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Natürlich könnt ihr euch den Weg zum Missionsziel selbst aussuchen und mit dem Fahrzeug die Straßen durchfahren, die ihr zum Ziel nehmen wollt, es gibt aber eigentlich keinen wirklich zwingenden Grund, zwischen den Missionen die Stadt zu erkunden und nicht zurück ins Apartment zu fahren, um den Tag abzuschließen und die nächste Mission zu starten. Die Missionen sind zwar Genre-üblich sehr facettenreich und reichen von Lieferaufträgen, über Diamantenraub bis hin zu Auftragsmorden, doch das war es dann aber auch schon. Nebenbeschäftigungen sind bei Mafia II viel zu kurz gekommen und wo GTA IV beispielsweise fast endlose Möglichkeiten bietet, um sich die Zeit zu vertreiben und sein hart verdientes Geld in zahlreichen Mini-Spielen oder beim Bordellbesuch zu verschleudern, darf man sich in Mafia II gerade mal noch an der Bar betrinken.
Aber egal ob ihr auf dem Weg zu einer Mission seid oder Sightseeing betreibt, ein Risiko ist immer die überempfindliche Polizei. Diese fahndet unabhängig voneinander nicht nur nach eurem Auto, sondern sucht auch nach euch als Person, so dass das Wechseln des Fluchtwagens oft keine Abhilfe schafft und ihr euch umziehen müsst. Außerdem reicht schon zu schnelles Fahren in der Stadt, um die Polizei für ein aggressives Eingreifen zu motivieren. Dieser Aspekt knabbert ebenfalls ein wenig am Spielspaß und ist eigentlich überflüssig.
Packende Action
Wirklich gelungen zeigt sich die Shooter-Seite von Mafia II. Vito geht mit allerlei Ballermännern seinen Aufträgen nach und sorgt damit für jede Menge Action und Kleinholz. Dank des Cover-Systems verschanzt ihr euch blitzschnell hinter Objekten wie Fahrzeugen oder Mauern und nehmt eure Gegner aus der Deckung heraus aufs Korn, was bis auf vereinzelte Kameraprobleme an den äußeren Bereichen der Objekte auch gut funktioniert. Hier und da ist dann leider ein Teil der Deckung in eurem Sichtfeld und erschwert das Zielen.
Auch wenn die gegnerische K.I. nicht sehr intelligent ist, so kommen dennoch sehr spaßige und gut inszenierte Action-Szenen auf, die durch die hervorragende Physikengine noch deutlich an Überzeugung gewinnen. Ihr könnt die Reifen eines Fahrzeugs platt schießen oder das ganze Teil komplett in die Luft jagen, was durchaus eindrucksvoll aussieht, genau wie beim Interieur der Gebäude. Leider werden die Schusswechsel relativ schnell langweilig, da zum einen viele gescriptete Events einsetzen und diese keinerlei Dynamik vermitteln und jedes Mal identisch ablaufen, zum anderen verkommen die Action-Szenen zur Physik-Demonstration ohne eigene Seele. An der tollen Physik hat man sich aber irgendwann auch satt gesehen und man versucht Rambo mit stupidem Geballer schlecht aussehen zu lassen.
Tolle Physik
Mafia II drängt sich optisch nicht unbedingt auf, auch wenn das Spiel keineswegs schlecht aussieht. Empire Bay macht grundsätzlich einen hervorragenden Eindruck, ist riesig, abwechslungsreich und fängt das Flair der 40er- und 50er Jahre sehr gut ein. Wirklich bedauerlich, dass die Straßen beinahe leer sind und somit kaum Belebung vermitteln.
Technischer Star ist auf jeden Fall die geniale Physikengine, die nahezu jedes Objekt beeindruckend zu Bruch gehen lässt. Sich als Entwickler jedoch nur darauf verlassen, das kann man heutzutage nicht mehr bringen. Deswegen enttäuschen die sehr hölzernen Animationen umso mehr, auch werden bei manchen Aktionen gar keine Animationen angezeigt oder in der Mitte der Ausführung abgebrochen. Tragt ihr mit Vito z.B. eine Kiste und stellt diese ab, beginnt der gute Vito zwar mit dem Absetzen, doch plötzlich liegt die Kiste wie durch Zauberhand am richtigen Platz. Hinzu kommen Schönheitsfehler wie Tearing, Clipping, mittelmäßige Texturen oder kleine Slowdowns.
Musikalisch bewegt sich Mafia II natürlich Mitte des vergangenen Jahrhunderts, dementsprechend ertönen im Radio auch die passenden Songs und Durchsagen. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gut gelungen, aber kein Wunderwerk. Wie sooft ist das englische Original für echte Fans, die die dichteste Atmosphäre genießen wollen, Pflicht.
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