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Im Koop-Modus, in dem der zweite Spieler John Carver kontrolliert, bröckelt natürlich das Gefühl der Isolation weg und geht in weiten Teilen durchaus verloren, dennoch vermeidet Visceral Games gekonnt die typischen Design-Fehler für den Koop-Modus und so gibt es im Singleplayer-Modus beispielsweise keinen K.I. Kameraden, der Carver bei einem fehlenden Online-Partner steuert. Wie gewohnt seid ihr im Singleplayer-Modus die ganze Zeit alleine unterwegs, lediglich die Koop-Missionen sind dann nicht zugänglich, die überwiegend die Geschichte von Carver erzählen. Nur der Spieler, der John Carver kontrolliert, erlebt auch dessen durch den Marker ausgelöste Psychose, an der Isaac Clarke ebenfalls litt.
Zugleich ist der Koop-Modus überraschend gut und erstklassig ausgeführt worden, was durch den fließend möglichen Übergang des gewohnten Singleplayer- zum neuen Koop-Modus für eine völlig neue Art des Survival-Horrors sorgt. Die Gegner fixieren sich auf beide Spieler, die schnell reagieren und sich gegenseitig schützen müssen. Darüber hinaus präsentieren sich die Ingenieursrätsel anders. Beide Spieler müssen hier gleichzeitig Maschinen aktivieren oder ein Spieler muss den anderen verteidigen, während dieser mit der Reparatur von Geräten oder anderen Aufgaben beschäftigt ist. Die gleichzeitige Umsetzung von Singleplayer- und Koop-Modus ist ein Geniestreich von Visceral Games und funktioniert so brillant wie sie überrascht.
Bildgewaltige Inszenierung
Dead Space 3 präsentiert sich mit kristallklarer Optik in gestochen scharfer 1080p-Auflösung. Bildgewaltige und zugleich blutverschmierte und verwüstete Schauplätze, wie man sie etwa beim Blick durch die Panorama-Fenster eines Raumschiffes auf vorbei schwebende Trümmerteile und den von der Sonne angestrahlten Planten erlebt, wirken überaus beeindruckend. Des Weiteren erscheinen die Gänge und Schleusen der Einrichtungen auf den Schiffen oder auf Tau Volantis ebenso wie die von Eisstürmen eingeschlossenen Areale auf dem besagten Eisplaneten unglaublich bedrohlich und sorgen für eine dichte Atmosphäre.
Detaillierte und abwechslungsreiche Texturen samt fantastischer Licht- und Partikeleffekte, wie im Licht schimmernder Staub, kreieren eine düstere und oft nur spärlich beleuchtete Umgebung mit gruselig wirkenden Schattenspielen. Den Vorgängern entsprechend wissen insbesondere die Zero-Gravity-Abschnitte zu begeistern und man spürt förmlich, wie die Luft durch die Schleuse gesogen und das Vakuum erzeugt wird, wenn sich das Dock öffnet und euch den Weg zum Weltall freigibt. Auch die Konter-Moves, mit denen Isaac und Carver sich der Angriffe der Necromorphs erwehren, sind sehr cool in Szene gesetzt und unterstreichen die brachiale Art und Weise, die bei den Gegnerhorden zum Überleben nötig sind.
Ein Heads-up-Display (HUD) gibt es nicht, euch stören also keinerlei Bildschirmanzeigen. Alle wichtigen Informationen, inklusive der verbleibenden Lebensenergie oder der verfügbaren Munition, lassen sich am Anzug bzw. den Waffen von Isaac oder Carver ablesen. Dazu gehört auch, dass das Spiel weiterläuft, wenn ihr zum Beispiel das Inventar öffnet. Es erscheint ein leicht transparentes Fenster vor dem Charakter, doch währenddessen besteht auch die Gefahr, angegriffen zu werden. Zu wirklich jedem Zeitpunkt wird der Spieler damit unter Spannung gesetzt und Momente zum Durchschnaufen sind eine Seltenheit.
Eine Liga für sich
Das Sounddesign des Survival-Horror-Titels ist nichts Geringeres als superb. Explosionen und Waffengeräusche klingen enorm wuchtig und verdeutlichen, welche Feuerkraft hinter der jeweiligen Waffe steckt. Der Soundtrack reiht sich qualitativ in Hollywood-Produktionen wie von Hans Zimmer oder Steve Jablonsky ein. Auf ein Ausnahmeniveau katapultieren Dead Space 3 allerdings die vielen kleinen, dezenten und trotzdem bewusst eingesetzten Sounds, die den Spieler durch Psychoterror immer wieder aufschrecken lassen, verunsichern und durch den Anflug von unterschwelliger Furcht vorantreiben. Ständig hört ihr ein Klappern oder meint Schritte bzw. ein Schlürfen zu hören, während ihr euch umseht und nichts erkennen könnt. Ihr hört Eisenstangen oder andere Objekte umfallen, doch kein Gegner ist in der Nähe und immer wenn ihr euch sicher seit, dass ihr in wenigen Sekunden angegriffen werdet, geschieht einfach gar nichts. Sobald ihr euch hingegen unbedroht fühlt, stehen bereits mehrere Necromorphs hinter euch oder stürmen auf euch zu. Phänomenal und bislang unerreicht!
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