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Rund fünf Jahre arbeiteten das australische Studio Team Bondi unter der Leitung von Brendan McNamara (Ex-Sony-Mitarbeiter bei The Getaway) und Rockstar Games an dem Thriller L.A. Noire, der zunächst als PS3-Exklusivtitel angekündigt wurde bis Rockstar Games schließlich auch eine Xbox 360-Version bestätigte. Team Bondi entwickelte dabei eine bahnbrechende Animationstechnologie, durch die die Spieler sogar unwahre Aussagen der Charaktere im Spiel erkennen können und diese Erkenntnisse für die Ermittlungen nutzen sollen. Ob das wirklich funktioniert oder ob L.A. Noire ein weiteres ambitioniertes Projekt ist, das als gescheitert in die Geschichtsbücher eingeht, klärt unser Review.
Stadt der Engel?
L.A. Noire handelt im Los Angeles des Jahres 1947. Nach dem Boom von Hollywood schießt der Drogenhandel in die Höhe, Korruption nimmt rasant zu und die Mordrate ist auf einem Rekordniveau. In dieser Stadt voller Krimineller versucht der junge LAPD-Ermittler Cole Phelps das Richtige zu tun und dabei natürlich auch die Karriereleiter hinaufzusteigen.
Die Story wird immer wieder durch filmreife Zwischensequenzen vorangetrieben, die es locker mit jeder TV-Serie aufnehmen könnten. Neben den überzeugenden Schauspielern werden auch filmische Mittel wie Rückblenden eingestreut, die erst später im Rahmen der Gesamthandlung wirklich Sinn ergeben, so dass es spannend bleibt.
Wer lügt? Und könnt ihr ihn überführen?
Eure Aufgabe als Ermittler ist es, die euch zugewiesenen Kriminalfälle in der Stadt zu lösen. Jene Fälle reichen von Fahrerflucht über Vergewaltigung bis hin zu kaltblütigem Mord. Dafür müsst ihr, wie in der Realität auch, Hinweise sammeln, Zeugen befragen, eurem Spürsinn nachgehen und euch mit eurem Partner beratschlagen, denn es muss am Ende nicht alles so sein, wie es zunächst schien. Hinweise findet ihr zumeist, indem ihr den Tatort untersucht und Spuren sichert. Cole notiert sich diese akribisch in seinem Notizblock, ebenso Dinge wie Täterbeschreibungen oder Adressen für Orte, an denen man weiter auf den Busch klopfen kann.
Die in der Einleitung erwähnte Animationstechnologie ist atemberaubend, wird aber nicht nur als sinnloses Aushängeschild eingesetzt, sondern ist tief im Gameplay verwurzelt. Mit Hilfe der so möglichen und extrem realistischen Gesten und Mimiken der Charaktere, die es in dieser Qualität bisher in noch keinem Spiel gab, müsst ihr entscheiden, ob ein Zeuge oder Kontakt die Wahrheit sagt oder euch einen Bären aufbinden will. Rund 200 reale und teils auch bekannte Schauspieler wurden dafür für die vielen Haupt- und Nebencharaktere im Spiel eingescannt und erzeugen eine filmische Atmosphäre, die absolut beeindruckend ist. Manche Charaktere begleiten euch wie in einer TV-Serie durch die komplette Story, andere trefft ihr nur bei einem einzelnen Kriminalfall. Selbst Kollegen betrachten euch zunächst skeptisch und Cole macht im Laufe der Geschichte eine bemerkenswerte Entwicklung mit. Dennoch müsst ihr vor allem mit vielen Zeugen sprechen und es reicht dabei oftmals nicht, den diversen Zeugen einfach nur eine Lüge zu unterstellen. Einige lassen sich davon zwar einschüchtern und knicken ein, andere aber könnt ihr nur mit den richtigen Beweisen, die ihr zuvor gefunden haben müsst und über den Notizblock auswählt, zum Auspacken bringen.
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