Napoleon: Total War
Napoleon: Total War
Ob in der Rolle Napoleons oder gegen ihn: Die Geschichte wird neu geschrieben!
05.05.10 um 01:03 von Stefan
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Vor rund einem Jahr veröffentlichte Creative Assembly mit Empire: Total War ein sehr überzeugendes Strategiespiel, das nahezu den Höhepunkt der Serie markierte. Etwas fragwürdig war jedoch das Vorgehen, den Mehrspieler-Modus nur über einen Patch anzubieten, der zudem bestenfalls in einer Beta-Fassung veröffentlicht wurde. Fakt ist, dass der Support via Patches mit der Zeit nachgelassen hat und die Entwickler mehr Zeit mit der Entwicklung des Nachfolgers verbrachten. Mit Napoleon: Total War steht also die neuste Ausgabe der Strategie-Reihe in den Läden und muss den Beweis antreten, ob es mehr ist als nur eine leicht verbesserte Version des Vorgängers.

Kleiner Mann ganz groß
Darf ich vorstellen: Napoleon Bonaparte! Napoleon, seines Zeichens echter Korse, war damaliger französischer General, Staatsmann und Kaiser in einer Person. Jene Persönlichkeit scheint doch ideal dazu geeignet, das Frontschwein des nächsten Total War-Titels zu mimen, insbesondere, wenn dieser das damalige Europa von Madrid bis Moskau unter seinen Fittiche bringen wollte.
Bereits Leo Tolstoi beschrieb in seinem Weltroman “Krieg und Frieden” die Feldzüge des kleinen Kriegsherrn so detailliert als wäre der Leser Teil jener großen Schlachten wie der von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino. Dennoch ist Weltliteratur das, was es ist: Nicht jeder schafft einen 1600 Seiten schweren Roman, zumal mit dem technischen Fortschritt in virtuellen Welten heutzutage eindeutig mehr möglich ist. Dies ist somit das Zeichen für den Sprung in die Welt von Napoleon: Total War. Mit einer grafisch durchaus ansprechenden Präsentation darf der Spieler in drei Kampagnen in die Rolle des kleinen Mannes schlüpfen und von Ägypten übrt Italien bis hin zu einer großräumigen Europakampagne berühmte Schlachten nachspielen.

Auf ins neue Total War-Geschehen
Wenn man der Napoleon-Ausgabe der Total War-Reihe etwas zugutehalten muss, dann dass aus Fehlern eindeutig gelernt wurde und nervige Bugs wie noch beim Vorgänger geschickt ausbügelt wurden.
So agiert die K.I. auf den Schlachtfeldern als auch auf der Rundenstrategie-Karte wesentlich intelligenter als zuvor, außerdem ist grafisch einiges optimiert worden, womit sich Massenschlachten und Belagerungen nicht mehr in eine Animationskatastrophe verwandeln. Die Grafik ist sogar mehr als nur schön geworden ist: Einheiten sehen aus der Nähe enorm detailliert aus und der Spieler möchte während des Geschehens am liebsten dicht beim Mann stehen, wenn man nicht auch die Strategie im Auge behalten müsste. Hinzu kommt die verbesserte Stabilität des Programms, denn wo sich Empire: Total War gerne mal in den spannendsten Phasen aufhängte, lief Napoleon: Total War sehr stabil und stürzte nur selten ab. Doch wo es etwas zu loben gibt, sind Kritikpunkte oft nicht weit…

Die ersten drei Kampagnen zum Beispiel sind wenig spannend und lassen das beliebte “Nur-noch-eine-Stadt-erobern”/”Nur-noch-eine-Runde”-Flair größtenteils vermissen, da diese schlicht zu kurz und zu gradlinig verlaufen.
Darüber hinaus lassen sich zwar die Feldzüge in Norditalien und Ägypten nachspielen, allerdings ausschließlich mit Frankreich und auf einer engen Regionalkarte, auf denen ihr eine Provinz nach der anderen unterjocht. So werden in den rund vier bis fünf Stunden andauernden Kampagnen hauptsächlich Einheiten verschoben und Armeen aus dem Boden gestampft, während die Überraschungsmomente dabei fast gänzlich fehlen.

…doch wieder ein Lichtblick
Das eigentliche Highlight der Kampagne ist aber dann der dritte Feldzug in Europa. Hier geht es in klassischer Total-War-Manie darum, sich neben dem Militär auch um die Wirtschaft und die Diplomatie zu kümmern. Auf Seiten der Franzosen ist das allerdings erst möglich, nachdem die ersten beiden Feldzüge gemeistert wurden, wohingegen die anderen Nationen (Preußen, England, Österreich, Russland) gleich ins Gefecht ziehen und kämpfen dürfen.
 Screenshots
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 Facts
Name: Napoleon: Total War
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: The Creative Assembly/Sega
Genre: Strategie/Simulation
Spieler: 1-4 (online)
HDTV bis zu: -
Speicher: 18GB Festplattenspeicher
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Strategen aller Art.
Release:23.02.10
 Pro + Cons
 PRO:
+ Verbesserte K.I.
+ Tolle dritte Kampagne
+ Überzeugender Mehrspieler-Modus
+ Sehr ansehnliche Grafik
+ Historisch detailliert in Story wie in Grafik
+ Jahreszeitenwechsel
 CONTRA:
- Ersten beiden Feldzüge eher schwach
- Kein Endlosspiel mit allen Fraktionen
- Nur eingeschränkte Europakarte
- Weniger umfangreich/komplex als Empire: Total War
- Teils Wegfindungsprobleme der Einheiten
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