Crysis 2
Killerspiel-Debatte: CDU/CSU sauer wegen Crysis 2-Nominierung für deutschen Computerspielpreis
HOT! Christliche Fraktion will keine Preise für Killerspiele! Ist die Politik auf einem Auge blind?
25.04.12 um 19:34 von Stefan
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Zum ersten Mal sind beim diesjährigen deutschen Computerspielpreis auch Spiele mit der Altersfreigabe "ab 18 Jahren" nominiert und sollen morgen ausgezeichnet werden. Daher ist dieses Mal auch der deutsche Vorzeige-Shooter Crysis 2 vom Studio Crytek in Frankfurt, der hierzulande wie auch international Bestwertungen abstaubte und haufenweise Preise gewann, für die Auszeichnung "bestes deutsches Spiel" nominiert. Doch das passt der CDU/CSU-Fraktion überhaupt nicht. Diese distanziert sich von der Nomnierung und will keine Preise für Killerspiele.

Zuerst wetterte Wolfgang Börnsen, kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, gegen die Nominierung von Crysis 2, nun folgte die Stellungnahme der CDU und CSU in einer offiziellen Pressemitteilung, die den gleichen Ton anschlägt und argumentativ wieder mal wenig überzeugend unterstellt, die Nominierung für Crysis 2 begründe sich aus dem kommerziellen Erfolg und der technischen Leistung des Spiels. Inhaltliche Qualitäten spricht die Fraktion gar nicht an:

»Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion distanziert sich von der Entscheidung der unabhängigen Jury, in der Kategorie „Bestes Deutsches Spiel“ ein so genanntes Killerspiel zu nominieren. Wir halten diese Nominierung für unvertretbar.

Grundlage für die Vergabe des Computerspielpreises ist nach wie vor ein Mehrheitsbeschluss des Deutschen Bundestages von 2007. Darin heißt es aber: „Wir fordern die Bundesregierung auf, zeitnah einen Preis für qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle Computerspiele zu initiieren. Die einzusetzende unabhängige Jury sollte aus Computerspielen auswählen, die in Deutschland produziert wurden, sich dabei jedoch nicht nach deren kommerziellem Erfolg, sondern in erster Linie nach inhaltlichen Kriterien richten. Der für das Medium zentrale Aspekt der technischen Qualität sollte ebenfalls eine, wenn auch nur sekundäre, Rolle spielen.“

Die jetzige Reduzierung auf den rein technisch-innovativen Aspekt als Kriterium widerspricht diesem Parlamentsbeschluss. Die Jury hat sich nicht an diese eindeutige Vorgabe gehalten. Der kulturell-pädagogische Gesichtspunkt, der dem Grundsatz in Art. 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ entspricht, wird ignoriert.

Wir fordern daher eine grundlegende Neukonzeption, eine deutliche Rückbesinnung auf den kulturell-pädagogischen Wert eines Computerspiels. Darin sind wir uns mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann einig. So genannte Killerspiele dürfen nicht honoriert werden, auch wenn sie technisch noch so ausgereift sind.

Wir tolerieren nach unserem Freiheits- und Demokratieverständnis durchaus jeden Erwachsenen, der diese Art von Spielen in der Freizeit spielt. Sofern es aber um eine Auszeichnung und auch Würdigung eines Computerspieles, auch mit öffentlichen Mitteln geht, beziehen wir Position gegen derartige Spiele.

Auch unter dem Aspekt des Jugendschutzes wird es vielen Eltern jetzt noch schwerer gemacht, für alternative, sinnvolle Spiele zu werben.

In letzter Konsequenz stehen wir daher auch einer Neubesetzung der Jury offen gegenüber.
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Was meint ihr? Zeigt sich die Politik beim Thema Videospiele erneut auf einem Auge blind oder findet ihr ebenfalls, dass ein Spiel wie Crysis 2 nicht nominiert werden dürfte? Diskutiert auf "Facebook" oder twittert eure Meinung an "@GamePire".
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