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Heavy Rain ist kein Spiel wie jedes andere. Schon der letzte Titel des französischen Studios Quantic Dream, Fahrenheit, versuchte eine andere Richtung einzuschlagen, indem der Spieler im Prinzip nur Quicktime Events zu überstehen hatte, was eine völlig neue Art der Steuerung war. Das machte Quantic Dream zu einem international renommierten Entwickler, weshalb die Spannung auch groß war als das nächste Projekt des Studios auf der Games Convention 2008 in Form eines Trailers Premiere feierte und einer Handvoll ausgewählten Journalisten zum ersten Mal hinter verschlossenen Türen gezeigt wurde.
Auch GamePire war dabei und lieferte euch damals die ersten Gameplay-Details, weitere Informationen brachten wir von einem Round-Table mit Producer David Cage auf der Gamescom 2009 mit. Nun ist Heavy Rain aber fertig und das Team um David Cage hat eine spannende sowie emotionale Story erschaffen und die aus Fahrenheit bekannte Spielmechanik in vielen Bereichen geändert oder optimiert. Entstanden ist ein beeindruckender Noir-Thriller, der es nicht nur in Sachen Inszenierung ohne Probleme mit einem Hollywood-Blockbuster aufnehmen kann. Trotzdem geht Sony mit der Veröffentlichung des Spiels ein hohes Risiko ein, denn die Mechanik der breiten Masse näherzubringen, ist nicht einfach und auch inhaltlich handelt es sich um ein Spiel für Erwachsene, ausgestattet mit einem komplexen Handlungsstrang. Doch ist Heavy Rain mehr Film oder mehr Spiel? Wir haben den Titel mehrmals durchgespielt und verraten in unserem Vorab-Review zum PS3-Exklusivtitel, ob sich Sonys Risiko ausgezahlt hat und was Heavy Rain auszeichnet.
Der Origami-Killer
Der Fokus des Spiels liegt ganz deutlich auf der spannenden, mitreißenden und emotionalen Story, die jeder Spieler unbedingt selbst erleben sollte. Der Start ist zwar recht verhalten und es benötigt etwas Zeit bis Schwung in die Sache kommt, doch dann erwartet euch ein wilder Ritt. Deshalb verraten wir im gesamten Review nichts über die weitere Geschichte und wollen an dieser Stelle auch nur einen kurzen Einblick geben.
Die Handlung spielt in einer fiktiven Stadt an der Ostküste der USA, in der seit einiger Zeit 9- bis 13-jährige Jungen verschwinden und wenig später im Regenwasser ertrunken mit einer Origami-Figur und Orchidee aufgefunden werden. Auch aktuell wird wieder ein Junge vermisst, der von den vier spielbaren Charakteren Madison Paige, dem von den Familien der Opfer angeheuerten Detektiv Scott Shelby, dem FBI-Agenten Norman Jayden sowie dem Vater Ethan Mars, gesucht wird. Besonders Ethan Mars ist emotional stark involviert, denn er hat bereits seinen ersten Sohn verloren und nun ist Shaun, sein zweites Kind, verschwunden und könnte das nächste Opfer des Origami-Killers sein.
Entscheide dich und trage die Konsequenzen
Das letzte Spiel von Quantic Dream, das den Namen Fahrenheit trug und in den USA Indigo Prophecy getauft wurde, versuchte zum ersten Mal das Erzählen einer packenden Geschichte mit einer Spielmechanik zu verknüpfen, die im wesentlichen aus Quicktime-Events (QTE) bestand. Auf dem Bildschirm erschien die Einblendung eines Buttons, der innerhalb eines kurzen Zeitfensters betätigt werden musste, damit der Charakter in der jeweiligen Szene die passenden Aktionen ausführte. Drückte man den eingeblendeten Button mit dem richtigen Timing, lief die Szene weiter und es folgten weitere QTEs, erwischte man den falschen Button oder benötigte zu viel Zeit, sah man in den meisten Fällen den Schriftzug "Game Over".
Mit Heavy Rain treibt Quantic Dream dieses Konzept auf ein völlig anderes Level, denn der Faktor "richtig" bzw. "falsch" wurde gänzlich aus dem Spiel gestrichen, wodurch eine stark verknüpfte Erzählung der Story entsteht. Ihr könnt also an keiner Stelle des Spiels mehr wirklich scheitern, ein Game Over gibt es schlicht und ergreifend nicht und so müsst ihr eine Situation niemals erneut starten. Was auch geschieht, die Story und Charaktere entwickeln sich entsprechend des aktuellen Geschehens weiter. Deshalb fühlt sich Heavy Rain auch anders an als Fahrenheit, denn es scheint vielmehr so als beeinflusse man die Handlung, statt auf vorgegebene Ereignisse zu reagieren.
Entsteht etwa ein Kampf und ihr verfehlt den richtigen Button oder seid zu spät, dann ist der Fight nicht zwingend beendet, sondern verläuft nur ein wenig anders. Euer Charakter wird eventuell verletzt oder zu Boden geschlagen, doch folgt später eine weitere Chance, den Bösewicht niederzustrecken oder zu fliehen. Verfehlt ihr die QTEs zu oft, kann es sein, dass der Kontrahent entkommt oder euer Charakter stirbt eventuell sogar, trotzdem geht die Story weiter.
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