Warhammer 40.000: Dawn of War II
Unterstützt die Space Marines im Kampf! Wir haben es in unserem Test getan.
12.03.09 um 11:42 von Thomas
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Bei manchen Spielen ist es wie mit einem guten Wein: Das Etikett auf der Flasche verspricht wertvolle Qualität, der Jahrgang scheint ein Guter und vom edlen Gesöff scheint bis zum Hals mehr als ausreichend genug vorhanden. Auch gleich beim ersten Schluck mundet er vorzüglich und zu Anfang mag man sich noch in einen Rausch trinken. Doch leider birgt sich selbst in den edelsten Weinstuben auch der kleinster Wermutstropfen.
Genau so ein Wein könnte Warhammer 40.000: Dawn of War II sein. Nach rund vier Jahren präsentiert Keltermeister Relic den Nachfolger zu seinem Erfolgswein... ähm... Echtzeit-Strategiespiel Warhammer 40.000: Dawn of War und selten waren die Erwartungen nach den vorab gezeigten Bildern bei der Community so enorm. Wie uns dieser gute Wein bekommen ist, dass erfahrt ihr in unserer nun folgenden Spätauslese...

Entscheidungsvielfalt als Geschmacksverstärker
In der Singleplayer-Kampagne wird der Spieler in einer fernen Galaxie in den Subsektor Aurelia verfrachtet, von wo aus er fortan ausschließlich auf Seiten der Space Marines um den Fortbestand vieler Welten kämpfen darf. Anhand einer kleinen Sternenkarte, die drei Planeten als Reiseziele vorgibt, kann leicht und beliebig der nächste Ort der Schlacht bestimmt werden. Mittels unterschiedlicher Einfärbungen der jeweiligen Territorien kann dabei spontan überblickt werden, von welcher befeindeten Rasse ein Gebiet derzeitig okkupiert wird und als bevorstehendes Angriffsziel gewählt werden.
Von einer übersichtlichen Strategiekarte aus werden so die nächsten Missionen bestimmt und der gesamte Feldzug geplant, so dass diese Variante dem Spieler eine große Freiheit offenbart, wie genau er sein Weiterkommen angehen möchte. Dabei steht dem Spieler dann offen, ob er nun einen Angriff auf einen Orkboss beginnen oder die Verteidigung einer Eisenschmelze unterstützen möchte. Als Belohnung winken, je nach Karte und Einsatz, unterschiedliche Rüstungsgegenstände oder Ereignisse, die den Prozess der Kampagne voranbringen.
Den Einsatz einer strategischen Karte kennen viele Dawn of War-Fans bereits aus den Addons und auch hier präsentiert sich im Grunde eine ähnliche, wenn auch wesentlich ausgereiftere Variante als zuvor. Leider bleibt allerdings die eigentliche Geschichte um die Tyrannidenbedrohung ein wenig zu sehr im Hintergrund und selten passiert es, dass wirklich so etwas wie Spannung oder Atmosphäre aufkommt. Stattdessen wird der Spieler dazu forciert, immer wieder die immer gleiche Missions-Tretmühle durchzukauen und zum x-ten Mal einen Bosskampf zu gewinnen oder eine Eisenschmiede zu verteidigen. Auf Dauer kann dies schon etwas öde werden, doch macht es trotzdem unzweifelbar Spaß, seine Krieger immer wieder erneut in die Schlacht zu schicken und immer bessere Ausrüstungsgegenstände zu ergattern.
Schade, denn eine etwas fesselndere Geschichte hätte dem Spiel sehr gut getan, wodurch dann am Ende bedauerlicherweise einiges an Potenzial verschenkt worden ist.

Rollentausch bei der Partnerwahl
Als grundlegende Veränderung des Gameplay kann die Forcierung auf kleinere Gruppenverbände, anstatt großer Armeefraktionen gesehen werden. Innerhalb der Kampagne war von den Entwicklern geplant, dass dem Spieler die einzelnen Einheiten im Laufe der Geschichte näher ans Herz wachsen sollen als in bisherigen Echtzeitstrategiespielen. In der Tat wird jeder Tritt und Fehlversuch der einzelnen Einheiten besonders stark beäugt.
Genau genommen hat der Feldherr auch nur die Auswahl zwischen sechs verschiedenen Einheitenverbänden, von denen jede zudem ihren eigenen charismatischen Oberkommandierenden birgt, der repräsentativ jeweils mit seinem Namen für den ganzen Verband steht. So stehen neben dem eigenem Avatar, der selbst benannt werden kann und als Einzelkämpfer besticht, auch der Trupp von Commander Avitus, Cyrus oder Tarkus zur Seite, um den Kampf gegen die Xenos erfolgreich zu bestreiten.
Ehrlich gesagt handelt es sich hierbei nicht nur um eigentliche Einheiten, die stets neu "hergestellt" werden könnten, sondern um ständige Wegbegleiter, die innerhalb der Kampagne nicht sterben und in den Missionen abermals wiederbelebt werden können. Zwischen den Missionen können dann, ähnlich wie in einem Rollenspiel, die gewonnenen Erfahrungspunkte nach erfolgreicher Erfüllung der Aufträge verteilt werden, um so neue Fähigkeiten freizuschalten.
Überraschenderweise ähnelt die Kampagne von Dawn of War II sehr stark einem Diablo-Klon, der auf das Befehligen von ganzen Einheitentrupps spezialisiert ist. Von einem herkömmlichen Startegiespiel ist nur noch wenig übrig geblieben, der gewohnte Basenbau ist hier nicht mal mehr im Ansatz vorhanden. Stattdessen werden per Landungskapsel unsere Rollenspielcharaktere auf den Planeten gelassen, um dort in einer actionlastigen Schlacht allen Feinden den Rest zu geben.
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 Facts
Name: Warhammer 40.000: Dawn of War II
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Relic Entertainment/THQ
Genre: Echtzeit-Strategie
Spieler: 1-6 (online)
HDTV bis zu: -
Speicher: 5.5GB Festplattenspeicher
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: Fans des Vorgängers, Anhänger actionlastiger Strategiespiele.
Release:20.02.09
 Pro + Cons
 PRO:
+ Sehr schöne und lebendige Grafik
+ Gut durchdachtes Deckungssystem
+ Sammelsucht von Gegenständen in der Kampagne
+ Gelungener Strategie-/Rollenspielmix
+ Authentische Atmosphäre in Mehrspielergefechten
+ Vier unterschiedliche Rassen
+ Je drei charismatische Oberkommandierende
+ Viele Spezialfähigkeiten der unterschiedlichen Völker
 CONTRA:
- Eintönige Kampagne
- Nur eine Rasse in der Kampagne spielbar
- Wenig Mehrspielerkarten
- Kaum Einstellungsmöglichk. bei Mehrspielerpartien
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