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Überredungskünste und allerlei Nebenaufgaben
Fable III bietet mit gut über 20 Stunden Spieldauer ein ordentliches Maß an Unterhaltung. Neben der anfänglichen Hauptaufgabe, in der es darum geht, die Stammesführer der einzelnen Gebiete auf seine Seite zu ziehen, gibt es darüber hinaus wirklich viele Nebenaufgaben. Diese spielen sich durchweg abwechslungsreich und bieten neben den gewohnten Beschaffungs-, Eskortier- und Beseitigungsaufgaben auch durchaus kreative Tätigkeitsfelder für den gespannten Spieler. So geht es an einer Stelle beispielsweise darum, ein Theaterstück zu inszenieren und dabei möglichst großen Erfolg zu haben.
Natürlich hat sich das Team um Designer-Legende Peter Molyneux nicht lumpen lassen und lässt in keinem Moment des Spiels den Humor missen, der in typisch englischer Manier mal schräg, dann wieder subtil witzig daher kommt, um zudem kein Klischee außer Acht zu lassen. Neben den Quests gesellen sich in Albion noch weitere Nebentätigkeiten zu der Handlung. So ist es möglich, sich entweder ein Haus zu kaufen, seine Geliebte zu heiraten oder gar ein Geschäft zu eröffnen, um nebenher etwas Geld für die Schatzkammer hinzu zu verdienen. Das alles dient zwar dazu, die Spielzeit etwas in die Länge zu ziehen, funktioniert aber wunderbar und motiviert hinreichend, um sich die weite Welt von Albion mal genauer anzuschauen.
Auf der Siegerstraße
Als größere Neuerung ist das hinzukommen der Siegerstraße als Feature zu nennen. Diese Straße ist dabei kein auf der Karte verzeichneter Ort, sondern eine durch den Talisman des Vaters erreichbare Zwischendimension, die in bildlicher Form den Fortschritt im Spiel wiederspiegelt.
Je mehr Einfluss der Spieler im Verlaufe des Abenteuers bei den Bewohnern des Landes verdient hat oder je mehr Erfahrung er in den Kämpfen gewonnen hat, desto höher ist sein Punktekontostand und neue Abschnitte der Siegerstraße lassen sich öffnen. In diesen stehen wiederum eine Reihe von Truhen, die sich für ebenfalls eine bestimmte Anzahl von Punkten öffnen lassen, um so zum Beispiel an neue Skill-Aufbesserungen, Zaubersprüche oder Verträge zu kommen, die es eben ermöglichen, den besagten Laden zu eröffnen oder ein Haus zu kaufen. Hat man dann die Siegerstraße hinter sich gelassen, gelangt man schlussendlich zum Schloss, das dann das Ziel der ersten Spielhälfte symbolisiert.
Nicht neu, aber schön
Die Technik, die Fable III anfeuert, ist keineswegs als innovativ, neu oder besonders fortschrittlich zu bezeichnen. Der Comiclook erledigt das Nötigste, um die polygonarmen Landschaften und Charaktermodelle zu übertünchen. Auch sind weder Raumarchitektur noch Beleuchtung mit denen aktueller Grafikperlen zu vergleichen, dennoch kann die Grafik unter dem Strich überzeugen und mit seinem Charme und den liebevoll und vielseitig animierten Figuren einiges wieder wett machen. Auf dem PC ist die optische Präsentation aber trotzdem eine maßlose Untertreibung der Auslastungsmöglichkeit sowie Leistungsressourcen, die mittlerweile in vielen Heimrechnern schlummern. Immerhin läuft dann auf den meisten Systemen aber auch alles flüssig.
Gelegentliche Schwächen, die den Gesamteindruck etwas trüben
Dass Fable III nicht an allen Enden und Ecken nur glänzt, soll bei all den positiven Aspekten aber nicht unerwähnt bleiben. Obwohl Spielfluss, Idee und Mechanik ineinander greifen, sind es unter anderem die optischen Schwächen, die den Gesamteindruck für ein angebliches AAA-Spiel wie Fable III etwas trüben.
Aber auch der niedrige Schwierigkeitsgrad macht aus dem Rollenspiel nicht unbedingt eine große Herausforderung. Ernüchternder fällt dann noch auf, dass zügig von Szene zu Szene und dem mitunter linearen Handlungsverlauf schon ein wenig Langeweile entsteht, eben weil der Spieler zu stark unterfordert wird.
Zwar ist der simple Charakter des Spiels gut, um eine möglichst breite Käuferschicht anzusprechen, doch das Fehlen von Fertigkeiten samt Crafting-Systems für gefundene Gegenstände lässt die für viele Rollenspieler und potentielle Käufer wichtige Komplexität eindeutig missen. Dieser Faden zieht sich weiter bis zum Kampfsystem, das ebenso unter dem Motto steht: Möglichst simpel! Bei dem recht rabiaten Button-Mashing und wenig taktischer Tiefe bleibt ein zwar taugliches, dennoch aber zu einfach gestricktes Kampfsystem.
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