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Bis vor wenigen Jahren dominierten zwei Spieleserien das 3rd-Person-Horror-Genre: Die Action-orientierte Resident Evil-Serie von Capcom auf der einen Seite, Konamis Silent Hill-Reihe mit seinem psychologischen Horror auf der anderen Seite. Seit dem Release von Dead Space hat sich jedoch ein weiterer Big Player in diesem Bereich etabliert. Dead Space kombinierte Ende 2009 die Erfolgsrezepte der beiden Konkurrenten und setzte auf reichlich Action, spielte mit seinen äußerst eindrucksvollen und gruseligen Schockmomenten aber ebenso mit der Psyche der Spieler. Es gab trotzdem den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt, denn immerhin handelte es sich um eine völlig neue und somit noch nicht perfekte Marke, das Missionsdesign war sehr linear und auch das Leveldesign fanden manche Spieler und Fans zu eintönig.
Mit Dead Space 2 will das verantwortliche Studio Visceral Games zum erneuten Rundumschlag ausholen, die kleinen Mankos des Vorgängers ausbügeln und dem Ganzen gleichzeitig die Krone aufsetzen. Das ist den Entwicklern definitiv gelungen und nachdem wir EA auf der Gamescom 2010 schon mehrmals aufsuchten, um mit den Entwicklern die Dead Space 2-Demo immer und immer wieder durchzuspielen, steht nun fest: Dead Space 2 ist ein Monster von einem Nachfolger! Warum? Das erklärt euch unser Review zum wahrscheinlich besten Nachfolger der letzten Jahre.
Was war denn da los?
Dabei hatte es Dead Space 2 nun wirklich nicht leicht bis sich die Disc in unseren Laufwerken drehte. Fünf Mal musste der Action-Titel bei der USK vorgelegt werden, bekam dann eine Freigabe für Gamer mit einem Mindestalter von 18 Jahren, doch das wollte das Bundesland Bayern nicht anerkennen und so musste Dead Space 2 als erster Spieletitel überhaupt ins sogenannte Appellationsverfahren. Die USK bestätigte zwar auch hier die Altersfreigabe "Ab 18 Jahren", doch die ungeplante Prüfungsverlängerung hatte eine Verschiebung des Release in Deutschland von rund vier Wochen zur Folge. Die in Deutschland erhältliche Version ist übrigens uncut und mit der internationalen Fassung bis auf einen Punkt identisch: Einzig Friendly Fire (also Schaden beim Beschuss eines Teammitglieds) wurde im Multiplayer-Modus des Spiels entfernt – würde man es nicht wissen, es würde nicht auffallen.
Der neue Isaac
Der erste Teil war zwar ein Erfolg, doch als neue Marke ist die Fanbase und Bekanntheit natürlich nicht annähernd so groß wie bei den gestanden Serien von Capcom und Konami. Daher wird euch vor Spielstart die Möglichkeit gegeben, eine Einleitung anzusehen, in der die Ereignisse aus Dead Space zusammengefasst und erläutert werden.
In Dead Space 2 wird erneut Isaac Clarke, der C.E.C.-Techniker (Concordance Extraction Corporation), der als einziger die Alienseuche auf dem Raumschiff USS Ishimura überlebte, vom Horror heimgesucht. Nach seiner Flucht erwacht Isaac auf einer gigantischen Raumstadt namens "Sprawl" aus dem Koma. Der Albtraum hat noch immer kein Ende genommen und wir übernehmen erneut die Kontrolle über Isaac, der als erstes einen Sprinttest absolvieren darf und vor den Necromorphs flüchten muss, die schon wenige Sekunden nach dem Spielstart aus allen Ecken hervorspringen und es auf euch abgesehen haben. Als wären die Necromorphs nicht schon Problem genug, kämpft Isaac nach den erschreckenden Erlebnissen auf der USS Ishimura auch noch gegen den eigenen Wahnsinn an, wird von der Regierung gejagt und von Visionen seiner toten Freundin geplagt. Diese Entwicklung von Isaac macht aus dem Ganzen eine sehr persönliche Geschichte über einen völlig normalen Typen, der etwas Grausames erlebt hat und dadurch psychische Probleme bekommt. Deshalb wirkt die Handlung auch sehr glaubhaft, denn es würde wohl uns allen so wie Isaac ergehen und man spürt dies als Spieler.
The next Level
Große Experimente macht Visceral Games mit Dead Space 2 nicht. Die wenigen kleinen Schwächen des Vorgängers wurden konsequent ausradiert, die Stärken unterstrichen und nahezu jeder Bereich des Spiels wurde größer, besser und spektakulärer inszeniert. Dabei wurde die Atmosphäre natürlich nicht vergessen und so treibt Dead Space 2 eure Psyche mit seinen dunklen und durch flackerndes Licht nur partiell erleuchteten Gängen und Arealen, plötzlich einher fallenden Gegnern, dramatischen Schockmomenten oder den subtilen Soundeffekten ein ums andere Mal an ihre Grenze und lässt euch schweißgebadet und ein wenig verstört vor dem Bildschirm zurück.
Verbessert zeigt sich der Hauptcharakter Isaac, der sich in Zeiten von überraschenden Necromorphangriffen zumindest über ein Upgrade seines Anzugs, der wieder alle wichtigen Bildschirmanzeigen als Hologramm beherbergt, freuen darf und nun über verbesserte Nahkampf-Angriffe sowie über erweiterte Kinese- und Stase-Fähigkeiten verfügt. Durchaus nützlich ist auch das Auffüllen von Lebensenergie und Stase durch simples Betätigen von Kreis bzw. Dreieck auf dem PS3-Controller oder der B- und Y-Taste auf dem Xbox 360-Controller, wodurch der Wechsel ins Inventar entfällt und ihr euch voll auf den Kampf konzentrieren könnt. Für die Zero-G-Abschnitte wurde hingegen die Steuerung komplett überarbeitet und durch den neuen Anzug mit seinen Mini-Triebwerken habt ihr jetzt die komplette 360-Grad Bewegungsfreiheit in der Schwerelosigkeit und das doch sehr beschränkte Fortbewegen von einer zur anderen Wand aus dem Vorgänger wurde zum Glück gänzlich verworfen. Die Steuerung in den Zero-G-Abschnitten funktioniert im Großen und Ganzen sehr gut, zeigt sich hier und da aber auch mal etwas widerspenstig.
Zudem kann Isaac ab sofort Harpunen, Eisenbolzen oder sogar Körperteile der Necromorphs mittels Kinese-Griff aufnehmen und auf die Gegner abfeuern, um diese aufzuspießen oder an Wände zu tackern. Man kann außerdem Tore in der Außenhülle öffnen, um durch das Vakuum Gegner und Objekte ins Weltall zu saugen und sich den Problemen so zu entledigen.
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