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Die Gefahr ins Abseits zu rutschen ist zugegebenermaßen auch nicht sehr hoch, denn von der Strecke abkommen könnt ihr überhaupt nicht. Was für ein Rally-Spiel zunächst paradox wirkt, ist in Sega Rally Realität. Abkürzungen gibt es nicht, ihr könnt nicht mal die Kurve schneiden, denn eine unsichtbare Mauer grenzt die Streckenführung so penibel ein, dass man quasi wie in einem Tunnel fährt… Nur eben mit sehr viel schönerer Aussicht! Das kommt zwar mehr dem Arcadegefühl entgegen, wenn man allerdings von einem Maschenzaun abprallt, fängt man an sich zu wundern. Zudem gibt es kein Schadensmodell: Egal wo ihr mit eurem Fahrzeug hinein kracht, Schaden gibt es keinen.
Und sonst so?
Für die meiste Zeit vergnügt man sich natürlich im Karriere-Modus, für ein kurzes Intermezzo zwischendurch kann man den Modus Zeitrennen hier und da mal anspielen, aber auch dann gibt es das gleiche Trauerspiel: Die Strecken wiederholen sich einfach zu schnell.
Dies mag der Online-Multiplayer etwas kaschieren, denn auch wenn sich im Onlinemodus die Strecken ebenfalls sehr schnell wiederholen, so bringt der Faktor, dass man gegen menschliche Gegner antritt, einfach nochmal erhebliche Frische ins Spiel. Splitscreen-Rennen gehen natürlich auch, gleichwohl macht online gegen fünf Freunde oder auch Unbekannte über Xbox Live oder das PlayStation Network antreten deutlich mehr Spaß. Leider dreht man auch hier nur auf Rundkursen seine Runden, dafür geht das ganze Spektakel ziemlich lag-frei über die Bühne.
Wir graben die Landschaft um
Auch wenn Sega Rally an Spielmodi oder der Streckenvielfalt spart, wird dafür umso mehr Optik geboten. Zunächst mal sehen die Fahrzeuge ungemein detailliert aus und werden während des Rennens mal richtig anständig mit einer Schmutzschicht überzogen, die mit der von MotorStorm etwa auf einer Stufe steht.
Mit den Technikmuskeln spielt Sega Rally lieber beim in Echtzeit berechneten Terrain-Deforming. Dabei ziehen die Reifen der Fahrzeuge tiefe Furchen und Spurrillen in den Schlamm, Schnee oder Sand. Anders als bei den meisten Rennspielen wird dafür nicht bloß eine Textur dorthin gelegt, wo ihr mal durchgebrettert seid, die komplette Bodenstruktur ändert sich und da die Spurrillen nicht von der einen zur andere Runde verschwinden, kann euer Fahrzeug sogar richtig anfangen zu holpern, solltet ihr durch stark befahrene Furchen rasen.
Sehr schön sind auch die Wassereffekte, denn hinterlässt man im Match richtig schöne Furchen und heizt dann durch Wasserpfützen, breitet sich das Wasser entsprechend der entstandenen Rillen aus. Jetzt die Frage: Läuft das Ganze auch flüssig? Ja das tut es, zwar nur mit 30 Frames die Sekunde, aber nervige Einbrüche in der Framerate müsst ihr nicht befürchten. Dennoch hat Sega Rally ein wenig mit Tearing zu kämpfen, was jedoch beide Konsolen-Versionen betrifft. Neben den Strecken ist wenig los, hin und wieder sieht man am Streckenrand aber doch mal Züge fahren, Kampfjets ziehen im Formationsflug über die Canyons hinweg oder Hubschrauber drehen über eurem Dach ein paar Runden. Nervig wird es beim Sega-typischen Elektro-Rock-Pop Soundtrack, der wie schon bei Virtua Fighter 5 nach einer Zeit die Ohren bluten lässt. Wenigstens klingen die Motoren recht anständig, selbst in den unteren Klassen meint man, das Auto habe ordentlich was unter der Haube.
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