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Zwar ist Section 8 von den TimeGate Studios (F.E.A.R. Extraction Point, TimeShift) schon seit Anfang Oktober in Deutschland erhältlich, doch der Titel rannte uns irgendwie immer durch die Finger. Etwas verspätet haben wir uns den Science-Fiction-Shooter nun dennoch vorgenommen und uns im Singleplayer- wie im Multiplayer-Modus ausgetobt, um zu checken, ob wir eine wahre Perle verpasst haben…
Lebensmüde? Aus dem Orbit abspringen
Als Science-Fiction-Shooter spielt Section 8 natürlich in der Zukunft, in der die Planeten von Krieg erschüttert sind. Vor allem eine Grenzkolonie mit dem Namen "Arm des Orion" sorgt für Verwüstung, weshalb von der Erde die Spezial-Einheit 8th Armored Infantry, Spitzname Section 8 (in Anlehnung an die US-Einheit mit fragwürdigem Geisteszustand), entsendet wird, zu der natürlich auch der Spieler gehört.
Diese mit modernster Technologie ausgestattete Einheit greift vorwiegend von orbitalen Luftschiffen aus an und springt aus großer Höhe über dem Einsatzgebiet ab, in dem das Ziel meistens die Erkundung und Sicherung diverser Ziele oder der blitzschnelle Angriff auf die feindlichen Verteidigungslinien ist.
Wie man aus einem Singleplayer- einen Multiplayer-Modus macht
Der Fokus des Spiels liegt eindeutig auf dem Multiplayer-Modus, der sich als Mischung aus Battlefield und Tribes beschreiben lässt. Mit bis zu 32 Spielern kämpft ihr hier im KoOp-Modus entweder gegen ein komplettes Bot-Team oder in menschlichen Teams in verschiedenen Spielvarianten, in denen Basen strategisch eingenommen oder Kontrollpunkte gehackt werden müssen.
Für Abschüsse oder das Einnehmen von Basen und Kontrollpunkten erhält man Punkte, die später noch wichtig werden. Ebenso wichtig sind die Dynamic Combat Missions (DCMs), welche Nebenmissionen während der Partie darstellen. Dabei erhält jedes Team regelmäßig weitere Aufgaben wie beispielsweise den Befehl, einen Konvoi beschützen oder Dokumente zu klauen, was das gegnerische Team möglichst sabotieren sollte. Auch für erfolgreiche DCMs gibt es Punkte, die dann zur Anforderung von Fahrzeugen, beispielsweise Panzern, oder auch "Mobilen Geräten" wie Raketen- oder Minigun-Türmen verwendet werden können.
Die DCMs lockern den Multiplayer-Modus wirklich auf und sorgen für stetige Abwechslung, außerdem werden so die Kämpfe auf den großen und offenen Maps etwas verlagert, denn sonst spielt sich das Meiste in den Basen ab und die Größe der Maps bleibt fast immer ungenutzt. Das macht auch die langen Wege frustrierend, die einen eventuell erwarten. Zum einen ist die Controller-Belegung nicht ganz optimal, zum anderen läuft der Charakter unglaublich behäbig und wird selbst von Schnecken noch überholt, kann aber für kurze Zeit einen Jetpack benutzen oder sprinten. Schön und gut, doch nach der Landung mit dem Jetpack ist man offen für jeden Angriff und beim Sprinten fühlt sich die Steuerung ziemlich schwammig an.
Der Erdboden kommt näher… ziemlich schnell!
Anfangs habt ihr mit Assault, Engineer und der Support drei Ausrüstungsklassen zur Auswahl, könnt diese jedoch ganz individuell einstellen, denn das sogenannte Loadout-System erlaubt euch, euren Kampfanzug nach euren Wünschen auszustatten, indem ihr die Waffen austauscht oder Granaten hinzu fügt. Wirklich groß ist die Auswahl jedoch nicht und so bleibt man als Spieler weiterhin auf der Suche nach der Seele des Spiels.
Von oben kommt sie nicht, sondern nur das in dieser Art bisher in nicht vielen Spielen verwendete Respawn-System von Section 8, das den prägnanten Titel "Burn-in-Spawning" trägt. Wie im Rahmen der Story beschrieben, stürzt man aus luftiger Höhe auf die Map hinab und sieht währenddessen die Kampfzonen markiert. Nun kann der Spieler mitten in der Map irgendwie auf die Erde klatschen und einen langen Sprint auf sich nehmen oder schon in der Luft die Sturzgeschwindigkeit verringern, um die Richtung des restlichen Fluges vorzugeben. Auf diese Weise kann man auch direkt vor der Nase des Gegners auftauchen, was zugleich lässig als auch nervig ist. Irgendwie wird aus lässig nämlich lästig, wenn ständig die Mitspieler vom Himmel fallen, fast so als hätte Gott seine Pforte wegen Überfüllung geschlossen. Dieses Bild ergibt sich jedoch nur, wenn ihr einen Server voll bekommt, denn dort herrscht meistens gähnende Leere.
So gesehen ist der Multiplayer-Modus zwar zeitweise ganz unterhaltsam, haut aber niemanden wirklich vom Hocker.
Und wer sich dann in der vorhandenen Singleplayer-Kampagne austoben will, der erlebt leider auch nichts anderes als die gleichen Multiplayer-Partien, jedoch ausschließlich gegen und mit Bots, wenig spannend verknüpft durch Zwischensequenzen aus einer durchschnittlichen Story, die auch die einigermaßen guten Synchronsprecher nicht mehr spannender gestalten können.
Einen ähnlichen Eindruck macht die Optik, die mit überwiegend schwachen und eintönigen Texturen, eckigen Charaktermodellen, großen aber überwiegend tristen Leveln bestenfalls Mittelmaß ist. Und das, obwohl Section 8 die Unreal Engine 3 verwendet, anscheinend aber nur mit halber Kraft. Schaut man sich andere Titel mit der Engine an, dann verschenken die TimeGate Studios auf der technischen Seite sehr viel Potential.
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