Der Herr der Ringe: Die Eroberung
Der Herr der Ringe: Die Eroberung
Frodo ist gescheitert? EA macht es möglich! Der Test für PS3 und Xbox 360.
21.01.09 um 14:27 von Thomas M.
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Die Identifikation mit einer Hauptperson oder einem Krieger leidet an dieser Stelle, da wir uns immer wieder in verschiedenen Rollen wiederfinden und oft hin und her springen. An den eroberten Punkten können wir während der Missionen die Klasse wechseln, da ansonsten die Schlacht nicht zu gewinnen ist und man die unterschiedlichen Fähigkeiten benötigt. Hier kann es durchaus frusten, wenn man immer wieder stirbt bis man den Charakter wechseln und mit einem Aha-Effekt die Schlacht auf einfachste Weise für sich entscheiden kann. Dass der Rest der Truppen diese Klasse im Vorfeld ebenfalls belegt, ist allenfalls blamabel für die Intelligenz der Computergegner.
Das Ziel der Missionen ist ebenfalls durchgehend identisch: Im Wesentlichen geht es immer darum, nach und nach bestimmte Punkte auf der Karte zu erobern und für eine gewisse Zeit zu halten bis der nächste Punkt erobert oder ein Endgegner niedergemetzelt werden muss. Das eigentlische Schlachtgeschehen findet oft im Hintergrund statt, den wir als Spieler nicht betreten können. So stehen wir oft durch die mäßigen Kameraperspektiven auf unüberschaubarem Boden einer sehr überschaubaren Anzahl an Gegnern gegenüber, die wir je nach Charakter-Klasse mehr oder weniger leicht niedermetzeln.
Die Schlachten spielen wir an den Original-Schauplätzen mit manchmal leicht veränderter Storyline. Wir stellen uns beispielsweise bei der Schlacht um den Orthanc Turm in einem Boss Kampf Saruman persönlich in der Rolle Gandalfs! Andere Schlachten finden im Film wenig Erwähnung und bieten uns daher neue Abschnitte, die die Story um Mittelerde mehr oder weniger sinnvoll erweitern. Zusammen mit Gimli kämpfen wir zusammen in den Mienen von Moria, nachdem Gandalf beim Kampf um den Balrog ums Leben kam und der Rest der Gemeinschaft irgendwo anders herumhängt.

Und Legolas, was sieht dein Elbenauge?
Die Bewegung der Kamera und des Spielers mit dem rechten und linken Analog-Stick verläuft sauber und flüssig und ist somit eingängig, sodass schon nach wenigen Minuten auch die schweren Kombo-Attacken gelingen, die man auch unbedingt benötigt, wenn man sich den Endgegnern stellt. Als kleines Schmankerl lassen sich die Trolle und Olifanten mit gerade zu spielerisch einfachen Kombinationen ausschalten. Hier machen wir es genauso wie Legolas im Film und klettern an der Seite auf die Schulter und erschlagen die Olifanten mit nur einem Schlag. Merkwürdig ist nur, dass diese Fähigkeit der Bogenschützen-Klasse vorbehalten ist.
Die einfache Steuerung ist jedoch Stärke und Schwachpunkt zugleich. Auch wenn man die Steuerung begriffen hat, ermöglicht die schlechte K.I. der Gegner kaum ein flüssiges Spielerlebnis und man verliert auch bei gekonnten Aktionen schnell die Übersicht. Eine Interaktion von Spieler und Umgebung findet ebenfalls nicht wirklich statt. Pfützen oder Flussbetten reagieren nicht auf unsere Bewegungen und der Spieler selbst sieht immer aus wie frisch herausgeputzt und so ist die altbackene Grafik wohl die augenscheinlichste Schwachstelle dieses Spiels. Zeitgemäß ist einfach anders und so enttäuschen die eintönigen Farben und die scharfen Kanten an allen Ecken und Enden. Die Texturen wirken einfallslos und der Mangel an Details ist geradezu erschreckend. In einem Pixelgewitter von 720p wurden die Schauplätze kaum annehmbar dargestellt und wir müssen schon wirklich Phantasie aufbringen, um die Schauplätze im Spiel auch nur annähernd wiederzuerkennen.
Ein wirklicher Lichtblick sind die Zwischensequenzen mit Original-Szenen aus den Filmen, guter Aufbereitung und dem bekannten Soundtrack. Eine wünschenswerte Ergänzung wären hier nur die Original-Stimmen der Synchronsprecher gewesen, da die verwendeten Stimmen oft nicht einmal ähnlich klingen. Im Spiel werden wir ebenfalls vom Herr der Ringe-Soundtrack begleitet und von den Kameraden in der Schlacht mit immer wieder identischen Samples auf die Missionsziele hingewiesen.

Dann bilden wir halt unsere eigene Gemeinschaft...
Aufgrund der genannten Unzulänglichkeiten ist der Singleplayer-Modus fast eine Farce. Beide Kampagnen sind für ambitionierte Spieler in jeweils unter drei Stunden zu schaffen. Hängt man sich an einer Mission auf, fehlt es einem schnell an Lust, die Mission überhaupt neu anzugehen. Gut gelungen ist hingegen die weitergesponnene Geschichte, die dort beginnt, wo Frodo den Ring in den Schicksalsberg werfen will. Hier holen wir uns den Ring als Nasgul, geben ihn Sauron und unterjochen dann Minas Tirith, Bruchtal und zu guter letzt das Auenland im Namen des dunkeln Herrschers.
Der Multiplayer-Modus ist dagegen ein kleiner Lichtblick, der das Spiel vor dem Umtausch bewahren könnte. Neben dem Splitscreen-Modus, mit dem man die Missionen im Koop-Modus spielen kann, bietet der Online-Modus Schlachten mit bis zu 16 Spielern gleichzeitig. So kann man im Team Deathmatch oder in den Capture-The-Flag-Varianten durchaus einige Zeit verbringen. Neben den bekannten Modi verbirgt sich auch der "Finde den Ring"- Modus, bei der ein Spieler Frodo spielt und alle anderen in die Rolle der Nasgul schlüpfen. Je länger Frodo überlebt, desto mehr Punkte bekommt der Spieler. Am Ende wird es wohl nur der Online-Modus sein, der dieses Spiel vor dem Verstauben im Regal retten kann.
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 Facts
Name: Der Herr der Ringe: Die Eroberung
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Pandemic/Electronic Arts
Genre: Action
Spieler: 1-16 (online)
HDTV bis zu: 720p
PS Network: Onlinespiele/Ranglisten/Content Download
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: knallharte Herr der Ringe-Fetischisten.
Release:15.01.09
 Pro + Cons
 PRO:
+ Helden wiedererkennbar
+ Guter Soundtrack
+ Einfache Steuerung
+ Singleplayer im Koop-Modus
+ Online-Modus
 CONTRA:
- Helden spielen sich wie normale Charaktere
- Schlechte Kameraführung
- Sprach-Samples wiederholen sich zu oft
- Altbackene Grafik und schwache Texturen
- Schlechte Atmosphäre
- Chaotischer Spielablauf
- K.I. reagiert z.T. nicht
- Schauplätze kaum wierderzuerkennen
- Altes Konzept, keine Innovationen
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