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Wieder einmal steht das von den Lionhead Studios erschaffene Fantasy-Reich Albion am Rande des Abgrunds und eine dunkle Bedrohung könnte die Länder um allerlei Genre-typische Kreaturen vernichten. Wirklich neu ist jener Geschichtsaufbau nicht, dennoch schafft es Fable III trotz der dritten Auflage auch genügend Neuerungen in den neusten Teil der Serie zu integrieren und seinen ganz eigenen Charme jenseits der Genre-Konkurrenz zu bilden. Ob dies allerdings reicht, um weiterhin bei den Top-Rollenspielen mitzukämpfen, lest ihr in unserem Test.
Fantasy goes Industrie-Zeitalter
Vorbei sind jene Zeiten, in denen lediglich die Magie das Land durchzog und mythische Kreaturen die Wüsten, Täler und Berge beherrschten. In Albion, der Welt der Fable-Serie aus dem Hause Lionhead, weht ein völlig anderer Wind als in den meisten bekannten Fantasy-Königreichen. Hier hat die Entwicklung der Zukunft deutlich seine Spuren hinterlassen und da, wo damals lediglich Drachen Feuer spuckten, ragen nun nur noch größere Fabrikschornsteine hervor und speien schwarze Wolken in den Himmel. Es ist natürlich die Zeit der Industrialisierung. Die Tage, an denen die Stärke der Monarchie langsam geschwächt wird und innerhalb der unteren Klasse ein Geist umhergeht, der sich dann zu einem gemeinsamen Akt der Revolution formt, haben längst begonnen.
Was hier schon etwas wie die Niederschrift von Marx klingt, ist der grobe Rahmen des neuen Szenarios, das Fable III für den Spieler bereit hält. Natürlich muss auch jedem im Vorfeld bewusst sein, dass jene Szenerie nicht in seiner gänzlichen Komplexität an den Spieler herangetragen wird, wie es die geschichtlichen Erfahrungen um jene Revolutionen zulassen würden, denn Fable III ist genau wie seine Vorgänger ein Rollenspiel der einfachen Machart mit relativ simplen Mechanismen und einem eingängigen, nachvollziehbaren und intuitiven Gameplay.
Dieses Mal müsst ihr euch als guter oder böser Revolutionsführer beweisen, nachdem sich in der Geschichte um den neuen Helden der plakativ deutlich bösere Bruder als regierender Monarch gegen die Meinung des Volkes richtet und die bestehende Staatsform der Monarchie in einer negativen Version, nämlich die der Tyrannei, versinken lässt. Als Held des Spiels geht es nun darum, die Anführer kleinerer Gebiete für eine größere Gruppierung zu rekrutieren und damit die Revolution anzuzetteln. Die Gesinnung des Hauptcharakters wird dabei gemächlich im Laufe des Spiels ermittelt und erlaubt natürlich auch Zwischenstufen zwischen strahlend gut und abgrundtief böse. Ab der Mitte des Spiels besteigt der Held dann selbst den Thron, um entweder böse weiter zu regieren oder als guter Anführer alles anders zu machen. Neu ist jedoch, dass ab diesem Zeitpunkt eine dunkle Armee versucht, gegen das Reich zu kämpfen. Von nun an muss innerhalb eines Jahres genügend Geld verdient werden, um den Krieg zu den eigenen Gunsten zu entscheiden. Wie also genau die Geschichte von Fable III ausgeht, liegt auch in der Hand des Spielers.
Rollenspiel für Einsteiger
Dass die Fable-Serie weniger für die Gruppe der Hardcore-Rollenspieler konzipiert ist, dürfte vielleicht einigen von euch schon seit dem ersten Teil bekannt sein. Auch im dritten Ableger verläuft alles wie am Schnürchen und weder ein hoher Schwierigkeitsgrad noch eine intensive Charakterbildung mit elender Herumplackerei, unzähligen Fertigkeiten und Skilltrees treiben den Spieler in den Wahnsinn. Stattdessen erwartet euch wie gewohnt eine bunte Welt voller guter oder böser Charaktere, die teils wie aus dem Märchenband der Gebrüder Grimm geschnitten scheinen.
Auch das Magiesystem ist recht übersichtlich gehalten, doch wen stört es, wenn der Spielfluss stimmt? Genau das aber bietet Fable III - gepaart mit seiner durchaus interessanten Hintergrundgeschichte. Auffällig ist auch bei diesem Teil, dass über ein ausgedehntes Tutoriell jedes Detail ausführlich erklärt wird, ohne dass auf langweilige Texttafeln zurück gegriffen werden müsste. Stattdessen erklären der hauseigene Diener oder ein bekannter Freund all jene wichtigen Schritte. Das Gute daran ist, dass dies trotz hoher Einsteigerfreundlichkeit auch durchaus nötig ist, da im Detail viele Dinge verändert bzw. angepasst werden können, um u.a. im späteren Spielverlauf das Königreich erfolgreich managen zu können.
Königreich managen? Klingt nun nach einer wirklich komplexen und fast schon Aufbaustrategie-artigen Aufgabe, die ab Mitte des Spiels auf den Spieler zukommt… Das ist es jedoch nicht wirklich. Tatsächlich geht es um bestimmte Entscheidungen, die im Laufe des Spieles getroffen werden müssen, doch sind die Auswirkungen eher gering, der nicht-lineare Schein ist schnell verflogen und lediglich die Stimme des Volkes erklingt marginal anders. Der Spielfortschritt bleibt bis auf kleinere Punkte fast unverändert.
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