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Das Weltraum-Sci-Fi-MMO EVE Online hat ein Kind bekommen. Es heißt allerdings nicht Kain & Adel Online, sondern DUST 514. Die Erbfolge wurde dabei nicht strikt eingehalten, denn der Sohnemann ist ein PS3-exklusiver Free-to-Play-Shooter aus der First-Person-Perspektive.
An der Open-Beta haben sich bislang einige EVE-Online- und PlayStation-Fans erfreuen dürfen, nun ist der Shooter aus der Beta-Phase entrannt und im regulären Betrieb. Ärgerlich für uns Deutsche ist hier gleich zu Anfang der Wermutstropfen, dass Nicht-PlayStation-Plus-Abonnenten Dank des Jugendschutzes trotzdem 99 Cent zahlen müssen. Ausweichmöglichkeiten für Sonys Altersüberprüfung bieten hierbei demnach eine PlayStation-Plus-Mitgliedschaft oder ein Ausland-Account im PSN.
DUST 514 ist der erste Free-to-Play-Shooter für Konsolen. Ein völliges Novum. Das bedeutet, dass das Spiel (abgesehen von einem Teil des deutschen Marktes) völlig kostenlos ist, man jedoch innerhalb des Spiels Waffen und Ausrüstung oder Verbesserungen des Charakters mit echtem Geld kaufen kann, wenn einem beispielsweise die Zeit fehlt, das nötige Geld durch ausdauerndes Spielen selbst zu verdienen. Ein Muss ist der Einsatz von echtem Geld allerdings nicht. Wie sich DUST 514 als erster Konsolen-Free-to-Play-Shooter im Test schlägt, verraten wir euch im Test.
In den Dropsuit schlüpfen!
Zuerst erstellt ihr euch euren Charakter und sammelt mit diesem fortan durch die Teilnahme an DUST-Schlachten in den Modi Ambush, Skirmish und dem kürzlich eingeführten Domination fleißig Erfahrung sowie die Spielewährung ISK, indem ihr während der Gefechte beispielsweise Gegner ins virtuelle Nirvana schickt oder Teammitglieder heilt und unterstützt. Euer Charakter trägt im Kampf einen sogenannten Dropsuit, die in einer Vielzahl spezialisierter Designs vorliegen und Klassifizierungen (Angriff, Späher, Schwer, Logistik) bieten, durch die sich bestimmte Vorteile in den Bereichen Geschwindigkeit, Mobilität, Verteidigung und Anpassbarkeit ergeben. Eine Unterteilung in Klassen gibt es für die Charaktere selbst nicht, daher bietet DUST für alle die absolute Freiheit in Sachen Anpassungsmöglichkeiten.
Mit den in den Schlachten verdienten SP (Skillpunkten) und ISK verbessert man in fünf Stufen seine Fähigkeiten. Verbesserte Fähigkeiten bei der Eigenschaft „Assault Rifle Operation“ verringern beispielsweise den Rückstoß beim Abfeuern eurer Waffe und sorgen damit für eine bessere Treffergenauigkeit. Entscheidend für die Verbesserungen, die ihr an eurem Dropsuit vornehmen könnt, sind die Rechenleistung der darin befindlichen CPU sowie die Energieversorgung des jeweiligen Dropsuits.
DUST 514 bietet ein wirklich extrem umfangreiches Skill- und Anpassungssystem, das mit seinen Möglichkeiten selbst so manches Rollenspiel deutlich in den Schatten stellt. Jedenfalls kommt hier klar der Einfluss von Mama EVE durch, denn das Skillsystem ist nahe an dem eines MMORPGs. Damit benötigt man natürlich auch jede Menge Zeit. Oder man erkauft sich diese Zeit zurück, indem man im PlayStation Store zum Beispiel SP-Booster oder Aurum zur Anpassung des Dropsuits gegen Echtgeld erwirbt. Man kennt das Spielchen.
Feel free to pay
Free-to-Play-Spiele sind beliebt, denn sie sind prinzipiell kostenlos, tragen oft aber einen Rattenschwanz, der sich als Pay-to-Win-Prinzip manifestiert und euch nur schwer weiterkommen lässt, wenn ihr nicht Gegenstände oder Fähigkeiten kauft. DUST 514 bietet ebenfalls massig geile Ausrüstung, die jedoch auch massig kostbare Zeit in Anspruch nehmen kann... sehr, sehr viel von eurer Zeit, um genau zu sein. Wer nur kurz mal in DUST hereinschaut, wird daher keinen wirklichen Eindruck vom wirklichen Umfang gewinnen können. Allerdings zwingt euch CCP bei DUST 514 glücklicherweise nicht irgendwann, echtes Geld zu investieren, um noch mithalten zu können. Richtig gute Waffen kann man nämlich nur gegen ISK kaufen, die jedoch nicht durch Echtgeld aufgestockt werden können.
Lediglich mit eurem Aurum-Konto, einer weiteren Währung in DUST, lässt sich durch echtes Geld auch virtuelle Kohle im Spiel hinzufügen, die sich jedoch nicht zum Kaufen der wirklich überragenden Ballermänner einsetzen lässt. Aurum wird dazu verwendet, visuelle Upgrades und Varianten von Gegenständen zu kaufen. Wenn Spieler also Gegenstände mittels Aurum erwerben, führt das nicht zu einem unfairen Vorteil gegenüber denen, die nur mit ISK shoppen. Eine lobenswerte Umsetzung.
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