The Witcher 2: Assassins of Kings
The Witcher 2: Assassins of Kings
Der Nachfolger zum Rollenspiel-Hit aus dem Jahre 2007 im Test.
25.06.11 um 02:32 von Thomas
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Wie häufig mussten wir in der Vergangenheit bereits feststellen, dass aus einer guten Filmvorlage ein eher mäßiges Videospiel hervor ging? Versucht diese Frage bitte nicht ernsthaft zu beantworten, das Suchen nach entsprechenden Titeln würde nämlich sehr lange dauern. Wie oft hingegen gelang es, aus einer guten Romanvorlage einen guten Film entstehen zu lassen? Sicherlich wesentlich häufiger. Aber stellt man sich nun die Frage, wie oft ein gelungenes Videospiel bis heute auf einer Romanvorlage beruhte, so kommt man doch stark ins Grübeln und letztlich fällt einem trotzdem nur ein nennenswerter Titel ein: Das im Jahr 2007 veröffentlichte und von CD Projekt RED entwickelte Rollenspiel The Witcher.
Das polnische Studio bediente sich bei den Romanen des ebenfalls aus Polen stammenden Fantasy-Autors Andrzej Sapkowski. Die Hauptfigur jener Romane stellt die tragische Figur Geralt von Riva dar, der als sogenannter Hexer in allerlei Korruption, diversen Hinterhalten und Morden verstrickt war, um seinen Zielen nachzugehen und als Anti-Held doch der gerechten Sache zu dienen.
Wenngleich der erste The Witcher-Teil noch ein wahres Bug-Monster war und erst später in einer Enhanced Edition zu dem wurde, was es ursprünglich hätte sein sollen, waren die Erwartungen beim Nachfolger dennoch wesentlich höher und viele Fans des Vorgängers erwarten in diesem Jahr mit The Witcher 2: Assassins of Kings das vielleicht größte Rollenspiel des Jahres, das selbst die Dragon Age-Reihe aus dem Hause BioWare alt aussehen lassen könnte.

Düster, dunkel, The Witcher 2
Genau wie sein Vorgänger spielt The Witcher 2 in einer düsteren Fantasy-Welt, die für Gamer unter 16 Jahren definitiv nicht geeignet ist. Hier nämlich bekriegen sich die Königreiche pausenlos, brandschatzen Städte und Dörfer und schmücken eben jenen gewalthaltigen Rahmen mit einer Prise Sex und noch mehr Gewalt. In jener Welt von Andrzej Sapkowski spiegelt sich ein klares Bild und unverschöntes Gesicht der wahren Gesellschaft wieder, das in dieser stimmungsvollen und künstlich erschaffenen Umgebung sein treffendes Sprachrohr findet. Raub, Mord und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung, Elfen und Zwerge vegetieren als Bürger zweiter Klasse dahin oder bestehen als Guerilla gegen ihre menschlichen Unterdrücker.

Fernab jeglicher politischer Wirren hängt der besagte Hexer Geralt zu Beginn des Spiels in einem Kerker und erträgt die Peinigungen seiner Wächter. Wie er dorthin gelangt ist, erklärt ein vorzüglich erzählter Prolog, der bereits am Anfang alle Register zieht und ein actiongeladenes Rollenspiel erwarten lässt. Geralt muss nämlich seinen alten Freund, den König Foltest, zu einer Belagerungsschlacht begleiten, wo er dann nicht nur auf menschliche Gegner trifft, sondern am Ende auch noch gegen einen ausgewachsenen Drachen kämpft. Wie Geralt jedoch ins und besonders aus dem Gefängnis gekommen ist, müsst ihr schon selbst erkunden. Kaum aus dem Kerker entkommen, streunt der Hexer in einem ziemlich heruntergekommenen Dorf herum….
Was genau alles während der Geschichte passiert, wollen wir nicht vorweg nehmen. Es sei nur so viel gesagt: Die Geschichte von The Witcher 2 bietet eine Menge an überraschenden Wendungen, die zudem erzählerisch sehr gut vermittelt werden. Ein Großteil der Geschichte wird allerdings innerhalb der Dialoge vorangetrieben, wodurch natürlich sehr gut aufgepasst werden muss, was wann und wo gerade passiert oder passieren soll. Eher seltener - dafür aber gut gemacht - sind einige kinoreif inszenierte Sequenzen in Ingame-Grafik, die für die schlichten Dialoge allemal entschädigen.
Als ziemlich interessant entpuppt sich während der Erzählung, dass die Geschichte gelegentlich auch anderen Perspektiven folgt, um noch tiefer in die eigentliche Handlung einzusteigen. Insgesamt erstreckt sich The Witcher 2 über drei Story-Akte, die allesamt viel Abwechslung bieten, zumal sich der zweite (je nach Entscheidungen im ersten Akt) fast vollkommen unterschiedlich präsentieren kann. Lediglich der dritte Akt flacht im Vergleich etwas ab und hinterlässt kein wirklich würdiges Ende für die insgesamt mehr als gute Geschichte.
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 Facts
Name: The Witcher 2: Assassins of Kings
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: CD Project RED/Namco Bandai Games
Genre: Action-Rollenspiel
Spieler: 1
HDTV bis zu: -
Speicher: min. 16.0GB Festplattenspeicher
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Liebhaber komplexer und erwachsener Rollenspiele.
Release:17.05.11
 Pro + Cons
 PRO:
+ Packende Geschichte
+ Hoher Wiederspielwert
+ 30+ Stunden Spielspaß
+ Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen
+ Unterschiedliche Enden
+ Überaus atmosphärisch
+ Beeindruckende Technik
+ Erstklassige Animationen
+ Wuchtige Sound-Kulisse
+ Gut synchronisierte Sprecher
+ Ausgiebige Charaktererstellung
+ Toll inszenierte Schlachten
+ Übersichtlichere Menüs
+ Viele gute Nebenaufträge
+ Sehr gutes, taktisches Kampfsystem
+ Unterhaltsame Boss-Kämpfe
+ Sinnvolles Item-Crafting
 CONTRA:
- Enttäuschender letzter Akt
- Teils ungenaue Maussteuerung
- Kleine K.I. Aussetzer
- Wenig nützliche Beutestücke
- Hohe Systemanforderungen
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