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Was bewegt sich da so unkontrolliert
Die Steuerung der Protagonistin Alice ist leider nicht sonderlich gut gelungen. Schon in den ersten Momenten fühlt sich die Umsetzung mittels Controller leicht schwammig an. An manchen Kanten und Abgründen kann man direkt herunterlaufen und herunterfallen, während es an anderen inkonsequenterweise einfach auf magische Weise nicht weitergeht.
Die Kameraführung in 3rd-Person-Spielen wird oft zum Kritikpunkt, denn zu einfach kann man sich durch eine schlechte Kameraführung verirren oder durch schnelle Drehungen im Kampf die Orientierung verlieren. Auch Alice bildet hier keine Ausnahme. Mit ein wenig Übung lernt man die Steuerung und Kamera zwar durchaus kennen, fühlt sich jedoch in späteren Levels auch nach einiger Spielzeit immer wieder von der automatischen Fixierung der Kamera beim Zielen mit der Pfefferkanone eingeschränkt.
Ansonsten bildet Alice: Madness Returns steuerungstechnisch ein Spiel von der Stange. Laufen und Hüpfen sind qualitativ Standard und passabel umgesetzt. Durch mehrere Sprünge können wir mit Alice auch größere Abgründe einfach überwinden, ohne dabei in die Abgründe des Wunderlandes zu fallen. Im Kampf lösen wir uns in einem Ausweichmanöver einfach in Luft auf und fügen uns eine Stück neben uns selbst wieder zusammen. Eine willkommene Abwechslung bietet die Suche nach Zähnen und Gimmicks, die überall in den Levels versteckt sind. Hierbei müssen wir uns unter anderem per Tastendruck schrumpfen, um auch durch das kleinste Nadelöhr zu schlüpfen.
Bei den im Spiel vorkommenden Waffen handelt es sich beinahe durchgängig um Spielzeuge, die auch schon zu Carrolls Zeit existierten. Die Gegner, die uns begegnen, sind an die Figuren aus Carrolls Romanen angelehnt, jedoch auf geradezu grausame Art verfremdet und dennoch durch ihre prägnanten Merkmale zu erkennen.
Die Waffen wie Messer und Pfefferkanone kann man durch das Eintauschen von gesammelten Zähnen upgraden und dabei den angerichteten Schaden vergrößern, aber dies geht auf der einen Seite leider zu langsam und auf der anderen Seite ist das Spiel derart linear aufgebaut, dass man kaum ein Item wirklich übersehen kann und immer genau weiß, wo es weitergeht. Im Spiel sind einfach viel zu wenige Rätsel versteckt, so dass mit den recht wenigen Abwechslungen und dem vergleichsweise langsamen Spieltempo ein eher langatmiger Eindruck aufkommt.
Grafisch nicht auf höchstem Niveau
Das verwüstete Wunderland, das die Spielwelt von Alice: Madness Returns maßgeblich ausmacht, wird mit einer bedrückend dunklen Atmosphäre und einer dennoch farbenfrohe Präsentation visualisiert. Im direkten Kontrast dazu steht das triste und farblose London des 19. Jahrhunderts, in dem wir das Spiel starten.
Viele Ecken und Kanten lassen das Gesamtbild trotz moderner Unreal-Engine nicht unbedingt wie ein Spiel aussehen, das im Jahr 2011 auf den Markt kam. Die zerstörten Kreaturen und Gegner, die an die Originale von Carrolls Kinderbüchern angelehnt sind, wirken alle sehr verrückt, hinterhältig und gequält. Die drückende Atmosphäre wird durch einen düsteren Sound unterstützt und ist trotz der mäßigen Grafik noch gut genug, um den Spieler in den Bann zu ziehen...
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