Alice im Wunderland
Alice im Wunderland
Kurztest: Wieder eine Filmumsetzung, doch Alice kann überraschen!
31.05.10 um 19:09 von Thomas
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Wenn von einer Alice im Wunderland gesprochen wird, so ist nicht ein gewisser Telefon- und Internet-Anbieter auf wundersamen Pfaden gemeint, sondern der Tim Burton-Kinofilm mit Jonny Depp.
Passend dazu darf natürlich ein Videospiel nicht fehlen und da der Film in rund drei Wochen auf DVD und Blu-ray Disc erscheint, haben wir uns vorher noch ins aufregende Wunderland gewagt, um herauszufinden, ob sich ein Abstecher dorthin lohnt. Wartet hier endlich mal wieder eine gelungene Umsetzung einer Filmlizenz auf uns?

Neues Wunderland
Anders als in der Urversion von Lewis Carroll spielen die aktuellen Ereignisse im Wunderland einige Jahre nach dem ersten Besuch von Alice im wundersamen Land der böswilligen Herzkönigin.
Alles hat sich stark verändert, denn nun besetzt die Herzkönigin nicht nur ihren Teil, sondern sämtliche Gebiete des Wunderlandes und zwar mit eiserner Hand. Aber was wären tyrannische Staatsformen ohne die dazugehörige Widerstandsbewegung, die sich um Mr. Hase und diversen anderen Figuren gruppiert hat? Um den Widerstand weiter zu stärken, macht sich der weiße Hoppler abermals auf in Richtung normale Welt, um dort Alice aufzusuchen und zu einen erneuten Besuch im Wunderland zu bewegen, da laut Prophezeiung nur sie den gefährlichen Jabberwocky-Drachen besiegen und so die Bewohner des Wunderlandes erlösen kann.
Das besagte Wunderland macht dabei seinem Namen alle Ehre, denn von sprechenden Rosen begleitet und von schnell drehenden Wegweisern geführt geht es durch Türen, die irgendwo ins "Nirgendwo" führen, um so mal einfach an schwebende Kisten zu gelangen. Das und noch viel mehr erwartet jene, die sich auf ein sehr unterhaltsames Abenteuer in einer sehr surrealen Welt einlassen.
Der Spieler übernimmt dann aber keineswegs die Kontrolle über Alice selbst, denn alles beginnt stattdessen in der Haut des Mr. Hase, der Alice zum verrückten Hutmacher begleiten muss, da nur dieser mit Sicherheit sagen kann, ob es sich um die richtige Alice handelt, weil sie sich nämlich nicht mehr daran erinnern kann, je im Wunderland gewesen zu sein.

Wundersame Abenteuer
Auf dem Weg zur Herzkönigin, die über den Jabberwocky herrscht, werden sich im Verlauf des Spiels eine Schar von Gegnern wie beispielsweise die Soldaten der roten Königin gegen den Spieler stellen und auch bösartige Pflanzen oder heimtückische Insekten sind mit von der Partie. Zu gut nur, dass sich im Laufe des Abenteuers, bei dem es zudem so einiges zu erforschen gibt, immer mehr Charaktere der Widerstandsbewegung anschließen und dem Spieler mit ihren individuellen Fähigkeiten unter die Arme greifen und ihn unterstützen.
So kann Mr. Hase die Zeit anhalten, um die sich schnell drehenden Schilder zu lesen. Vor allem aber die Fähigkeiten des verrückten Hutmachers zeugen von viel Kreativität seitens der Entwickler. Der Hutmacher besitzt nämlich die Kraft, Gegenstände mithilfe der Perspektive zu beeinflussen und kann damit etwa auf einem Podest den Blickwinkel so neigen, dass eine nicht weit entfernte Miniaturtür vor einem Gebäude zu sehen ist. Im nächsten Moment ist die Mini-Pforte verschwunden und das zuvor torlose Haus besitzt plötzlich einen Eingang. Alice im Wunderland besitzt eine Reihe solch interessanter Momente, die ähnliche Aufgaben bereithalten und sowohl für Kinder als auch für Erwachsene durchaus angenehm zu spielen sind, stellenweise aber auch wieder zu leicht ausfallen. Im Laufe des Abenteuers kann der Spieler neue Fähigkeiten erwerben, was allerdings verborgene Schachfiguren erfordert, die anschließend auf einem Schachbrett zu platzieren sind und im Anschluss die durch die Schachfigur erhältliche Fähigkeit freischalten.
Bei den hin und wieder auftauchenden Bosskämpfen wird hingegen auf Quicktime Events gesetzt, ähnlich wie man es zum Beispiel von der God of War-Reihe kennt. Die Bossgegner müssen so nach einer spezifischen Taktik durch eine bestimmte Tastenfolge in eben jenen Quicktime Events besiegt werden.
Leider sieht man das Ende des Spiels mit seinen ganz gut gelungenen Rätseln und Bosskämpfen viel zu schnell. Bereits nach fünf bis sechs Stunden ist Schicht im Schacht und sehr große Anreize zum erneuten Anlauf fehlen irgendwie...

Die nicht so wundersame Optik und Handhabung
Im Bereich Gameplay ist Alice im Wunderland überraschend gut gelungen. Die Schwächen des Spiels liegen überwiegend in anderen Bereichen, besonders die Grafik kommt dem derzeitigen PC-Niveau in keinster Weise nah und die grobe Erscheinung der Charaktere und Umgebungen sowie detailarme Texturen verpassen dem ansonsten recht guten Gesamtbild einen derben Dämpfer.
Eine weitere Schwäche ist die etwas umständliche Steuerung mittels Tastatur, die zwar nach ein wenig Einübung funktioniert, aber nicht annähernd an den Komfort eines Controllers heranreicht, da die Handhabung der verschiedenen Fähigkeiten, die Charakterwechsel und auch das Kämpfen zu viele Tasten erfordern und mit einem Controller deutlich leichter von der Hand gehen.
Was all diese Schwächen wieder einigermaßen auffängt, das ist die etwas wirre, aber zum Abenteuer durchaus passende Musik, die sehr stimmig ist und den Spieler beinahe selbst ins Wunderland befördert. Der zu einer Rarität gewordene Hot-Seat Mehrspieler-Modus, mit dem gleich zwei Spieler an einem PC gemeinsam durch das Wunderland hoppeln dürfen, sorgt darüber hinaus für kurzweilige Mehrspieler-Abenteuer, bei denen aber immer wieder die Übersicht flöten geht.
 Screenshots
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 Facts
Name: Alice im Wunderland
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Etranges Libellules/Disney
Genre: Action-Adventure
Spieler: 1-2
HDTV bis zu: -
Speicher: min. 7.0GB Festplattenspeicher
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Fans des Films.
Release:04.03.10
 Pro + Cons
 PRO:
+ Interessanter Art-Style
+ Mehrere spielbare Charaktere
+ Unterschiedliche Fähigkeiten der Charaktere
+ Gelungene Rätsel
+ Unterhaltsame Geschichte
+ Quicktime Events bei Bosskämpfen
+ Stimmige Musikuntermalung
+ Hot Seat Multiplayer-Modus
+ Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
 CONTRA:
- Stark veraltete Grafik
- Suboptimale Steuerung
- Ziemlich kurze Spielzeit
- Teilweise zu einfach
- Übersicht im Mehrspieler-Modus fehlt hier und da
- Keine Maussteuerung in den Menüs
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