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Es gibt mehr als nur einen Duke
Wie beim Singleplayer-Modus bekommt man auch beim Multiplayer-Modus schnell ein Retro-Gefühl und den Eindruck, dass der Duke zu spät dran ist. Somit solltet ihr keine Wunder oder innovative Ideen erwarten.
Euch stehen vier Multiplayer-Modi zur Verfügung. Dazu zählen Deathmatch, Team Deathmatch, King of the Hill und Capture the Flag. Letzter Modus heißt beim Duke "Capture the Babe" und wurde vor allem in den USA kontrovers diskutiert, da man statt der Flagge Frauen stehlen und in die eigene Basis bringen muss und die Frauen dabei auch noch schlagen kann.
Auch wenn der Multiplayer-Modus vom Feature-Set nicht an den Standard heutiger Top-Titel herankommt, kann man durchaus seinen Spaß haben. Das liegt aber mehr am Spielwitz und am relativ hohen Spieltempo als an einem innovativen Gameplay. Es ist einfach sehr amüsant durch die lustigen Level wie etwa eine Duke Burger-Filiale zu laufen (geschrumpft), die Waffen wie die Shrinking Gun zum Schrumpfen und Zertrampeln eurer Gegner zu verwenden oder mit dem Jetpack durch die Areale zu fliegen. Was Duke Nukem Forever ein wenig von anderen Shootern unterscheidet (besonders auf den Konsolen), ist die Möglichkeit, sogenannte Mutators zu aktivieren und so seine eigenen Spielregeln zu kreieren. Mit den Mutators lassen sich zum Beispiel nur besonders schlagkräftige Waffen aktivieren oder die Lebensenergie jedes Mitspielers festlegen.
Staub angesetzt
Wer bisher aufmerksam mitgelesen hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass Duke Nukem Forever aufgrund seiner langen Entwicklungszeit spielerisch nicht mehr mit den ganz Großen im Genre mithalten kann. Wir sind zwar froh, dass der Duke endlich im Laden steht, trotz seines Alters auch durchaus Spaß macht und nach der Übernahme der Arbeiten durch Gearbox nicht nochmals mit einer neuen Engine angefangen wurde, gleichzeitig ist aber die Technik auch eine der deutlichsten Indizien dafür, dass das Spiel schon vor vielen Jahren hätte fertig sein müssen, um optisch noch irgendwie konkurrieren zu können.
Basis für Duke Nukem Forever ist die Unreal 2-Engine, die zwar im Laufe des ungewöhnlich langen Entwicklungsprozesses stetig umgeschrieben und modifiziert wurde, doch das Alter sieht man dem Spiel visuell trotzdem an. Die wenigen wirklich hübschen Grafikeffekte wie Normal-Mapping und andere Shader-Effekte können keinesfalls über die vielen Schwächen hinwegtäuschen. Sowohl Objekte als auch Charakter-Modelle sind viel zu Detail-arm, die Level sind sehr schlauchartig und bieten kaum Freiraum zum Erkunden, die Animationen wirken etwas holperig und die Texturen sind sehr matschig. Bei den Texturen kommt die PS3-Version gegenüber der Xbox 360-Version sogar noch am besten weg, denn auf der Sony-Konsole haben z.B. die Poster an Wänden und die Texturen allgemein noch eine annehmbare Qualität und sind nicht zu stark verpixelt, gleichzeitig aber auch nicht wirklich atemberaubend. Auf der Xbox 360 hingegen muss man merklich schlechtere Texturen hinnehmen, was zu noch viel pixeligeren Oberflächen führt. Ein Graus sind auch die langen Ladezeiten. Auf der PlayStation 3 wartet man nach jedem Ableben gut 30 Sekunden auf den Neustart am letzten Checkpoint - trotz Installation! Die Xbox 360 ist nur geringfügig schneller und Spieler werden auch hier für rund 30 Sekunden zur Untätigkeit verbannt.
Das Original ist nicht zu toppen
Etwas kritisch sehen wir auch die deutsche Sprachausgabe. Im englischen Original ist die Stimme des Duke so prägnant, so cool und so passend, dass jede Lokalisierung dagegen nur verlieren kann. Wieso 2K Games und Gearbox Software es nicht einfach bei der Originalstimme belassen haben und deutsche Untertitel eingefügt wurden, ist uns ein Rätsel.
In der deutschen Fassung spricht Manfred Lehmann den Duke, dessen Stimme wohl alle von euch kennen werden, denn der gute Herr Lehmann leiht auch Bruce Willis regelmäßig seine Stimme. Neben dem Flair geht aber auch eine Menge Coolness in den Sprüchen von Duke Nukem verloren und diese sind im englischen Original einfach nur ein Garant für ständiges Grinsen und derbe Lacher.
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