Call of Duty: Modern Warfare 3
Die geschlagene Nummer 1 bei Modern Warfare 3: Kim Dotcom gibt erstes TV-Interview
HOT! Kim Dotcom: Ich bin nicht der König der Piraterie
02.03.12 um 05:25 von Stefan
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Seit kurzem ist "Megaupload"-Gründer Kim Dotcom (Kim Schmitz) in Neuseeland vorerst wieder auf freiem Fuß und prompt gibt die ehemalige Nummer 1 der Weltrangliste von Call of Duty: Modern Warfare 3 sein erstes TV-Interview beim neuseeländischen Sender "TV 3". Nach seinem Knastaufenthalt ist Kim natürlich nicht mehr die Nummer 1 beim beliebtesten Shooter der Welt.

Im Interview zeigt sich der Deutsche eingeschüchtert und extrem überrascht über die Stürmung seines Ansitzes, nachdem ihm Urheberrechtsverletzungen im großen Stil vorgeworfen wurden (wir berichteten). Ein solches Szenario habe er niemals erwartet und er sieht sich als Opfer des F.B.I., da er mit seinem extravaganten Lebenstil ein leichtes Ziel gewesen sei.
Angesprochen auf sein möglicherweise illegales Geschäftsmodell wehrt sich Kim Dotcom. "Megaupload" habe er 2005 gegründet, das Geschäft laufe somit schon rund sieben Jahre und in der Zeit sei man nur ein einziges Mal verklagt worden, was aber außergerichtlich geregelt wurde. Nie habe man auch nur einen Brief von der MPAA (Motion Picture Association of America) erhalten oder sei von einem der großen Content-Providern wie Warner Bros. oder Sony Pictures kontaktiert oder verklagt worden.

»Wenn sie ein Unternehmen haben und ich bringe ihnen angeblich ein Schaden, der in die Millarden geht, dann sitzen sie nicht einfach rum, schauen zu und tuen nichts. Sie versuchen mich zu verklagen. Die Ermittlungen gingen über 2 Jahre. Die MPAA hat uns alles Mögliche genannt, aber nie kontaktiert oder versucht vor Gericht zu zerren. Wir haben lediglich Löschanfragen erhalten und zwar aus einem einfachen Grund: In den USA gibt es ein Gesetz, das uns schützt! Das ist das gleiche Gesetz, das es erlaubt, dass Youtube noch existiert, dass Google noch existiert. Viacom hat Youtube mal aus ähnlichen Gründen verklagt und Youtube hat gewonnen!«

"Megaupload" sei ein Online-Service-Provider und damit vom Digital Millennium Copyright Act (DMCA) geschützt. Dieses US-Gesetzt befreit Unternehmen von der Haftung bei illegalen Aktionen der User innerhalb ihrer Services. Dazu habe "Megaupload" Nutzungsbedingungen bereitgestellt, die bei jedem Upload von jedem User akzeptiert werden mussten und nur den Upload von Dateien erlaubte, deren Urheberrechte beim Uploader lagen.

"Megaupload" habe etwa 800 abgeschlossene Dateitransfers pro Sekunde generiert, was unmöglich zu überwachen ist. Darüber hinaus verbieten diverse Datenschutzgesetze, in Accounts der User hineinzuschauen und die Dateien zu kontrollieren. Laut Kim Dotcom habe man daher nicht nur selber Links und Dateien auf Anfrage der Rechteinhaber entfernt, die großen Content-Provider hätten sogar freien und direkten Zugang zum Löschen von Inhalten auf den "Megaupload"-Servern gehabt, ohne dass "Megaupload" an diesen Vorgängen direkt beteiligt gewesen wäre. Diese Leistung fällt nicht unter die Anforderungen des DMCA und sei freiwillig von "Megaupload" eingerichtet worden. Sämtliche Rechtsbeistände hätten zudem immer wieder versichert, dass das Geschäftsmodell legal sei, solange man den DMCA erfüllt.

»Ich glaube jeder weiss, dass das Internet für legale und illegale Zwecke verwendet wird. Jeder Service-Provider hat die gleichen Probleme wie wir... Youtube, Google, jeder sitzt im gleichen Boot. Aber man muss an dieser Stelle verstehen, dass wir den Rechteinhabern die Möglichkeit gegeben haben, Links und Dateien zu entfernen, die ihre Rechte verletzen«, erklärt der "Megaupload"-Gründer.

»Es gab nicht nur ein Online-Formular, sie hatten sogar direkten Zugriff auf die Daten auf unseren Servern, um Dateien zu löschen. Sie konnten also auf unser System zugreifen und jeden Link entfernen, ohne dass wir involviert waren. Und wir sprechen hier von über 180 Unternehmen, darunter jedes große Filmstudio, Microsoft und jeder große Content-Provider. Und diese haben von dem System starken Gebrauch gemacht. Man muss verstehen: Dieses System war nicht gesetzlich vorgegeben, wir haben es freiwillig bereit gestellt. Über 15 Mio. Links wurden so entfernt.«

Kim Dotcom sieht sich daher nicht als kriminell an. Seine Anwälte arbeiteten derzeitig ohne dass er einen Penny zahle, da alle seine Mittel eingefroren seien (sein Vermögen soll sich auf $US 150 Mio. belaufen), aber man glaube vor Gericht zu gewinnen, da man sich an den DMCA gehalten habe und im Vergleich zu anderen Anbietern wie "Filesonic" oder "Youtube" sei man mit "Megaupload" ein frommes Lamm gewesen.

»Ich bin nicht der König der Piraterie«, so Kim Dotcom in dem TV-Interview. »Ich habe Online-Speicherplatz und -Bandbreite für User zur Verfügung gestellt und das war es!«

Besteht denn Fluchtgefahr? »Ich bin ein Kämpfer«, sagt der Beschuldigte. »Ich werde dagegen ankämpfen, denn am Ende des Tages weiss meine Familie, weiss ich, dass ich kein Krimineller bin und nichts falsch gemacht habe. Und ich verspreche, dass ich gewinnen werde.«

Das Interview findet ihr unter unserem Related Link.
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