Anzahl der Bewertungen: 1
Durchschnittliche Bewertung: 4

Daher muss man nicht nur sein eigenes Überleben sichern, sondern auch das seines Partners bzw. seiner Partnerin. Segnet auch nur einer des Teams das Zeitliche, macht sich der Game Over-Schriftzug über dem Bildschirm breit. Nach jedem Game Over kann man aber wenigstens shoppen gehen und mit dem im Spiel gesammelten Geld neue Waffen und Heilmittel kaufen oder bereits gekaufte Waffen upgraden. Dadurch, dass der Partner nicht sterben darf, entwickelt man ein gewisses Verantwortlichkeitsgefühl und das unterstützt natürlich die Atmosphäre und steigert die Angst und Panik noch zusätzlich. Nur selten kann man mal durchatmen, selbst während der fast 50 Zwischensequenzen im Spiel, die im Hollywood-Stil präsentiert werden, kommt man nicht zur Ruhe, denn auch hier erscheinen immer wieder Quicktime-Events, die eine schnelle Reaktion abverlangen.
Für kurze spielerische Abwechslung sorgen dann zum Beispiel Verfolgungssequenzen, bei denen ihr etwa hinten in einem Jeep am Maschinengewehr platznehmt und von Gegnern auf Motorrädern verfolgt werdet, was zu einem waschechten Rail-Shooter mutiert. Besonders genial sind die in jedem Kapitel vorhandenen Bossfights, in denen ihr euch den richtig fiesen Gegnern stellt, die meist auch noch sehr viel größer als ihr sind. Um diese Gegner zu besiegen, bedarf es immer einer gesonderten Strategie, da alle einen Schwachpunkt besitzen, der in der Regel durch die einführende Videosequenz angedeutet wird. Resident Evil 5 spielt sich durchgehend auf enorm hohem Niveau, ist aber leider schon nach etwa 10 Stunden beendet. Aber keine Sorge: Zum erneuten Spielen lädt nicht nur der kooperative Onlinemodus, sondern auch der Mercenaries-Modus, neue Kostüme, Waffen Trophäen oder Erfolge und so weiter.
Überarbeitete Steuerung
Gesteuert werden Chris und Sheva aus der 3rd-Person-Perspektive, beim Zielen zoomt die Kamera näher heran undplatziert sich über der Schulter. Gezielt und abgefeuert wird mit den Schultertasten, während Capcom für den Einsatz des Messers eine Extra-Schultertaste vorgesehen hat. Es gibt aber auf Wunsch auch andere Controller-Belegungen unter denen man im Optionsmenü wählen kann. Verfechtern der Resident Evil 4-Steuerung wird sogar die Möglichkeit gegeben, die Grundsteuerung so zu belegen wie im vierten Teil, natürlich kommen dann die Resident Evil 5-spezifischen Aktionen hinzu. Die Standardsteuerung hat man allerdings an westliche Shooter-Geschmäcker angepasst, so dass man nun beispielweise mit L1 und R1 (PS3) oder LB und RB (Xbox 360) zielt bzw. schießt und mit Dreieck (PS3) oder Y (Xbox 360) das Inventar öffnet.
Doch die Steuerung muss sich auch Kritik gefallen lassen. Was schon vor Wochen kontrovers bei Fans diskutiert wurde ist die Tatsache, dass man während des Zielens und Schießens nicht laufen kann. Der Producer von Resident Evil 5, Jun Takeuchi, verteidigte diese bewusste Entscheidung immer wieder und wenn man den neusten Resident Evil-Titel mal selber spielt, dann kann man diese Entscheidung zumindest verstehen. Die Entwickler wollen Panik erzeugen und neben dem Management des Inventars mitten im Kampf (ohne Pause im Inventar) und dem Faktor, dass man auf seinen Partner achten muss, wird eine Menge Panik erzeugt, wenn man schießen oder nachladen will und dabei nicht weglaufen kann. Dennoch wird dies einige Spieler vielleicht stören. Um schnell die Flucht ergreifen zu können, gibt es ja noch die 180° Wendung, mit der man Chris oder Sheva schnell drehen und erstmal wegrennen kann.
Ein weiterer Punkt, der bei der Steuerung stört, ist etwas ganz Simples, von dem man trotzdem nicht weiß, warum so etwas noch in einem aktuellen Blockbuster zu finden ist: Chris und Sheva rennen nur, wenn man X (PS3) oder A (Xbox 360) gedrückt hält. Das ist doch lächerlich. Wieso rennt der Charakter nicht standardmäßig? Jeder PS3- und Xbox 360-Controller bietet einen Analog-Stick, also wieso kann man nicht je nachdem wie weit man den Analog-Stick in die entsprechende Richtung drückt entscheiden, ob man läuft oder rennt? Zumindest hätte man den Charakter standardmäßig rennen lassen können und mit X oder A laufen lassen, da man im Spiel kaum langsam gehen muss und wenn man sich bewegt, dann rennt man meistens.
Nichts desto trotz lässt sich Resident Evil 5 wunderbar spielen und steuern, Chris und Sheva bewegen sich also nicht kantig oder ähnliches, sondern lassen sich präzise um Kurven, über Dächer oder durch die Gegnermengen manövrieren. Was bleiben sind kleinere Verbesserungsmöglichkeiten für das Team von Capcom.
Wahrlich phänomenale Optik
Resident Evil 5 sieht einfach phänomenal aus, die enorm detailverliebten Umgebungen mit den prachtvollen Schauplätzen und Settings sind phantastisch und sogar teilweise zerstörbar. Das Spiel läuft auf Capcoms hauseigener Grafikengine und ist momentan wohl das einzige Spiel, das an die visuellen Schwergewichte Killzone 2 oder auch einen beliebten Epic-Shooter herankommt. Die Texturen sind herausragend und verwöhnen den Betrachter genau wie das gesamte Level- und Charakterdesign. Die Charaktere strotzen nur so vor Details und wurden mit großem Aufwand zum Leben erweckt. Für die genialen Animationen beauftragte Capcom extra ein Hollywood-Team, das sowohl die Animationen für die Zwischensequenzen wie auch für das Spiel selbst aufnahm. Dazu gehörten auch die Animationen für die Gesichter und darum sehen die Charaktere in Resident Evil 5 wahrscheinlich auch so lebensecht aus. In seiner Gesamtheit ist das Action-Spiel von Capcom aber schlicht und einfach eine Augenweide.
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