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Mit Need for Speed: ProStreet schickt Erfolgspublisher und Urvater der Arcadefreude Electronic Arts den nunmehr elften Teil der erfolgreichsten Karossenjagd ins Rennen.
GamePire ließ es sich nicht nehmen, EAs jüngstes Silberscheibchen auf Herz und Nieren zu testen – den Teilzeitmechaniker raushängen zu lassen, mit virtuellen Edelboliden von BMW, Porsche und co. die ein oder andere Bestzeit in den Asphalt zu brennen.
Lest in folgenden Zeilen wie sich Need for Speed: ProStreet im Next-Generation-Dschungel zurechtfindet und ob es genügend Innovation aufbringt, der direkten Konkurrenz von Ridge Racer 7 und Burnout die Stirn zu bieten.
Der Jugend ins Herz
So, da ist er also nun – der elfte Arcadebrenner vom Marktführer.
Schnell die Folie abgerissen, die Bluray-Hülle mit altbekanntem Knacks geöffnet und den filigranen Silberteller in Sonys hungrigen Schlund geschoben – es kann losgehen!
Nach kurzer Ladezeit und imposantem Intro in gewohnter Luxusgrafik wird der Spieler auch schon direkt in feinstem Denglisch gefragt, ob er „Casual“, „Midskilled“ oder doch eher „Racer“ sei. Ich persönlich empfehle aufgrund des nahezu gar nicht vorhandenen Schwierigkeitsgrades die zweite Option. Anbei ein kurzes Daumenstaccato aufs blaue X und schon strahlt euch das Menü von ProStreet entgegen – wie gewohnt mit feinsten Animationen und aktuellen Welthits zur Erquickung der Ohren.
Noch bevor eure Stoßstange jedoch Premiere auf der Startlinie feiert, erfüllt EA kurzerhand seine Pflicht und rückt verkehrspolizeilich in die Offensive; appelliert in bekannter „Don’t do this at home“ – Manier an die Vernunft der Spieler, derlei Rennen nicht privat, schon gar nicht aber auf öffentlichen Straßen durchzuführen.
Ohne die ausschmückende Videoanimation wirkte dies jedoch nicht anders als ein schlechter Witz, spülten doch eben jene Streetracing-Titel haufenweise Schotter in EAs Kassen.
Untergrund zu Tage
Streetracing ist das Stichwort!
Ein oldschool-NFS war es, das man versprach. Weg vom Big City Nightlife und illegalen Straßenrennen, hin zur Tradition – Raser der ersten Stunde und Nostalgiker aufgepasst!
Auch ich persönlich war von dem Gedanken sehr angetan und voll von Vorfreude. Umso perplexer war ich, als meine erste Stunde im ProStreet-Karrieremodus verstrich: Drift- und Dragraces en masse, zudem eine virtuelle Landkarte, auf der wir uns von Event zu Event hangeln. An was erinnert uns das? Hey, mach mal den Himmel dunkel – achja, Need for Speed Underground lässt grüßen!
Wenngleich der Schritt zurück zur tradierten Form des Rasens nicht so ganz geglückt ist, kann man jedoch nicht behaupten, dass das jüngste NFS keinerlei Neuerungen mit sich bringt.
So ist ein hoch entwickeltes, durchaus ansehnliches Schadensmodell ins Rampenlicht gerückt – klapprige Motorhauben, die sich bei voller Fahrt von der Karosserie zu trennen gedenken, eingebeulte Türen und zersplitterte Scheinwerfer erfreuen nicht nur das Auge, sondern fallen mitunter auch ganz schön schwer in den virtuellen Geldbeutel.
Ja, dieser arcadelastige Racer ist wahrlich ein feines Männerspielzeug. Vom kleinen Bobbycar-Akrobaten bis zum Passat-Fahrer, die nach dem lahmen Getümmel im Feierabendverkehr gerne mal die Auspuffanlagen der heimischen PlayStation röhren lassen sei hier jeder vom Fahrspaß gepackt – zumindest für rund 120 Minuten. Womit wir auch schon beim schärfsten Kritikpunkt am jüngsten NFS wären: Von Langzeitmotivation leider Gottes weit und breit keine Spur.
Ist die Freude unter den PS-Junkies zu Beginn noch recht groß, endlich wieder in die Tasten hauen zu können, schleicht sich nach dem dritten oder vierten Turnier jedoch so langsam ein Hauch von Monotonie ein. Abgesehen von Form und Farbe der Karossen ist nahezu keine Spielentwicklung auszumachen, vom Schwierigkeitsgrad ganz zu schweigen, wobei hier gar nicht mal die K.I. den Sündenbock stellt, viel mehr ist es die Fahrphysik, die den Anspruch des Spiels in den Keller tritt.
Wilde Fahrten jenseits der 250 km/h – über Rasen und Schotter. Konkurrenztitel lassen hier keine Gnade über Fahrfehler walten und das Heck des Flitzers bricht erbarmungslos aus. Nicht so bei ProStreet: Weder Manövrierfähigkeit noch Geschwindigkeit werden beeinflusst. Das Auto verzeiht nahezu alles, was der Spieler auch nur im fernsten Sinne an Unfähigkeit und Missgeschick aufbringen kann.
Dies gibt pro Runde einen Vorsprung von ca. fünf Sekunden auf die Gegner und erinnert doch sehr stark an einen kleinen Italiener in roter Robe beim Versuch, ein Vierrad zu steuern – Nintendo nennt dieses Spektakel Mario Kart, das jüngste NFS steht dem, so ketzerisch dies auch klingen mag, jedoch in nichts nach.
Dies ist kein Drama, vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass man bei EA bewusst nicht auf Simulationen setzt, im Zeitalter der fotorealen Grafik sollte dies jedoch nicht das non plus ultra sein.
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