsatzes wird Heller selbst infiziert und mit den wachsenden Fähigkeiten verfügt er schon bald über Kräfte, die mit denen von Mercer vergleichbar sind. Außerdem muss Heller Ziele erjagen, um Informationen zu erlangen, die ihm immer mehr Verständnis bezüglich eines großen Geheimnisses verschaffen. Wirklich umwerfend ist die Story nicht, aber ihr spielt Prototype 2 weiter und weiter und am Ende fügt ihr eben zusammen, was ihr bei eurer Reise aufgeschnappt habt.
Macht kann doch ein Spielzeug sein
Auf dem Weg zu den Antworten, die Heller sucht, gibt euch Radical Entertainment ein wirklich cooles Werkzeug-Set und nahezu gottgleiche Macht in die Hand. Nicht nur, dass Heller durch den Virus enorme Kräfte bekommt und Lebewesen absorbieren und so deren Gestalt annehmen und Erinnerungen sehen kann, er kann mutieren und macht seinen Körper dadurch teilweise zu einer Waffe wie mit Claws, den Klingenarmen oder dem Hammer. Gegen viele Gegner könnt ihr euch mit dieser Grundlage schon ganz erfolgreich auseinandersetzen, gegen mutierte Gegner solltet ihr etwas taktischer vorgehen und auch mal eine Rolle anwenden und ausweichen oder blocken, bevor ihr diese mit spektakulären Moves erledigt.
Und es spritzt einfach viel Blut. Sehr viel Blut. Mit seinen neuen Fähigkeiten ausgestattet, wirft Heller ohne Probleme auch Autos durch die Gegend und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung und viele Rückstände des roten Lebenssaftes in NYZ. Durch das Abschließen von Missionen oder das Ausführen bestimmter Handlungen erhaltet ihr Erfahrungspunkte, durch die Heller in seinem Level aufsteigen kann. Durch höhere Level und Sammelobjekte schaltet ihr nach und nach weitere Mutationen frei, die Hellers Fähigkeiten verstärken und euch beispielsweise mehr Lebensenergie verschaffen, euch schnellere Sprints oder Regeneration ermöglichen, eine größere Reichweite oder mehr Kraft spendieren. Der Spieler fühlt sich damit unglaublich mächtig und dieses Gefühl ist für ein gutes Helden- oder Anti-Helden-Spiel schon mal die halbe Miete.
Durch die einfach zu handhabende Free-Running-Steuerung ist es gar kein Problem, Wolkenkratzer senkrecht hoch zu rennen, über weite Strecken durch die Luft zu gleiten oder enorm agil durch die Gassen zu sprinten und für Unruhe zu sorgen. Während die Reisen von einem Ziel zum nächsten bei den meisten Open-World-Spielen etwas nerven und sich ewig in die Länge ziehen können, trumpft Prototype 2 in diesen Momente voll auf, denn man kann einfach mit der Umgebung spielen und auf seinem Weg zum Missionsziel das Badass raushängen lassen, Menschen oder Fahrzeuge durch die Gegend werfen, seine Gestalt verändern oder Dinge spektakulär zerstören.
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