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Vor über 20 Jahren legten Spiele wie Monkey Island oder Maniac Manson den Grundstein für ein Genre, das viele Spieler begeisterte und durch die Jugend begleitete. Lange Zeit war der Nachschub von Point & Click-Adventures jedoch knapp, aber Daedalic Entertainment zeigt uns seit einigen Jahren, wie Point & Click-Adventures im 21. Jahrhundert funktionieren. Das gelingt auch sehr erfolgreich, denn Spiele wie Edna bricht aus, The Whispered World oder Harveys neue Augen, an denen der bekannte Adventure-Entwickler Jan Müller-Michaelis entscheidend mitwirkte, wurden zu wahren Perlen. Mit Deponia legt Daedalic nochmals nach und so könnte möglicherweise das bisher beste Adventure des Unternehmens in den Startlöchern stehen. Ob Jan Müller-Michaelis mit Deponia seine bisher beste Kreation abliefert und wie gut das Game wirklich ist, haben wir für euch unter die Lupe genommen!
Raus aus dem Dreck
Müll, Müll, Müll und noch mehr Müll! Der Hauptcharakter Rufus lebt auf dem Planeten Deponia, der als Mülldeponie benutzt wird. Diese Tatsache und die "postmenstrualen Memos" seiner Ex-Freundin, bei der der egozentrische Lebensversager lebt, machen ihm schwer zu schaffen.
Für ihn gibt es fortan nur ein Ziel: Er muss da raus. Raus aus Deponia und hoch zur Wolkenstadt Elysium. Dort leben die Reichen und werfen ihren Müll rücksichtslos auf seinen Heimatplaneten. Und so stürzt Deponia den Spieler in ein rasantes Abenteuer voller Slapstick, Wortwitz, Running Gags, unerwarteten Wendungen, Rätseln und unglaublich viel Spaß!
Echte Handarbeit
Nach klassischer Point & Click-Manier stopft man sich das Inventar mit mehr oder weniger brauchbaren Einzelteilen für die Flucht voll, kombiniert Mäusefallen mit einer lebenden Zahnbürste... und findet sich schnell im ganz normalen Genre-Wahnsinn wieder! Dabei sticht einem direkt ins Auge, wie detailverliebt die gesamte Welt, jeder einzelne Raum und jeder Wesenszug der verschiedenen Charaktere ist.
Bei Daedalic setzt man noch auf echte Handarbeit, jeder Hintergrund wurde nämlich handgemalt und die Optik im Comicstil glänzt in gestochen scharfer HD-Auflösung. Für die tolle Atmosphäre sorgt neben der visuellen Präsentation zusätzlich auch der Sound. Die Lieder, meist im Takt von metallenem Hämmern und Klopfen, passen perfekt in das Schrottplatz-Flair und tragen die Story sowohl in spannende als auch in extrem komische Momente. Hinzu kommt noch eine hervorragende Synchronisation. Von der egomanisch-chaotisch-selbstzerstörerischen Art von Rufus über die pure Entnervtheit seiner Ex-Freundin Toni bis hin zu den kleinen Nebenrollen kommt jeder Charakter absolut authentisch und perfekt getroffen rüber. Deponia transportiert keinen Müll, sondern Unterhaltung, die man einfach nur verschlingen will.
Eine Reise durch die Popkultur
Das Spiel ist bis zum Rand vollgestopft mit genialen Sprüchen und Anspielungen auf die großen Adventures vergangener Tage. Der gesamte dystopische Lebensumstand auf Deponia wird frei nach der "Futurama"-Art mit schwarzem Humor und viel Sarkasmus hingenommen. Abgefahrene Zufälle und bekloppte Charaktere in einer verrückten Welt trifft man an nahezu jeder Ecke des Spiels.
Rufus selbst scheint dabei die Ungeschicktheit von Guybrush Threepwood, die Arbeitsmoral von Homer Simpson und die sozialen Kompetenzen von Bernd Stromberg geerbt zu haben. "Da wo ich hingehe, brauche ich keinen Seitenschneider!" Aus einer solchen Anspielung auf "Zurück in die Zukunft" wird schnell einer der unzähligen Running Gags von Deponia. Wieso? Weil man nämlich nur kurze Zeit später den - natürlich - Seitenschneider mehr als jedes andere Utensil im Inventar benötigt.
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