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Optisch sind die Feuergefechte gut eingefangen und die überschaubare Anzeige auf dem Bildschirm hilft dabei, nicht die Übersicht zu verlieren. Man kämpft an den verschiedensten Orten, etwa zwischen Hafenanlagen, durch schlauchartige Tunnel hindurch bis in die Slums unter Tokyo. Über kleine Schwimmeinlagen bis hin zu einer Jet-Ski-Fahrt durch die Kanäle geht es letztendlich in die viel sauberere Oberstadt, die noch an der frischen Luft steht. Sauber ist die Stadt aber die längste Zeit gewesen, denn der Weg zum Amada-Konzern ist lang und es wäre einfach zu langweilig, unerkannt zu bleiben.
Neben kleinen, menschengroßen Robotern gibt es auch diverse Zwischengegner, die uns in Form von Mechs oder gar wie die Transformers aus dem Kino nach dem Leben trachten. Eine gute Abwechslung ist das Ganze auf jeden Fall und man muss immer wieder neue Angriffsstrategien erlernen und anwenden. Teilweise reicht am Ende dann zwar das schnöde "Draufhalten" mit der Waffe, aber am Ende des Tages ist Binary Domain ja auch ein "Shooter", dann soll bitte auch geschossen werden, was das Waffenarsenal hergibt.
Wird man getroffen, wird die sinkende Gesundheitsanzeige durch ein rötliches Einfärben des Bildschirms dargestellt. Geht man verletzt zu Boden, können einen die Kammeraden mit einem Medi-Pack aushelfen, sollte man selbst keines mehr im Besitz haben. Umgekehrt läuft dies natürlich auch und gibt zudem positives Feedback von den Kammeraden, was sehr wichtig ist, um das Vertrauen zu stärken. Schafft man es nicht, sich rechtzeitig helfen zu lassen oder eigenhändig zu helfen, wird ein kurz vorher angelegter Speicherpunkt geladen. Diese Speicherpunkte sind (zum Glück) nicht zu weit zurück angesiedelt und vermeiden so unnötigen Frust.
Rede mit mir!
Das Vertrauen der Kammeraden ist eine der Kern-Komponenten des Spiels. Wie beispielsweise bereits aus Mass Effect bekannt, muss man sich mit den Team-Kollegen unterhalten, gute Leistungen im Kampf zeigen und für das Team arbeiten, um das Vertrauen der Mitstreiter zu gewinnen und auszubauen. Je nachdem wie sie dem Spieler gegenüber gesinnt sind, reagieren die Team-Mitglieder positiv oder gar patzig auf dessen Befehle und ziehen im Zweifelsfall sogar lieber ihr eigenes Ding durch, anstatt sich an die Befehle zu halten.
Das Vertrauenslevel wird in vier Stufen gemessen. Der Spielverlauf und die gezeigten Zwischensequenzen sind im Übrigen ebenfalls von der Entwicklung dieser Balken abhängig, denn das jeweilige Team, das den Spieler begleitet, sollte gezielt nach Fähigkeiten und Zuneigung bzw. Vertrauen gewählt werden, da das Team gut untereinander kommunizieren sollte.
Die Kommunikation mit den Teammitgliedern kann sowohl über den Controller, aber auch über ein Headset erfolgen. Leider konnten wir nicht immer die notwendige Lautstärke der Spracheingabe erreichen, damit die Befehle auch bei ruhigem Sprechen immer erkannt werden. Wenn man mitten im Gefecht ist und sich wirklich auf das Spiel einlässt, kann man beherzt in das Mirko rufen und bekommt tatsächlich gutes Feedback. Energische Befehle sind jedoch meistens Pflicht. Der Wortschatz ist natürlich nicht unbegrenzt, aber die Vorgaben sind oft einfach und so kommt es zu vielen Ja/Nein-Fragen oder Okay-Antworten, was die Sache schon wieder etwas einfacher erscheinen lässt. Nichtsdestotrotz lässt sich das Spiel aber mit und ohne diese Funktion sehr gut genießen.
Schwachpunkt Optik oder doch eine Augenweide?
Die grafische Umsetzung von Binary Domain ist durchaus stimmig und gelungen. Einem Vergleich mit Crysis 2 oder anderen grafischen Top-Titeln hält dieses Spiel dennoch nicht ganz stand, aber die Technik erfüllt auf jeden Fall ihren Zweck.
Die Story des Spiels wird durch sehr gute, teilweise Minuten lange Zwischensequenzen, aufgebaut und durch die diversen Spielabschnitte gut untermalt. Grafisch gesehen ist das Spiel unter dem Strich gutes Mittelmaß, doch im Gegensatz zur Präsentation fällt eine absolut miserable deutsche Synchronisation wirklich negativ ins Gewicht. Schaut im Spiel und in den Zwischensequenzen am besten nicht auf die Lippen der Charaktere, denn das Ganze will so gar nicht zueinander passen. Die Gesichtszüge sind - zumindest in den Zwischensequenzen - sehr schön und detailreich ausgearbeitet und können sich gut sehen lassen. Die ethischen Verwerflichkeiten und der ständig wachsende Spannungsbogen sowie die Ungewissheit, ob man vielleicht selbst einen Seelenlosen im Team hat oder sogar selbst einer ist, nagen im weiteren Spielverlauf zudem immer mehr am Spieler.
Kurz vor Ende meinten wir durchaus zu wissen, was noch für "Überraschungen" auf uns warten, lagen aber völlig daneben und das Spiel wurde noch besser... Man bekommt hier insgesamt eine wirklich coole Story serviert, die auf einen soliden Shooter trifft!
Online-Modi
Offline ist das Spiel also ein Garant für ein paar wirklich spannende Stunden. Etwa 8 Stunden Spielzeit für den normalen Schwierigkeitsgrad sind anzusetzen… Danach geht der Spaß dann online weiter? Leider nein.
Das Online-Feature wirkt einfach nur wie herangeklatscht. In altbekannten Modi wie Team-Deathmatch treffen menschliche Gegner aufeinander, wodurch das coole Auseinandernehmen der Roboter absolut entfernt wird. Ein Koop-Spiel der Story? Ebenfalls Fehlanzeige.
Zusätzlich zu den diversen Deathmatch-Modi gibt es allerdings einen Horde-Modus, in dem man mit bis zu vier Spielern gemeinsam insgesamt 50 Wellen an Feinden zurückschlagen darf. Das macht dann doch wieder Laune, wenn man sich mit den Mitspielern darüber verständigt, wie man am besten vorgeht.
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