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Im Jahre 1997 erschien ein Computerspiel, das das Hack & Slash-Genre revolutionieren sollte: Blizzards Diablo galt seinerzeit als Meilenstein und ist auch heute noch die Vorlage für viele Rollenspiele. Allerdings schafften es nur die wenigsten Klone so erfolgreich zu sein wie das Original. Neben Titan Quest und Dungeon Siege suchte man vergeblich nach würdigen Nachfolgern... bis jetzt! Denn Russland ist nicht nur das Mutterland des Wodkas und des Kommunismus, sondern beherbergt auch das Entwicklerstudio Sky Fallen, dass mit Dawn of Magic nun nach der Krone des Genres greifen will. Wir haben für euch getestet, ob Dawn of Magic die Qualität eines Diablo erreicht oder ob es sich doch nur in die unendliche Liste der 0815-Rollenspiele einreiht.
Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?
Ganz genretypisch steht am Anfang die schwere Entscheidung, welche Charakterklasse ihr spielen wollt. Doch schon hier bricht Dawn of Magic mit den Standards, denn statt Kriegern, Magiern oder Schurken wählt ihr zwischen einer vollbusigen Zigeunerin, einem schmächtigen Mönch, einer beleibten Bäckersfrau und einem Zauberschüler, der sein Aussehen wohl beim Kollegen Harry Potter geliehen hat. Mit dem Aussehen der Charaktere variieren auch ihre Stärke, Intelligenz und Vitalität. Diese haben Einfluss auf die Zauberkraft und die Stärke der Angriffe. Die Intelligenz bestimmt außerdem das Handelsgeschick des Behüters der Menscheit... oder ihres Vernichters, denn neben der Charakterwahl könnt ihr auch die eigene Gesinnung auswählen: Als guter beziehungsweise böser Mensch schnetzelt ihr euch fortan durch die fiktive Welt. Könnt ihr euch nicht entscheiden welcher Seite ihr beitreten wollt, bleibt euch noch die Neutralität. Die Storys der drei Gesinnungen unterscheiden sich phasenweise voneinander, bleiben aber größtenteils identisch.
Ich bin wieder da!
Storymäßig gibt sich Dawn of Magic eher klassisch: Modo, die Verkörperung des Bösen, kehrt auf die Erde zurück, um einen Urteilsspruch entgegenzunehmen, der sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes verändern wird: Er soll als Strafe für seine gesammelten Verbrechen ein komplettes Leben als Sterblicher fristen. Das ist ja soweit nicht schlimm, denkt man sich, allerdings wäre Modo doch lieber unsterblich. Und was tut man, wenn man mit einem Urteilsspruch nicht zufrieden ist? Revision einlegen? Nicht in Dawn of Magic und schon gar nicht Modo! Er beschließt, nicht nur all seine ursprüngliche Macht wiederzuerlangen, sondern stark genug zu werden, um die Erde ein für alle Mal auszulöschen. Und nur eine Person kann ihn aufhalten: Ihr (wie könnte es auch anders sein). Es ist eure Bestimmung den bitterbösen Modo an seinem Vorhaben zu hindern und ihn endgültig in den Tod zu schicken. Oder aber ihr helft ihm, sich an der Menschheit zu rächen.
Willkommen in Hogwarts!
Für die Studenten, darunter auch euer Held, der altehrwürdigen Magie Akademie ist heute ein großer Tag: Ihre Abschlussprüfung steht an. Sind die geforderten zehn Spinneneier gefunden und zum Direktor gebracht, kann das große Abenteuer losgehen. Die Hauptquest führt euch zuerst in die beschauliche Stadt Avon und ihr Hinterland. Und die zeigt, mit welcher Liebe zum Detail die Entwickler gearbeitet haben. Avon könnte direkt aus der Feder Tolkiens entsprungen sein: Die Einwohner der malerische Stadt gehen ihren Tätigkeiten nach, jedes der Häuser ist begehbar, verhaltet ihr euch verdächig, eilen Wachen herbei, die euch auffordern keine Dummheiten zu begehen, zahlreiche Händler bieten euch Aufträge an. Deren Erfüllung hat, ähnlich wie in Star Wars: Knights of the old Republic, Einfluss auf eure Beliebtheit bei den Bürgern. Zumindest bis zum nächsten Tod, denn nach der Wiederauferstehung eures Helden können sich die vorherigen Gegner an nichts mehr erinnern.
In Dawn of Magic gibt es kein freies Spielgebiet, die Welt ist in viele Gebiete mittlerer Größe eingeteilt. Zwischen den einzelnen Schauplätzen reist ihr mit Hilfe von Portalen hin und her. Stirbt euer Held, steigt ihr am letzten Portal wieder ein.
Die Storyquest verläuft meist so: Ihr bekommt den Auftrag, einen Kumpanen Modos zu suchen, kommt dann in einen Dungeon, schlagt euch durch bis zum nächsten Portal, reist in den nächsten Dungeon, wo der Bossgegner auch schon auf euch wartet. Ist der besiegt, geht es wieder zurück zum Questgeber und ihr erhaltet einen neuen Auftrag, der nach dem selben Schema erledigt wird. Mehr oder weniger Abwechslung bieten die Nebequests: Für erfüllte Aufträge, wie: "Bringe mir zehn Pelze", "Töte alle Diebe" oder "Bringe diesen Gegenstand zu Person X", gibt es Erfahrungspunkte und nützliche Items. Die Handlung leidet sehr unter den stupiden Quests, entstehende Atmosphäre wird daher leider im Keim erstickt.
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