Aliens: Colonial Marines ist ein schlechtes Spiel. SEGA war bislang nicht im Stande uns eine Version zur Verfügung zu stellen, doch die meisten Reviews und Fans zerreißen den Shooter von Gearbox in der Luft und sprechen eine eindeutige Sprache.
Von Gearbox? Nicht ganz... Das Studio, dass euch zum Beispiel letztes Jahr das geniale Borderlands 2 gebracht hat, bürgt mit Aliens: Colonial Marines allem Anschein nach quasi nur mit seinem guten Namen.
Die finale Version von Aliens: Colonial Marines weicht extrem von dem ab, was Gearbox zuvor gezeigt hat. GamePire hat im letzten Jahr persönlich eine beeindruckende Demo des Shooter von Gearbox gezeigt bekommen, doch die finale Version sieht ganz anders aus - viel schlechter! Einen Vergleich zum Demo-Material und der finalen Version zeigt das folgende Video.
Doch wie konnte Aliens: Colonial Marines dermaßen auseinanderbrechen, obwohl es so vielversprechend aussah?
In einem umfassenden Reddit-Post erklärt jemand, der bei Gearbox arbeiten will, die Umstände. Ob dieser jemand wirklich bei dem Studio tätig ist, kann nicht verifiziert werden, doch er erklärt, dass die Entwicklung von ACM (Aliens: Colonial Marines) zu den TimeGate Studios ausgelagert wurde, nachdem Gearbox bereits seit 2006 an dem Projekt arbeitet und unter anderem ja auch mit Borderlands 2 beschäftigt war. Gearbox hatte offiziell auch nie einen Hehl daraus gemacht, allerdings hieß es immer nur, die TimeGate Studios würden die Entwicklung unterstützen. Offenbar übernahmen die TimeGate Studios aber immer mehr Arbeiten und nur noch wenige Gearbox-Angestellte halfen dem Studio aus, insbesondere beim Multiplayer-Modus.
Dem Reddit-Autor nach war Gearbox im letzten September nach der Fertigstellung von Borderlands 2 sehr unzufrieden mit der Arbeit der TimeGate Studios und die Singleplayer-Kampagne soll in einem "erschreckenden Status" gewesen sein. Publisher SEGA war ohnehin schon verärgert, weil Gearbox seit 2006 mehrmals um Verschiebung gebeten hatte, und war kurz davor, rechtliche Schritte gegen Gearbox einzuleiten. Obwohl Gearbox also wusste, dass ACM zur Veröffentlichung ein schlechtes Spiel sein würde, war eine erneute Verschiebung keine Option.
Die TimeGate Studios hätten fast alles über den Haufen geworfen hatte, was Gearbox in den Jahren der Entwicklung an ACM zuvor erarbeitet hatte und waren mit der Entwicklung weit hinter der Deadline. Art und Design der vorangegangenen vier Jahre sollen demnach größtenteils weg gewesen sein. Das Ganze muss zwischen 2010 und Mitte letztens Jahres gewesen sein, der Zeitpunkt, an dem wir auch noch die beeindruckende Demo von Gearbox gezeigt bekommen haben, während TimeGate Studios offensichtlich eine ganz neue Singleplayer-Kampagne zusammengeschustert (angeblich etwa 85% der gesamten Kampagne) und nahezu alles über Bord geworfen hatte.
Bei Gearbox soll dann gegen Ende 2012 beim Team kaum noch jemand Interesse an der Übernahme der Entwicklung gehabt haben, weil man kein zweites Duke Nukem Forever kreieren wollte, welches ebenfalls ein vor vielen Jahren angekündigtes Spiel war, das Gearbox mit unbefriedigender Grundlage 2011 fertiggestellt hatte. Aber ACM musste fertig werden, da ansonsten eine Klage von SEGA drohte. Und so musste Gearbox wiederum vieles verwerfen, was die TimeGate Studios entwickelt hatten und beinahe bei Null starten.
»Die Kampagne machte nicht viel Sinn, die Bosskämpfe waren nicht implementiert, der Speicher der PS3 war überlastet etcetcect. GBX war unzufrieden mit TGs Arbeit und einige der Kampagnen-Karten wurden komplett neu gemacht. Es gab ein paar Feature-Wünsche in der letzten Minute, vor allem weibliche Marines, und unter den GBX-Entwicklern herrschte der Konsens, dass dieses Spiel bei der Auslieferung niemals gut sein könnte. Es war einfach nicht genug Zeit.
Da SEGA kurz davor war, GXB zu verklagen, war die Frage nach einer Verschiebung keine Option und so legte Pecan [Anm.d.R.: Interner Codename für Aliens: Colonial Marines] eine Bruchlandung bei der Zertifizierung und der Auslieferung hin. Geplante Features waren extrem vereinfacht oder hineingequetscht (ein gutes Beispiel sind die Herausforderungen, die in einer unglaublich unlogischen Reihenfolge sind). Probleme, die kein 100%iges Zertifizierungshindernis waren, wurden gänzlich ignoriert, mit der Ausnahme von wirklich grausamen Fehlern. Es war nicht so als würde es GBX nicht kümmern. Ab einem bestimmten Punkt konnten sie einfach nicht riskieren, IRGENDETWAS zu ändern, durch das die Zertifizierung nicht gelingen würde oder das bei anderen Systemen zu Fehlern führen könnte. Und so ist das Produkt, das ihr seht, was ihr bekommt.«
Die Angaben können derzeitig nicht auf ihre Echtheit überprüft werden, doch in Anbetracht des Vergleichs der von Gearbox vor Monaten der Presse und auch GamePire gezeigten Demo und der nun finalen Version (wie im Video zu sehen), ergibt die Schilderung der Entwicklung des Spiels und dem Ergbnis der jetzt veröffentlichten finalen Version des Shooters durchaus Sinn und klingt sehr plausibel.
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