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Mass Effect gehört wohl zu den besten neuen Marken der aktuellen Konsolengeneration, war auf Konsolenseite bisher allerdings nur den Xbox 360-Spielern vorbehalten. Der erste Teil von BioWares Space-RPG-Shooter erschien noch im Vertrieb von Microsoft, bevor BioWare von EA übernommen wurde, was Hoffnungen einer PS3-Umsetzung schon im Ansatz erstickt.
Im Januar 2010 kam dann endlich das sehnsüchtig erwartete Mass Effect 2 für Xbox 360 und PC auf den Markt und es dauerte noch bis zur Gamescom 2010 im August bis auch endlich die PS3-Umsetzung bestätigt und angekündigt wurde. Wieso Commander Shepard auf Sonys Flaggschiff sein neues Zuhause gefunden hat und was Mass Effect 2 auf der PlayStation 3 zur ultimativen Version macht, das erklärt unser Test.
Interaktiver Comic
Für gewöhnlich fängt diese Art von Vergleichstest damit an, dass wir euch mitteilen müssen, inhaltlich seien Xbox 360- und PS3-Version identisch. Das stimmt aber bei Mass Effect 2 nur bedingt. BioWare entschädigt die PS3-Spieler für das lange Warten mit all den Downloadinhalten, für die PC- und Xbox 360-Spieler in der Summe tief in die Tasche greifen mussten. Sämtlicher bisher veröffentlichter Downloadinhalt ist bereits in der PS3-Version enthalten – ohne Aufpreis. Das sind etwa 6 Stunden spielbarer Bonusinhalt, den Besitzer der schwarzen Sony-Konsole dazu erhalten.
Der zweite gravierende Unterschied ist der Start des Spiels. Bei PC- und Xbox 360-Spielern prüft Mass Effect 2 die Spielstände des Vorgängers und übernimmt so im ersten Teil von euch gefällte Entscheidungen. Im ersten Teil gestorbene Charaktere sind somit beispielsweise auch in Teil 2 nicht mehr verfügbar. Das Ganze funktioniert auf der PS3 natürlich nicht, da Microsoft Publisher von Mass Effect 1 war. Deshalb enthält die PS3-Fassung einen Downloadgutschein, mit dem ihr euch einen interaktiven Comic aus dem PSN herunterladen könnt. Dieser Comic läuft gut 15 Minuten und bringt euch die Story des ersten Teils näher, zudem dürft ihr ein paar Entscheidungen treffen, die das Auslesen des Vorgängerspielstandes auf der PS3 ersetzen.
So müssen Umsetzungen aussehen!
Aber auch technisch hat sich BioWare viel Mühe gegeben, um Mass Effect 2 auf die PS3 zu bringen. Die Steuerung wurde prima auf den Sony-Controller übertragen und man hat keinerlei Probleme, Commander Shepard durch die Gänge und Landschaften zu bewegen. Die PS3-Version steuert sich quasi identisch zur Xbox 360-Variante, was aber leider auch bedeutet, dass die etwas unvorteilhafte Kamera übernommen wurde. Diese zentriert sich leider nicht automatisch und so verliert man mal gerne den Überblick, wenn Shepard abbiegt. Durch Nachjustieren mit dem rechten Analogstick hat man dieses Manko aber schnell ausgeglichen.
Auf der optischen Seite hat sich BioWare dazu entschlossen (da das Studio derzeit auch an Mass Effect 3 arbeitet), die etwas verbesserte Grafikengine für den dritten Teil auch schon für Mass Effect 2 auf der PS3 einzusetzen. Die PS3-Version läuft butterweich und bietet zugleich leicht verbesserte Texturen sowie ein überarbeitetes Lichteffektesystem. Mass Effect 2 ist nebenbei auch die erste PS3-Entwicklung von BioWare, die komplett inhouse entwickelt wurde und BioWare steht immerhin für Qualität. Die Angst vor einer lieblosen Umsetzung, die der Xbox 360-Version unterlegen ist, ist also völlig unbegründet. Wir würden uns wünschen, dass mehr Umsetzungen so gut ausfallen wie BioWares Mass Effect 2 für die PS3. Wer ganz genau wissen will, was Mass Effect 2 ausmacht, sollte unseren Test zur Xbox 360-Version lesen, da wir uns hier nur auf die Unterschiede und die visuelle Qualität der PS3-Fassung beschränkt haben.
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