Saw
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Jigsaw treibt seine kranken Spiele nun auch auf der Konsole. Wir haben überlebt!
17.12.09 um 01:31 von Stefan
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Ganze sechs Filme hat die Saw-Reihe bereits zu bieten und erst jetzt veröffentlicht Konami auch das erste Spiel dazu. Unser eins, der sich bereits seit Jahren mit Videospielen beschäftigt, steht Umsetzungen von Filmlizenzen ohnehin schon von Natur aus skeptisch gegenüber und wenn dann die Filme - wie bei Saw - schon keine Meisterwerke sind, dann schrillen alle Alarmsirenen. Ob es sich in diesem Fall jedoch um ein ungerechtfertigtes Vorurteil handelt oder ob die Umsetzung von Saw in die eigene Falle gelaufen ist? Wir haben uns mit Jigsaw angelegt und es war kein dauerhaftes Vergnügen…

Ein krankes Spiel…
Die Story ist grundsätzlich gar nicht so schlecht. Wie in den Filmen steht auch im Spiel die Idee von Menschen, die ihre Privilegien nicht zu schätzen wissen, sowie Sünde und Sühne im Mittelpunkt. Und genau daraus macht der Jigsaw-Killer ein bestialisches Spiel, denn er stellt gewisse Menschen vor abartige Entscheidungen: Im ersten Film etwa steht ein Vater vor der Wahl, eine ihm unbekannte Mutter und deren Tochter zu töten, um so den eigenen Sohn zu retten. Anderenfalls würde er seinen Sohn dem sicheren Tod überlassen. Jigsaw steckt diese besagten Menschen zumeist zusammen mit limitierten Werkzeugen in ausgeklügelte Fallen, die sie nur überleben, wenn sie Opfer bringen und für ihre Sünden bezahlen oder ihre Privilegien endlich wertschätzen. Würde sich der arrogante Arzt das Bein absägen, um seine Familie zu retten? Ist das Ritzen eines Mannes mit Rasierklingen ein Hilfeschrei oder tatsächlich der Todeswunsch? Würde sich dieser Mann durch ein enges Netz voller Klingen und Stacheldraht zum Ausgang zwängen?
In der Videospielumsetzung übernehmt ihr die Kontrolle über den Polizisten David Tapp, der hinter dem brutalen Jigsaw-Killer her ist. Dabei steigert er sich bis zur Besessenheit in die Ermittlungen, was wiederum die Aufmerksamkeit Jigsaws weckt, so dass Tapp selbst zum Ziel des Killers wird. Daher findet er sich eines Tages in einem verlassenen Irrenhaus wieder, zusammen mit dem Markenzeichen der Filme: Einem Diktiergerät, das eine Nachricht für euch enthält: Jigsaw will ein Spiel spielen… In sieben Episoden trefft ihr auf diverse Leute, die es aus Jigsaws Fallen zu retten gilt, doch gleichzeitig werdet ihr nun vor die Wahl gestellt, ob ihr diese Personen sterben lasst, um der Wahrheit näher zu kommen. Und so ist die Story eine der Stärken des Spiels und bringt nach und nach mehr Licht in die Hintergrundgeschichten von Jigsaw und Officer Tapp.

Ewig die gleiche Leier
Ihr lauft also durch das Irrenhaus, löst Rätsel, sammelt Hinweise, um zur nächsten Person zu gelangen, die gerettet werden will. Das läuft jedoch nicht ganz widerstandslos ab, denn ihr trefft regelmäßig auf andere von Jigsaw gefangene Menschen, die euch an die Wäsche wollen. Jigsaw hat diesen Opfern nämlich die Freiheit in Aussicht gestellt, solltet ihr erledigt werden, was eure Reise natürlich nicht einfacher macht.
Von Falle zu Falle müsst ihr euch so vorarbeiten und wichtige Items finden, mit denen ihr aus dem aktuellen Raum fliehen könnt. Diese Items, beispielsweise Schlüssel, liegen aber nicht nur einfach irgendwo herum, sondern stecken beispielsweise in Säuregefäßen. In anderen Situationen seht ihr mit Blut geschriebene Hinweise an der Wand, die zusammen mit einer Reflektion im Spiegel die richtige Kombination verraten. Solche Ideen sind zu Beginn eurer Tortur noch relativ befriedigend, werden mit anhaltender Dauer des Spiels aber so oft wiederholt, dass die Wirkung irgendwann verfliegt und der Spieler nur noch ein Programm abspult, um die Lösung zu erhalten. Als Spieler weiß man nämlich schon recht bald genau, was die Entwickler von einem wollen. Gäbe es nicht diese ständigen Wiederholungen und die Wirkung würde nicht so schnell verpuffen, wären die Aufgaben sogar ziemlich gelungen.
Dann gibt es aber auch Aufgaben, in denen ihr zum Beispiel Kabel verbinden oder Zahnräder richtig zusammenstecken müsst, doch das macht schon beim ersten Mal kaum Spaß und ist nur lästig. Da die Entwickler gerade dabei sind, werden auch diese Rätsel fortlaufend wiederholt, meistens sogar noch verbunden mit dem Spaß-Killer Nummer 1: Einem Countdown, bei dem ihr in einigen Situationen sogar noch Gesundheit aufgrund von Giftgas im Raum verliert. Fatal ist dabei zusätzlich die Tatsache, dass sich die Inhalte der Rätsel bei jedem Neustart ändern können. Man kann die Lösung also nicht erlernen und der Schwierigkeitsgrad schwankt im Laufe des Spiels auch gehörig, ihr werdet somit einige Frustmomente erleben. Auf diese Weise machen Rätsel einfach keinen Spaß. Wenn man weiß, was zu tun ist, dann jedoch am Countdown scheitert, erneut anfangen muss, sich aber nun die Kombination geändert hat und man erneut am Countdown verzweifelt, ist das eindeutig Quälerei und macht bestimmt keinem Freude.
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 Facts
Name: Saw
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Zombie Studios/Konami
Genre: Action-Adventure
Spieler: 1
HDTV bis zu: 1080p
Xbox Live: n/a
Altersfreigabe: Ohne Jugendfreigabe gemäß §14 JuSchG
Sprache/Texte: Englisch/Deutsch
Geeignet für: Anhänger der Film-Reihe.
Release:03.12.09
 Pro + Cons
 PRO:
+ Teilweise wirklich gelungene Rätsel
+ Gute Story
+ Neue Hintergrund-Infos zur Geschichte Jigsaws
+ Jigsaw-Werkbänke
+ Engl. Original-Stimme von Jigsaw (Tobin Bell)
+ Wirft stellenweise moralische Fragen auf
+ Atmosphärische Soundkulisse
 CONTRA:
- Rätsel wiederholen sich ständig
- Frustrierendes Kampfsystem
- Fäuste effektiver als Schusswaffen
- Nervende Countdowns und Giftgase
- Try and Error-Prinzip
- K.I. nur wenig anspruchsvoll
- Grafisch ziemlich eintönig
- Viel Tearing und Textur-Clipping
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