WWE 12
WWE 12
THQs neuer Wrestling-Titel trägt nun einen kürzeren Namen, hat es aber in sich!
24.12.11 um 12:57 von Thomas M.
Bewerte diesen Artikel:
Anzahl der Bewertungen: 0
Nachdem die Tripple H-Storyline beendet ist, geht es dann in eine ganz neue Richtung. Ein selbst kreierter Newcomer namens Jacob Cass kommt als Gewinner der Nachwuchs-Show NXT in die WWE und will sich einen Namen machen. Die vielen Bekannten, die dies vor ihm bereits geschafft haben, bereiten ihm keinen freundlichen Empfang, aber der neue General Manager und sein selbsternannter Mentor Rey Misterio nehmen ihn scheinbar unter ihre Fittiche und geben ihm die Chance, sich zu beweisen. Scheinbar? So nah beieinander wie in der WWE sind Treue und Verrat nur selten angesiedelt. Was in der Realität eine Woche von Sendung zu Sendung braucht, wird hier jedoch stark komprimiert und das Drumherum neben der Story des jeweiligen Protagonisten wird weitestgehend weggelassen.
Die dritte Storyline ist zugegeben die Schwächste in der Folge, da die Identifikation mit einem Newcomer wohl den wenigsten WWE-Fans behagt. Auch kommen unserer Ansicht nach zu wenige Superstars des riesigen Roasters in den Storylines vor, wenngleich gerade in der letzten „Jacob Cass“-Story ein wahres Feuerwerk an bekannten Gesichtern aus den Zeiten der WCW-Ära Gastauftritte absolvieren. Ein dicker Patzer ist jedoch, dass trotz der vielen WCW-Arenen und der Zeitspanne, die zurück liegt, Jim Ross und Jerry Lawler am Kommentatoren-Pult hocken. Ein Grund mehr, einen Gegner hindurch zu jagen!
Insgesamt ist aber auch die letzte Storyline gut inszeniert und erinnert an die NWO-Machtübernahme aus Zeiten der WCW. Für diejenigen, die dies weiter ausreizen möchten, gibt es genug Futter, um sich eine eigene Storyline zusammenzubauen.

Badder - Das böseste Wrestling-Spiel aller Zeiten?
Böse? Böse Fehler in der Programmierung fallen zumindest kaum ins Auge. Allenfalls die häufiger vorkommenden Clipping-Fehler nerven etwas, was zum Beispiel in den UFC-Spielen von THQ besser funktioniert hat. Grobe grafische Mängel sind sonst kaum zu finden, etwas unschön sind jedoch die sehr unrealistisch und langsam schwingenden Ring-Seile.
WWE 12 schlägt auf den ersten Blick zudem eine eher seichtere Richtung ein, denn wo in den vorherigen Teilen nach einer Reihe von Schlägen auf den Kopf des Gegners der rote Lebenssaft floss, ist in WWE 12 nichts zu sehen. Somit schien es auch unwahrscheinlich, dass es First-Blood-Matches gibt, aber weit gefehlt! Ein kurzer Blick in die Einstellungen lässt es zu, das standardmäßig abgeschaltete Blut einzuschalten.
Wirklich böse sind jedoch die Story-Twists im Spiel, die kaum vorausschaubar sind. Kaum glaubt man die geplante Story verstanden zu haben, passiert genau das Gegenteil… Kaum meint man ein Match trotz aller Widrigkeiten gewonnen zu haben, kommt der nächste Superstar in den Ring gestürmt oder fällt uns auf der Rampe in den Rücken. Im Road to Wrestlemania-Modus werden viele Matches mit einem bestimmten Ziel (Objective) bestritten. Wenn der oder die Gegner schwach genug sind, wird durch das Betätigen der zuständigen Taste eine Zwischensequenz in Ingame-Grafik ausgelöst, die die Handlung aufgreift und gezielt fortführt. Auf der einen Seite ist dies ein guter Ansatz, um das Spielgeschehen zu steuern, während man in den Vorgängern einfach jedes Match so oft wiederholte bis man gewonnen hat, auf der anderen Seite ist das Ganze ein entscheidender Eingriff in das Spielgeschehen… Gut zu wissen also, dass in den Cut-Scenes der klar überlegene Wrestler durch nicht ganz legitime Eingriffe um den Sieg betrogen wird oder beim Feiern seines Sieges und Auszug aus der Halle direkt am Ausgang noch schnell einen RKO von Randy Orton erwarten darf. Herrlich böse…
Ganz besonders böse sind auch einige der Aktionen, die wir zu Gesicht bekommen. Stahltreppen, die auf Beine fliegen, Superstars, die aus dem Ring und durch Tische geworfen werden, und Stühle, die zu Monate-langen Verletzungen führen. Das ist die WWE in ihren extremsten Ausprägungen und Darstellungen.

Better - Das beste Wrestling-Spiel aller Zeiten!
Die etwas angestaubte Grafikengine, die bei den Vorgängern bis zur Erschöpfung ausgereizt wurde, ist nicht mehr dabei. Engine und Spielmechanik wurden für WWE 12 grundlegend überarbeitet, ohne aber die bereits sehr guten Umsetzungen völlig zu verwerfen. So trifft ein guter Mix aus Vertrautem auf ein passendes Level an Neuheiten.
Die neu eingeführte Steuerung vom letzten Titel, bei der die Grapple-Moves über den rechten Analog-Stick veranlasst wurden, wurde wieder abgeschafft und durch Griffe mittels Button und den Richtungstasten ausgetauscht, ohne dabei die Angriffsvielfalt zu reduzieren. Abhängig von der Position werden verschiedene Moves ausgeführt und im Griff selbst kann die Position verändert werden, um gezielt und wiederholt die gleichen Angriffe zu probieren. Das neue Limb-System erlaubt es darüber hinaus, gezielt einzelne Körperteile (Arme, Beine, Rumpf, Kopf) zu attackieren und so spezielle Finisher des jeweiligen Superstars vorzubereiten. Die Angriffe haben hierbei direkte Auswirkung auf die Steuerung des angeschlagenen Charakters.
Ebenfalls optimiert wurde das Multiplayer-Erlebnis. So ist es endlich möglich, in begonnene Move-Ketten der Mitspieler und Gegner einzugreifen, wenn diese bereits einen Griff angesetzt haben. Gleichzeitig ist die Häufigkeit der Rope-Breaks deutlich reduziert worden. Angriffe können durch die universelle Kontertaste gekontert werden, aber in einem beinahe zu knappen Zeitraum, den der Computergegner deutlich besser trifft als der Spieler. So enden viele Konterversuche im sinnlosen Tasten-Kloppen.
 Screenshots
 Comments

Du bist nicht eingeloggt!
Du musst in My GP eingeloggt sein, um Comments eintragen zu können.
 Facts
Name: WWE 12
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Yukes/THQ
Genre: Beat 'em Up
Spieler: 1-12 (online)
HDTV bis zu: 1080p
Xbox Live: Onlinespiele/Content-Download/Ranglisten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Englisch/Deutsch
Geeignet für: Wrestling-Fans
Release:22.11.11
 Pro + Cons
 PRO:
+ Neue Grafik- und Physikengine
+ Dynamisches Spielgeschehen
+ Großes Roaster
+ Anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad
+ WWE-nahe Stories
+ Lange Spielzeit
+ Original-Kommentatoren
+ Original-Stimmen der Wrestler
+ Klassische Steuerung
+ Online-Modus nun auch mit 40 Mann Battle
+ Anpassbare Spielumgebung durch eigene Kreationen
+ Starke DLC-Unterstützung
 CONTRA:
- Frustrierendes Kontersystem
- Clipping-Fehler
- Tonaussetzer während der Ladezeiten
- Wichtige Wrestler der Gegenwart fehlen
- Hohe Nebenkosten durch DLC
1
 Verwandte Artikel