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Kahle Spieldarstellung
Doch der Alltag eines Managers und Trainers besteht nicht nur darin, am Schreibtisch zu sitzen. Irgendwann steht auch mal das erste Saisonspiel auf dem Plan. Hier fällt schnell auf, dass der Szenen-Modus weggefallen ist. Spiele können nur noch in Textform verfolgt werden, wobei sich die verschiedenen Textteile auch ziemlich schnell wiederholen, was aber wohl bei jedem Konkurrent nicht anders ist.
Das ist schade. Wenn es nicht für eine 3D-Perspektive der Spielszenen gereicht hat, dann hätte man sich wenigstens ein 2D-Spielfeld gewünscht, auf dem man Spielzüge sehen kann. So wäre der Spielablauf deutlich näher zum Spieler transportiert worden. In dieser Beziehung punkten die Konkurrenten wohl am meisten, vor allem EA kann mit der FIFA-Engine aus dem Vollen schöpfen. Bei Anstoss 2007 muss eine einfache Anzeigetafel herhalten, bei der sich Spieltempo und Textgeschwindigkeit getrennt von einander festlegen lassen. Dem gegenüber vermittelt das Spiel aber auch sehr viele Statistiken. Während des Spiels kann man Form der Spieler, Spielstände anderer Partien, Blitztabelle usw. aufrufen, in seinem Büro sind die Statistiken der Spieler noch viel umfangreicher, man kann sich durchaus darin verlieren.
Wie es sich für einen Trainer gehört, kann man bei Bedarf auch ins Spiel eingreifen, sprich Auswechslungen vornehmen, die Ausrichtung und Aggressivität verändern.
Schade, dass sich diese Einschnitte ins Spiel, wie auch Halbzeitansprachen, nicht sichtbar auf die Mannschaft auswirken. Die eine oder andere Tat des Trainers mag vielleicht zum gewünschten Ergebnis führen, visuell begreiflich gemacht wird es dem Spieler jedoch nicht. Für die Zukunft aus bestimmten Situationen zu lernen ist so zumindest recht schwer, da man eben nie weiß, ob die Handlung beim letzten Mal geholfen hat.
Muss ich schon wieder neu anfangen?
Fehler gibt es somit genug: Vor allem Text- und Anzeigefehler fallen auf, daneben gibt es Ablauffehler wie die Ignorierung von Ausstiegsklauseln oder völlig unverständliche Zeitungsartikel, in denen man richtig runter gemacht wird, obwohl es mit dem Verein recht gut läuft und Fehler bei der 3D-Darstellung des Vereinsgeländes sind ebenfalls in Maßen vorhanden. Diese Fehler sollen mit kommenden Patches natürlich behoben werden, doch kann es wohl kaum der Anspruch der Entwickler sein, das Spiel nach dem Release etappenweise zu vervollständigen.
Beweis für die Unfertigkeit des Produkts ist die Bedienungsanleitung: Hier werden Funktionen erklärt (z.B. „eigener Verein“), die es letztendlich nie ins „fertige“ Spiel geschafft haben. Ob die Funktionen jemals nachgereicht werden ist unbekannt.
Das alles sind bisher Fehler, mit denen man sich noch abfinden kann, insbesondere Manager-Fans werden gut damit Leben können. Richtig verärgert muss dann jedoch auch der letzte Fan über die Patch-Politik der Entwickler sein, denn von Spielstandskompatibilität scheint man noch nichts gehört zu haben.
Da freut man sich auf der einen Seite, dass mit dem neusten Patch wieder zahlreiche Fehler aus dem Spiel verschwinden, gleichzeitig kann man seine bisher aufgebaute Mannschaft und die für den Verein angesparten Millionen in die Tonne treten.
Neubeginn ist das Zauberwort, bei dem einem wirklich endgültig die Lust ausgeht. Irgendwann hat man die Nase auch mal gestrichen voll und will nicht mehr von Vorne anfangen, dennoch kommt man von Anstoss 2007 einfach nicht los. Alle diese Fehler - mit Ausnahme des Speicherproblems - sind zu verschmerzen und durch Patches teilweise auch schon abgestellt (Textfehler sind größtenteils verschwunden). Ascarons Managerspiel hat einfach das, was ein Spiel letztendlich braucht: Keine Lizenz, keine Topgrafik sondern Spaß und Langzeitmotivation. Vor allem Letzteres macht es aus.
Tiefgang durch Renommee und Reputation
Spielerische Tiefe bringt Anstoss 2007 aber auf jeden Fall mit, das Reputations- und Renommee-Feature steht dabei ganz oben auf der Liste und war ein kluger Schachzug der Entwickler. Denn wir sprechen hier nicht nur über eine weitere Taste im Menü des Spiels, Ansehen des Trainers und des Vereins versprühen im gesamten Spiel ihren Einfluss und sind damit grundlegender Teil der 2007er Version von Anstoss.
Während eines Spiels wird dem Spieler nicht vermittelt, welche Reaktion sein Eingreifen hervorrief, Renommee und Reputation zeigen aber deutlich an, wieso dieser oder jener Spieler nicht in den eigenen Verein wechseln möchte und wieso Sponsoren abspringen oder die Presse schlecht schreib, auch wenn ein paar Bugs dieses Verständnis trüben können, wie zuvor mit den Artikeln in den Zeitungen beschrieben wurde.
Hot-Seat leider verschwunden
Ein großer Punkt, der neben der Spielstandsinkompatibilität viel Leid unter den Anstoss-Fans verstreut, ist das Fehlen des Hot-Seat-Modus. Ein Mehrspieler-Modus ist zwar vorhanden, dieser beschränkt sich aber nur auf Spiele im LAN-Modus.
Platz ist dann für 63 weitere Mitspieler, allerdings wird man wohl in keiner Partie so viele Trainer und Manager zusammenbekommen. Das große Problem ist nämlich hier die unterschiedliche Spielweise einzelner Spieler. Die einen sind nach wenigen Sekunden mit ihren Einstellungen fertig, andere Trainer lassen sich gerne mal länger Zeit, um jede Feinheit abzustimmen. Währenddessen müssen der/die anderen Spieler warten.
Anstoss 2007 bietet zwar eine Möglichkeit dies zu umgehen, indem man die Zeit für Einstellungen begrenzt, doch viele Spieler fühlen sich dadurch gedrängelt.
Auch wenn man selbst einen spielfreien Tag hat, kann es schnell langweilig werden, da man auf den/die anderen Spieler warten muss, die zurzeit ein Match bestreiten. So richtig in Schwung kommt der Netzwerk-Modus also nicht, da sind die Verhandlungen mit Vereinen, die von Mitspieler kontrolliert werden, noch der Unterhaltungshöhepunkt.
Ansonsten ist der Multiplayer-Modus vielmehr als Schlaftablette zu sehen, da die Wartezeiten einfach den Spaß verderben. Wer Mitspieler findet, die sich beeilen, kann aber dennoch etwas Fun abstauben.
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