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Ein schwerbewaffneter Engel auf Erden
Was am Anfang noch unklar ist, wird mit der Zeit immer verständlicher. Angie Prophet (der Name beinhaltet ja schon die Worte „Engel“ und „Prophet“) ist kein reinrassiger Mensch, sondern zur Hälfte ein Engel. Nur weiß sie selber nicht viel darüber und hat diese Fähigkeit die Jahre über immer verdrängt und nicht mehr kontrolliert. So setzten die Entwickler ein typisches Feature zu etwas Besonderem um: Angie kann - zeitlich begrenzt - über Superkräfte verfügen. Dazu zählen:
+ SlowMotion - Zeitlupe für eure Gegner über eine halbe Minute
+ Unsichtbarkeit - Spurloses Vorgehen für 20 Sekunden
+ Schild - Verleiht über 70 Sekunden ein Schutzschild, die zeit verkürzt sich bei Treffern
+ Selbstheilung - Erhöht die Gesundheit nach und nach auf ein Maximum
Diese vier Optionen haben Auswirkungen auf die „Force“-Anzeige, die sich über dem Energiebalken befindet. Diese Anzeige steht beim Aufsammeln solch einer Rune bei 100 % und nimmt dann langsam ab, sobald ihr „c“ drückt. Wenn ihr die Taste erneut aktiviert, stoppt die Wirkung. Ihr könnt diejenige Engelsfähigkeit dann beibehalten und später weiter benutzen. Blöd ist dabei nur, dass die erste wieder verloren geht, wenn ihr eine andere aufsammelt. An einigen Stellen wird man sogar gezwungen, die Runen einzusetzen, um zum Beispiel die Pseudo-Stealth-Mission am Flughafen zu überwinden. Das ist ja mal ganz abwechslungsreich, unterstreicht aber, dass das Spiel eigentlich eine reine Ballerorgie ist.
Half Life wäre begeistert...
Kommen wir nun zur Technik des Spiels. Zuerst muss ich die Entwickler dabei mal loben: Psychotoxic kommt mit einer wirklich überdurchschnittlichen Grafik daher. Die Qualität des Leveldesigns schwankt jedoch sehr. Das eine Level sprüht nur vor Ideen und ist grafisch eine Augenweide, während andere nur linear und langweilig und die Gegnerplatzierungen offensichtlich sind.
Es kommt einem so vor, als wären ganz viele verschiedene Designer am Werk gewesen. Die erweiterte Trinigy Vision Engine beschert uns jedoch eine größtenteils sehr detaillierte und weitsichtige Welt durch seinen hohen Polygonsatz. Auch der Einsatz von DirectX9 Shadern (Reflektionen...) und hübschen Partikeleffekten macht sich bezahlt. Lediglich das vor sich hin pixelnde Wasser bereitet Kopfschmerzen. Psychotoxic besitzt sogar eine Physik-Engine. Diese arbeitet zwar nicht immer zu 100 % korrekt aber immerhin existiert sie und so ist es euch bei sämtlichen Gegenständen möglich, diese zu bewegen. Durch das Ragdoll-System wird außerdem ziemlich realistisch das Verhalten von Körpern bei Schusseinwirkungen nachgeahmt, stoppt aber sobald der Körper leblos ist.
Insgesamt wird euch die Story in 30 gerenderten Cutscenes mit einer Gesamtspielzeit von 50 Minuten nähergelegt. So weit so gut doch warum muss man vor dem ersten Spielstart extra noch einen speziellen Videocodec installieren, wo dann noch bei allen Filmchen am unteren Bildschirmrand ein Button, um die Szene zu stoppen oder zu überspringen, befindet?
Ohne Gefühle?
Da das Spiel aus Deutschland stammt, wird es natürlich auch komplett in unserer Sprache synchronisiert geliefert. Dass deutsche Sprachausgabe allgemein oft ein Problem sind, sollte den meisten klar sein. Bei Psychotoxic bin ich geteilter Meinung. Am Anfang konnte mich die demotivierte Sprecherin der Angie nicht überzeugen doch die Emotionen nehmen im Laufe des Spiels zum Glück zu, denn kein Mensch kann sich wie der Terminator durch ganze Menschenhorden ballern und dann so cool bleiben. Ansonsten sind die Stimmen jedoch ziemlich passend gewählt und gut synchronisiert. Die Sounduntermalung ist jedoch ein anderes Problem. Die Entwickler versprechen uns einen dymanischen Soundtrack doch besonders in den ersten Levels plätschern nervige Sounds im Hintergrund vor sich hin, die Musik ist eher unscheinbar, behandelt aber verschiedene Genres. Die weitere Soundkulisse, mit den Waffengeräuschen unter Anderem, geht aber vollkommen in Ordnung.
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