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Mit Binary Domain von Sega finden wir einen weiteren Third-Person-Shooter in unserer Konsole, in dem ein kurzhaariger Ex-US-Soldat in der Zukunft aus verschiedenen Deckungen heraus hunderte von Robotern niedermäht. Das ist weniger Innovation als mehr ein geprüftes Erfolgskonzept, zumindest hört sich das Ganze aber irgendwie stark nach einer Art Vanquish an. Trifft diese Beschreibung denn auf Binary Domain zu? Kommt da vielleicht noch mehr Individuelles? Oder folgt das Spiel dem Prinzip einer schwachen Optik und schlechten Inszenierung? Dann hätten wir ein neues Mindjack...
Bevor wir weiter über Binary Domain spekulieren, haben wir uns den Shooter, in dem die Entwickler einen neuen Schritt in eine Richtung machen, in der Science-Fiction und Zukunftskritik verarbeitet werden, gekrallt und getestet.
Auf nach Tokyo...
Wir schreiben das Jahr 2080. Wie kaum anders zu erwarten, ist es in einer weiteren Zukunftsvision zur unausweichlichen Klimakatastrophe gekommen. Ein gutes Dreiviertel aller großen Städte wurde zerstört und die ehemaligen Hochburgen der menschlichen Hoheit sind fortan unbewohnbar.
Die Menschheit hat sich jedoch wieder mal als widerstandsfähig genug bewiesen und trotz schwerer Verluste auch diese Katastrophe überlebt. Auf den Ruinen der alten Städte bauen die Menschen nun ihre neuen Lebensräume in die Höhe statt in die Breite. Der soziale Schiefstand hat hierbei zu einer Zweiklassengesellschaft geführt, in der die Armen in den Slums der ehemaligen Welt leben, während es sich die Reichen oben gut gehen lassen.
Diese neue Welt hat der Mensch jedoch nicht allein geschaffen. Durch die Katastrophe deutlich dezimiert, hat sich die Menschheit der Robotik zugewandt und nun durch hochentwickelte Technologie die Arbeiter der Zukunft erschaffen, die die Menschen zu neuem Größenwahn treiben. Die amerikanische Firma Bergen Advanced Technology Robotics hat sich hierbei als Marktführer etabliert und neben der Weltmacht aus den USA gibt es nur kleine Firmen, wie etwa den Amada Konzern aus Japan, dessen Gründer Yoji Amada einer der führenden Experten im Bereich der künstlichen Intelligenz und Robotik ist.
Der Konkurrent aus Übersee, der schon seit 40 Jahren die Öffentlichkeit scheut, hat versucht, sein intellektuelles Eigentum gegenüber Bergen durch Klagen aufgrund von Patentverletzungen zu verteidigen, hatte aber keinerlei Chance, sich gegen den Großkonzern zu wehren. Und so endete er vor dem Gesetz als Lügner, dessen Firma ein Dasein im Schatten von Bergen führt. In den USA wird jedoch ein menschlicher Roboter gefunden, ein Roboter mit organischer Haut, von außen nicht als solcher zu erkennen und sich selbst nicht bewusst, dass er kein Mensch ist. Diese Art von "Wesen" werden als Seelenlose bezeichnet.
Obwohl durch Paragraph 21 der neuen Genfer-Konvention verboten, scheint sich jemand dazu berufen zu fühlen, diese ethisch verwerfliche Entwicklung voranzutreiben. Die menschlichen Roboter sind mitten unter den normalen Menschen, sogar Jahrzehnte lang, ohne es selbst zu wissen und sind in jeder Bevölkerungsschicht vertreten und bis in die obersten Regierungs- und Militärräte vorgedrungen. Da ist es doch klar, dass man bei der IRTA (Internationalen Robotik & Technology Agency) mitmischen will und direkt mal dem japanischen Amada Konzern auf den Zahn fühlt. Aber das geht nicht ohne durchschlagende Argumente...
Scene set - Go!
Man muss es offen zugeben, dass hier schon ein bisschen Ironie in der Tatsache steckt, dass man mit einer internationalen Crew in Japan einmarschiert, um den Amada Konzern zu infiltrieren. Mit einem Team aus Amerikanern (Ex-Special Forces), Briten (Ex-Mi6), Chinesen (Volksbefreiungsarmee) und Franzosen sowie weiteren Anhängern, macht man sich schwer bewaffnet daran, die japanische Oberstadt von Tokyo zu infiltrieren. Schön wäre es, wenn man dabei unbeobachtet bleiben würde, aber die Yankees können nicht so wirklich leise sein und die Franzosen stehen wohl auch eher auf große Auftritte, während die Bauern aus China mit anderen Werten glänzen. So zumindest die Klischees, die mehr als einmal bedient werden. Unterstützt durch das Militär wird die sogenannte RUST-Crew (in den Untertiteln Rost-Crew, in den Logos RUST...) also den Auftrag ausführen.
Ihr schlüpft hierbei in die Rolle von Dan Marshall bzw. schaut ihm typisch für heutige Third-Person-Shooter über die rechte Schulter. Dan Marshall ist ein Ex-Special-Forces Agent, der unter anderem mit dem Spitznamen "Survivor" gezeichnet ist, was ja allein schon mal verrät, wer hier die Hosen an hat. Die typische Third-Person-Ansicht ist absolut in Ordnung, wenn man darauf achtet, in Deckungen und hinter Pfeilern nicht nur das Fadenkreuz, sondern auch die Gewehr-Mündung im Auge zu behalten, damit die Schüsse auch an der Mauer vor einem vorbeikommen.
Um Dan Marshall formiert sich die RUST-Crew - ein Team aus Spezialisten, die je nach Person natürlich in ihre eigenen Fähigkeiten haben und Dan als Schafschützen oder Sprengmeister zur Seite stehen. Dans Fähigkeiten sowie die der Teammitglieder kann man an überall verteilten Shops gegen Bargeld aufwerten, doch leider nur die Attribute der Waffen und Personen, nicht das Aussehen oder die Rüstungen. Das Geld verdient man mit unserer ganz eigenen Art, nämlich indem man Roboter eliminiert und in möglichst viele Einzelteile zerlegt. Zwischen den Kapiteln wird man immer wieder in zwei Gruppen getrennt und der Spieler kann auswählen, welche Teammitglieder ihn begleiten sollen.
Das Team um Dan Marshall findet sich nach und nach in den Levels zusammen, soviel sei schon mal vorweg verraten. Da in Japan jedoch jeder ohne gültige ID automatisch als Volksfeind angesehen wird, werden sämtliche Sicherheitsroboter des Amada Konzerns auf die Fährte der RUST-Crew angesetzt und man muss sich den Weg freischießen.
Hier wird zerlegt wie beim Klempner
Das Schadensmodell der gegnerischen Einheiten ist einfach erstklassig. Von außen sind die Roboter der verschiedenen Klassen mit einem Exo-Skelett versehen, das durch die Waffen abgeschossen werden kann. Darunter kommt dann die Technik und Mechanik zum Vorschein, die man mit gezielten Schüssen außer Gefecht setzen muss. Aber die Gegner sind Roboter und so muss der Gegner immer ganz zerstört werden. Schießt man beispielsweise nur die Beine ab, schnappen sich die Roboter die Waffe und ballern weiter oder kriechen auf uns zu. Schießt man den rechten Arm ab, nehmen sie die Waffe mit dem linken wieder auf und weiter geht es. Wenn man aber durch gezielte Schüsse den Kopf abtrennt, wendet sich der Roboter gegen die eigenen Truppen und schießt wild um sich. Die Mechanik und Intelligenz der K.I. sind hier sehr gut ausgeglichen. Das Waffenarsenal ist aber mehr oder weniger Standard - eine Handfeuerwaffe mit unendlich viel Munition, eine Primärwaffe, die man nicht wechseln kann, eine Sekundärwaffe (Maschinenpistole, Sniper, Bazooka, Minigun usw.) und ein Slot für Granaten. Die Auswahl erfolgt über das Steuerkreuz.
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