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Party-Spiele tummeln sich auf Nintendos Wii wie die Ameisen um einen Ameisenhaufen. Einer der bekanntesten Titel ist wohl Mario Party, doch daneben gibt es diverse Klone des Spielprinzips, die mal mehr und mal weniger überzeugend sind.
Mit Medieval Games versuchen sich nun N-Fusion und die Vir2l Studios auf diesem Gebiet, allerdings bedient man sich dabei einem noch relativ unverbrauchten Mittelalter-Setting. Ob das reicht, um die Masse der Konkurrenten auszustechen, oder ob Medieval Games zum langweiligen Einheitsbrei gehört, das klärt unser Review.
Ein König in der Klemme
Natürlich gibt es auch eine Story, doch diese ist lediglich schnödes Beiwerk und dient ausschließlich der hölzernen Verknüpfung der einzelnen Mini Games. Im Comic-Look wird die Geschichte um den König von Veloria erzählt, der sich um seine Thronfolge sorgt, da sein Sohn nicht gerade ein Aufreißer ist und sich keine Prinzessin für den Prinzen finden will.
Deshalb wird im Königreich ein Fest veranstaltet, auf dem diverse Wettbewerbe abgehalten werden. Der Sieger darf eine Jungfrau für den Prinzen aussuchen und ratet mal, wer dabei antreten darf… Genau! Ihr und wahlweise auch bis zu drei Freunde, die sich zu Beginn einen Charakter aussuchen dürfen. Leider bleibt die Story im Verlauf weitestgehend flach, entwickelt sich kaum weiter und man erfährt zu den Charakteren keine weiteren Einzelheiten. Von einer atmosphärischen Story ist Medieval Games weit entfernt ist.
Ständige Gesellschaft
Einen wirklichen Singleplayer-Modus gibt es nicht, denn neben euch können immer drei Freunde am Spiel teilnehmen, solltet ihr dennoch alleine vor der Konsole sitzen, dann werden diese von drei computergesteuerten Mitspielern ersetzt. Das kann ganz schön nerven, da man den drei K.I.-Spielern in diesem Fall enorm lange bei deren Spielzügen zusehen muss, was schnell Langeweile aufkommen lässt. Medieval Games ist eben ein reines Multiplayer-Spiel, dennoch gibt es für die Geschichte drei Kapitel, die jeweils auf einem anderen Spielbrett absolviert werden, womit wir insgesamt auf gerade mal drei Spielbretter kommen.
Zu Beginn sucht sich jeder Spieler einen Charakter aus, mit dem er sich fortan auf dem Spielbrett umher bewegt. In jeder Runde wird gewürfelt, indem man die Wii-Remote schüttelt und dabei A und B gedrückt hält. Je nachdem welche Zahl ihr gewürfelt habt, dürft ihr auf dem Spielbrett vorrücken und kommt währenddessen an verschiedenen Feldern vorbei. Auf Händler-Feldern könnt ihr Gegenstände handeln, auf Münzfeldern sackt ihr Münzen ein und auf Ereignisfeldern, die auf die Geschichte bezogen sind, aktiviert ihr besondere Ereignisse. Diese können gute wie schlechte Auswirkungen haben, doch damit müsst ihr wohl leben. Zudem gibt es Felder mit den insgesamt rund 30 vorhandenen Mini Games, welche qualitativ jedoch stark schwanken. Die Spiele bestehen aus Duellen, etwa dem Zurückdrängen des Gegners auf einer Brücke, einem Kampf gegen drei Gegner, beispielsweise dem Ausweichen von gegnerischen Pfeilen (werden von einem der Spieler abgefeuert, alle anderen weichen aus), sowie Wettbewerben wie Jeder-gegen-Jeden-Bogenschießen. Meistens wird mit der Wii-Remote gezielt, hin und wieder muss man seinem Charakter durch Neigen der Wii-Remote zudem auch die Laufrichtung vorgeben und so durch die kleinen Stages manövrieren. Einige Spiele verkommen allerdings zur chaotischen Herumschwingerei der Wii-Remote und sind so schlicht und einfach nicht spielbar.
Wer keine Lust auf die ohnehin nicht nennenswerte Story hat, der kann sich ganz ohne großes Tamtam in kurzen Wettbewerben (bestehend aus Mini Games) austoben oder sich im "Freien Spiel" die Lieblingsspiele herauspicken und loslegen.
Mittelalterliche Technik
Hätte es im Mittelalter schon Videospiele gegeben, dann hätten sie wohl ähnlich ausgesehen wie Medieval Games. Wie ein aktuelles Videospiel sieht das Ganze jedenfalls nicht aus und trotz des simplen Gameplays, bei dem nicht viel gleichzeitig auf dem Bildschirm passiert, sind die Objekte und Charaktere wenig detailliert, die Texturen unscharf und verschwommen und die Animationen wirken sehr holperig und erinnern an längst vergangene Tage. Hinzu gesellen sich technische Macken wie extrem lange Ladezeiten oder das fehlerhafte Reagieren des Fadenkreuzes bis hin zum gänzlichen Verschwinden der Zielhilfe.
Die Synchronisation erfolgt auch in der deutschen Version komplett in der englischen Sprache, allerdings gibt es für Englisch-Nieten zumindest deutsche Texte. Offensichtlich war sich Vir2l der mäßigen Qualität des Spiels bewusst und hat sich die Kosten für eine Lokalisierung der Sprecher gespart, wenngleich die Stimme des englischen Erzählers sehr gut zum mittelalterlichen Flair passt und die Charaktere nur kurze und manchmal sogar witzige Kommentare stammeln. Die Soundeffekte hingegen sind wenig spektakulär und die Hintergrundmusik erweckt nach kurzer Spielzeit schon den Eindruck einer Endlosschleife.
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