Sniper: Ghost Warrior
Sniper: Ghost Warrior
Als Scharfschütze nimmt man es ganz genau und das gleiche gilt für unsere Tests!
29.07.10 um 00:27 von Thomas
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Einige der unterschiedlichen Gadgets, die zu eurem Repertoire zählen, kommen wie der gute Wurfhaken viel zu selten zum Einsatz und ihr seid die meiste Zeit des Spiels mit dem leisen Schleichen und Kriechen durch die Umgebung beschäftigt. Ebenfalls zu wenig genutzt bleibt das Potenzial, das die verschiedenen Wettereinflüsse bezüglich der Schussgenauigkeit des Scharfschützengewehrs geboten hätten. Egal ob nun Nebel, Regen oder strahlender Sonnenschein, die Schussgenauigkeit bleibt im Grunde immer identisch und das ist etwas enttäuschend. Wenngleich es sich bei diesem Titel wahrlich nicht um eine Lebenssimulation handeln soll, so hätte man trotzdem jene Einwirkungen nutzen und integrieren können.

Übertrieben zelebriert wurden hingegen die Kopfschüsse, die extra in einer Superzeitlupe dargestellt werden, um den Spieler vielleicht sogar für sein brutales Vorgehen zu belohnen. Ein Fünkchen weniger wäre hier wieder mal mehr gewesen. Gerade zu Zeiten der immer wieder auftauchenden Killerspiel-Debatte sollte mehr Wert auf die spielerische Tiefe gelegt und den Kritikern nicht unnötig Munition für einen gesetzlichen Kopfschuss gegen die Videospielindustrie geliefert werden.
Neben all den Scharfschützeneinlagen gibt es allerdings auch gewöhnliche Action-Kost wie man es von First-Person-Shootern gewohnt ist. Wenn das Sturmgewehr in die Hand genommen und aus nächster Nähe die Gegnerhorden aufgeschreckt werden, spätestens dann weiß man, wo man gelandet ist. Doch keine Sorge, denn sobald es zum finalen Schuss kommt, der selbstverständlich mit dem Scharfschützengewehr erledigt wird, darf der Spieler wieder in seine gewohnte Rolle des Campers schlüpfen.

Mehrspielermodus und nur Camper?
Für manch spannende Multiplayerpartie sind Camper wirklich eine Spaßbremse, denn wer hat schon Lust, sich von jemandem abknallen zu lassen, der ohnehin nur gemütlich drauf wartet, dass ein Ziel vorbeiläuft, während man selbst voller Tatendrang losprescht? Daher ist die Frage durchaus berechtigt, ob der Mehrspielermodus von Sniper: Ghost Warrior nicht von vornherein zum langweiligen Versteckspiel verkümmert. Neben dem nicht gerade umfangreichen Einzelspielermodus sind im Multiplayermodus nur drei Spielmodi (Deathmatch, Team Deathmatch, VIP) vorhanden, für die nur sechs kleine Karten für maximal 12 Mitspieler zur Verfügung stehen.
Es darf zwar aus vier verschiedenen Klassen, die sich durch unterschiedliche Scharfschützengewehre, Gesundheits- sowie Geschwindigkeitswerte unterscheiden, gewählt werden, doch sind die Karten leider zu klein, weshalb kein wahres Sniper-Gefühl aufkommt. Maps wie in Battlefield: Bad Company 2 wären hier sicher angemessener gewesen. Hinzu kommt, dass eure Gegner auf dem Minikompass auch noch angezeigt werden, was dem Ganzen natürlich wahnsinnig viel Spannung raubt und nicht wirklich viele Möglichkeiten lässt, um sich irgendwo im Dickicht zu verschanzen. Oft arten die langweiligen Matches auch wegen des Kompasses einfach zum wilden Herumgerenne aus, bei dem die meisten Kills dann doch mit den schallgedämpften Pistolen erzielt werden. So hat man sich das Ganze nicht vorgestellt und auf diese Weise wurde wirklich viel Potenzial verschenkt!

Nachtigall, ich hör dir trapsen
Unter der Haube von Sniper: Ghost Warrior arbeitet die nunmehr vierte Generation der Chrome-Engine, die unter anderem auch in Call of Juarez: Bound in Blood zum Einsatz kam und bereits dort eine schöne Grafik hervorzauberte. Obwohl diese Engine aus Polen zu den Konkurrenten der zwei Jahre alten CryEngine zählt, hat letztere auch heute noch die Nase vorne.
Die dichte Vegetation, die stimmige Beleuchtung und vor allem die hohe Weitsicht können sich bei Sniper: Ghost Warrior durchaus sehen lassen, doch aus der Nähe betrachtet fallen dann doch die schwammigen Texturen und teilweise etwas hölzernen Animationen der Charaktere negativ auf.

Beim Sound gibt es kaum Anlass zur Kritik: Der Dschungel liefert eine stimmige Geräuschkulisse, die Musik passt gut zum Geschehen und die deutschen Sprecher liefern einen guten Job ab. Einige Ausnahmen gibt es jedoch fast immer und so könnten die Waffensounds und Explosionen etwas mehr Wumms vertragen. Deshalb kann Tyler Wells Abenteuer stellenweise ziemlich unspektakulär wirken, aber allzu viel Krach sollte ein Scharfschütze natürlich ohnehin nicht machen.
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 Facts
Name: Sniper: Ghost Warrior
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: City Interactive
Genre: First-Person-Shooter
Spieler: 1-12 (online)
HDTV bis zu: -
Speicher: min. 6.5GB Festplattenspeicher
Altersfreigabe: Ohne Jugendfreigabe gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Präzisionsfetischisten und geduldige Shooter-Fans.
Release:24.06.10
 Pro + Cons
 PRO:
+ Gutes Storytelling
+ Authentisches Sniper-Gefühl
+ Abwechslung innerhalb der Kampagne
+ Gute Hilfestellungen in unteren Schwierigkeitsgraden
+ Spannende Atmosphäre
+ Faires Checkpoint-System
+ Schöne Grafik
+ Stimmiger Sound und passende Musikuntermalung
+ Drei Schwierigkeitsgrade
+ Freischaltbare Extras
+ Viele Zwischensequenzen
 CONTRA:
- Grafik wirkt aus der Nähe etwas unscharf
- Zu geringer Umfang
- K.I. teils viel zu treffsicher
- Einige Sound sind zu lasch
- Action-Sequenzen wenig spannend
- Langweiliger Mehrspielermodus
- Zu wenig Wiederspielwert
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