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Street Racing-Spiele sind in diesen Tagen äußerst beliebt, was nicht zuletzt dem Kinofilm The Fast and the Furious zu verdanken ist. Dabei stehen weniger die fahrerischen Künste im Vordergrund als vielmehr die visuellen und technischen Veränderungen am Fahrzeug, die bei meist illegalen Rennen demonstriert werden.
Neben einigen bereits für die PSP erhältlichen Spielen beschäftigt sich auch Street Supremacy mit der Thematik. Ihr seid mit einem Team auf den Straßen Tokios unterwegs, um eure Ehre zu verteidigen und den anderen Teams der Stadt das Fürchten zu lehren. Das Ganze haben wir uns mal genauer angesehen…
Einen langen Atem muss man haben
…und ohne lange hinter dem Berg halten zu wollen: Street Supremacy ist eines der schlechtesten Rennspiele, an denen ich je meine Finger legen konnte. Dabei startet das Spiel mit einem recht viel versprechenden Intro-Movie. Im Hauptmenü hat der Spieler dann die Auswahl zwischen dem Karriere-Modus (Team Rumble), Zeitrennen oder Duell (Multiplayer-Modus).
Im Karriere-Modus folgt die obligatorische Auswahl eines Fahrzeugs, dazu stehen im Spiel mehrere lizenzierte japanische Fahrzeuge von Nissan, Mitsubishi, Subaru, Toyota und Mazda bereit. Nach einer ausgedehnten Ladezeit werden noch Nummernschilder beschriftet und eines von zwei verfügbaren Teams ausgewählt. Bevor man jedoch an Team-Rennen teilnehmen kann, muss man sich im eigenen Team zunächst nach oben fahren, was über Rang-Rennen erledigt wird. Erst dann klärt unser Teamchef die Teilnahme an den Team-Rennen ab.
Bei Team-Rennen treten immer fünf Fahrer eines Teams gegen fünf Fahrer des gegnerischen Teams an. Ein Fahrer aus jedem Team fährt gegen einen Konkurrenten aus dem gegnerischen Team, der Sieger fährt auch das nächste Rennen weiter, aus dem Verliererteam rückt ein weiterer Fahrer nach, bis irgendwann alle fünf Fahrer auf einer Seite besiegt wurden. Das Ganze ist einfach total nervig, obwohl man Team-Rennen beinahe als Herzstück von Street Supremacy bezeichnen kann. Während der Team-Rennen, kann man sich nebenbei gepflegt noch einen Kaffee kochen. Der Spieler kann sich zwar nur die Ergebnisse einblenden lassen, sodass man sich nicht die kompletten CPU-Fahrten anschauen muss, allerdings muss man die langen Ladezeiten für die Fahrzeuge jedes Mal abwarten, bis das komplette Team-Rennen beendet ist. Und die Ladezeiten sind nicht gerade kurz, weshalb man schon mal 3 Minuten oder mehr nur mit Weiterklicken und dem Anblick von Ladebildschirmen verbringen kann bis der Wettbewerb mal beendet ist. Das ist unbefriedigend, langweilig – man muss es so sagen: Es ist Müll!
Rennen im Stand. Nein, es bewegt sich doch!
Wenn dies nur das einzige Problem wäre. Weiter geht es mit den Fahrzeugen, die einfach langsam sind. Grund ist nicht das ausgewählte Fahrzeug, einfach alle Fahrzeugen erzeugen absolut kein Geschwindigkeitsgefühl. Im Gegenteil, das Spiel ist ein einziger Bremsklotz. Der Tacho zeigt 200 Km/h an, das Gefühl sagt einem aber, dass man mit 25 Km/h auf einem frisierten Rasenmäher durch eine Zone 30 tuckert.
Und obwohl Street Supremacy einen bei der bisherigen Qualität des Spiels relativ ausgeprägten Tuning-Part bietet, wird die Angelegenheit nicht besser. Die Tuning-Teile sind im Gegensatz zu den Fahrzeugen nicht lizenziert, eventuell ist das die Ursache, dass die Teile zum einen so gut wie keine Wirkung zeigen und die Preisgestaltung von Zusatzteilen zum anderen absolut hirnrissig ist. Während das erste Level für eine neue Aufhängung beispielsweise 192.000 Credits kostet, muss man für einen einfachen Venyl-Streifen auf dem Fahrzeug aber schon satte 100.000 Credits auf den Tisch legen. Da fragt man sich: Wozu tunen, wenn das Fahrzeug doch nicht schneller wird. Erst bei maximalem Tuning bemerkt man wirklich eine Verbesserung, doch der Unterschied zum ungetunten Zustand ist äußerst gering.
Thema verfehlt: Die Kunst des Geradeausfahrens
Wie heißt es in der Schule: "Thema verfehlt"? Dasselbe muss man Street Supremacy vorwerfen. Die bisher genannten schwerwiegenden Probleme betreffen gerade mal den Rahmen des Spiels, auf die einzelnen Rennen sind wir noch nicht mal eingegangen. Nachdem man sich also durch die extrem komplizierte Menüführung gekämpft und die langen Ladezeiten hinter sich gebracht hat, steht man mit seinem Fahrzeug am Start.
Die K.I.-Fahrzeuge düsen bei jedem Start erst einmal weg, indem die CPU in jedem Rennen den NOS-Boost gleich am Start zündet bis dieser leer ist. Dennoch hat man den Gegner als Spieler innerhalb weniger Sekunden wieder eingeholt. Das war es auch schon mit der Spannung, der Rest des Rennens ist Langeweile pur. Woran das liegt? Vielleicht daran, dass das Thema "Racing" verfehlt wurde. Wie kann es sein, dass man im kompletten Spiel eigentlich nur geradeaus fahren muss? Das kann doch kein Anspruch für ein Racing-Spiel sein. Richtige Kurven gibt es in Street Supremacy nämlich nicht, die so genannten Kurven haben einen riesigen Kurvenradius und sind im Prinzip nur lange Graden.
Komischerweise kann man diese trotzdem nicht fehlerfrei durchfahren. Die Steuerung ist derartig träge, dass man immer wieder in der Mauer landet, die K.I. bremst rechtzeitig gewaltig runter, um die Line zu behalten. Sollte man doch mal überholen müssen, bekommt man an diesen Stellen die Gelegenheit. Traurig, dass man mit der Taktik "In-die-Wand-krachen" immer noch schneller voran kommt als die K.I.-Piloten mit ihrer sauberen Linie.
Eine Straße und an jeder Seite eine Wand. Oh! Und ein Verkehrsteilnehmer auch.
Grafik: Es gibt sie in der Tat! Meistens sieht man allerdings eine gerade Straße, an der Seite Wände und hin und wieder einen weiteren Verkehrsteilnehmer. Soll das die Millionenmetropole Tokio sein? Mit einem Verkehrsteilnehmer auf der Straße? In der Ferne gibt es immerhin noch Gebäude, die aber nicht wirklich befriedigen und über die technische Einöde sowie die weiteren optischen Diskrepanzen hinweg täuschen können – im Gegenteil.
Dagegen sehen die Fahrzeuge eigentlich noch ganz OK aus und Highlight der visuellen Darstellung sind die kargen Tunnel im fiktiven Tokio.
Diese wirken zwar genauso klinisch tot wie die Straßen, bieten aber wenigstens etwas Abwechslung in der Landschaft. Der Sound schließt sich dem an. Man kann zwar nicht sagen, dass der Sound schlecht sei, die Fahrzeuge knattern jedoch mehr als sie brummen und die Musik orientiert sich an den Straßen des ausdruckslosen Tokios aus der Fantasie der Entwickler: Langweilig, ohne Abwechslung und Wiedererkennungswert.
Total unbrauchbar!
Den Multiplayer-Modus (Ad-hoc) konnten wir selbst nicht ausprobieren, da wir nur ein Testmuster bekamen, doch mehrere Kollegen berichten von einem nicht funktionsfähigen Modus. Und nach Begutachtung des Karriere-Modus kann man sich das durchaus vorstellen. So sollen die beiden PSP zwar Daten austauschen, diese werden aber wohl nie synchronisiert. Während beide Spieler beispielsweise unfallfrei die fast gerade Strecke abfahren, kann auf einem der beiden Geräte auch ein Unfall oder Fehler des Gegenübers angezeigt werden, obwohl dieser ganz normal bis ins Ziel fährt. Oder einfach ausgedrückt: Street Supremacy zeigt Vorgänge an, die gar nicht geschehen sind. Das sind wie gesagt jedoch Eindrücke einiger Kollegen.
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