The Elder Scrolls IV: Oblivion
Der Morrowind-Nachfolger im Test. Wie gut ist das RPG-Epos wirklich?
03.05.06 um 23:57 von Stefan
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Obwohl Oblivion einem bis hierhin durchweg den Atem raub, kleine Macken lassen sich auch bei dem RPG-Highlight nicht wegdiskutieren. Allen voran ist vor allem die deutsche Lokalisierung beinahe ein Fall für Polizei, derartige Schlamperei muss verfolgt werden! Wir reden uns keinesfalls grundlos in Rage, denn während das überzeugende Handbuch vom Publisher Take 2 einwandfrei eingedeutscht wurde und auch die Synchronisation in Händen von Take 2 lag, hat Bethesda die Übersetzung der Bildschirmtexte in Eigenregie übernommen und ist dabei kläglich gescheitert.
Die Texte der deutschen Version von Oblivion kann man getrost als Debakel abtun, was aber wirklich erschreckend ist, ist die Tatsache, wie ein Spiel mit solch verhunzten Texten überhaupt in den Handel gelangen kann. Die deutschen Synchronsprecher sind alle sehr gut ausgewählt worden, auch wenn die englischen Gegenparts noch etwas besser klingen, bei der Qualitätskontrolle hat Take 2 oder Bethesda (je nachdem wer dafür zuständig war) mit allen Regeln der Kunst versagt. Das muss man leider so deutlich sagen.

Man kann nur mutmaßen, aber es sieht doch ganz danach aus, als hätte Bethesda bei der Übersetzung einem Übersetzungsprogramm vertraut – einem schlechten noch dazu, anders sind die Grammatikfehler, Logikfehler und der Mischmasch aus Deutsch und Englisch sowie die "codierten" Abkürzungen nicht zu erklären. Des Weiteren kommen immer wieder Bezeichnungen vor, die sich auf die Controllerbelegung der Xbox 360-Version des Spiels beziehen. Um einige Beispiele für den Schlamassel zu nennen: Zu Beginn des Spiels zeigt die Anzeige das Datum "27th of Letzter Samen".
Weitere Beispiele sind "To ready your weapon or fists, drücke die Taste X". Um diesen Kritikpunkt abzuschließen: Im Laufe des Spiels gibt es wie erwähnt immer wieder unsinnige Abkürzungen, so heißt ein schwacher Heildrink zum Beispiel "Schw. Tr. d. Le.en.-W. ". Diese Fehler rauben dem Spiel ein gutes Stück Atmosphäre, die ansonsten grandios gelungen ist. Immerhin ist das Problem bekannt und es soll auch an einem offiziellen Patch gearbeitet werden, der dies beheben soll. Kleiner Trost: Wenn man sich mal den gesamten Umfang der Texte ansieht, gibt es noch verhältnismäßig wenige Fehler, als Entschuldigung kann dieser Punkt aber wohl bei weitem nicht dienen.
Was weniger an der deutschen Version festzumachen ist, sind die wenig komplexen Dialoge im Spiel. Größtenteils arbeitet man nur mit Stichworten oder einem kurzen Satz aus sehr wenigen Worten als Antwortmöglichkeit. Gelegenheit sich in breiten Dialogen auszulassen bekommt man fast nie, hinzu kommt, dass viele Charaktere die gleichen Antworten geben. Grund für große Kritik ist dies jedoch nicht, man mag es verschmerzen.

Diese Optik haut jeden um!
Die horrenden Hardwareanforderungen kann man ebenfalls nicht als kundenfreundlich bezeichnen. Unter 2,5 GHz, 1 GB RAM und einer leistungsfähigen Grafikkarte sollte man das Spiel fast schon nicht installieren. Allerdings macht nicht die Grafik das Spiel aus, sondern das Gameplay und das stimmt bis auf kleine Ausnahmen von vorne bis hinten.
Schlummert aber genügend Power in eurem PC, dann bekomm ihr eine Optik, die momentan wohl alle anderen Spiele in den Schatten stellt. Nie zuvor wurde eine Landschaft so lebendig gestaltet, ein Wald so lebensecht kreiert und Tag/Nacht-Wechsel sowie der Übergang der verschiedenen Wetterverhältnisse dargestellt.
Es lassen sich extrem detaillierte Texturen einstellen, Steine und Felsen wirken ebenso plastisch wie Wände und Mauern von Gebäuden, die in den Städten meist eine mittelalterliche Architektur aufweisen, auf dem Lande sieht man hingegen klassische Bauernhäuser mit Dächern aus Stroh. Daneben gibt es diverse Lichteffekte, die Kerkerwände feucht und glitschig wirken lassen, Rüstungen reflektieren das Licht, Gewässer spiegeln die Umgebung wieder und Lagerfeuer oder Fackeln durchdringen die Nacht. In der Wildnis sprießen die Pflanzen und Bäume nur so aus dem Boden, Schmetterlinge fliegen durch die Luft, Rehe springen umher und durch die wirklich gigantische Weitsicht erkennt man Gebäude schon aus einigen Kilometern Entfernung.

In Dungeons wartet Nebel auf euch, der von kleineren Lichtquellen durchdrungen wird, Monster, Dämonen und andere Gegner haben eine extrem plastische Haut. Aber auch die euch freundlich gesinnten Charaktere in Städten beispielsweise sind sehr detailliert und warten mit einer komplexen Gestik und Mimik auf euch.
Leider bekommt man diese hervorragenden Details in den Gesichtern der Charaktere viel zu selten zu Gesicht, denn so schön die Städte und Charaktere gestaltet sind, so leblos wirken jene Metropolen. Irgendwie hat man Zweifel an der Tatsache in einer belebten Stadt zu sein. Nur wenige Charaktere laufen durch die Gassen, hier hätte man auf Entwicklerseite gerne etwas nachlegen können. Es kommt sogar stellenweise vor, dass man eine Stadt betritt und rechts und links sowie in der Straße vor einem kein einziger Passant zu sehen ist. Schade, ansonsten gibt es technisch bis auf gelegentliche Nachladeruckler und vereinzelte Clipping-Fehler keine Beanstandungen. Oblivion ist grafisch in der Tat die Grafikgranate, die man erwarten konnte, was aber nur Besitzer eines extrem leistungsfähigen Rechners genießen können.
 Screenshots
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 Facts
Name: The Elder Scrolls IV: Oblivion
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Bethesda
Genre: Rollenspiel
Spieler: 1
HDTV bis zu: -
Speicher: 4,35 GB
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: alle, die das nötige Geld übrig haben!
Release:26.03.06
 Pro + Cons
 PRO:
+ Imposante Optik
+ Echtzeit Tag/Nacht/Wetter-Wechsel
+ Leichter Einstieg
+ Intuitive Steuerung
+ Riesige Spielwelt
+ Beeindruckende Städte und Landschaften
+ Packende Atmosphäre
+ Enormer Umfang
+ Gute Charakterentwicklung
+ Schwierigkeit jederzeit Stufenlos anpassbar
+ Entfacht Entdecker- und Sammelfieber
+ Gelungenes Reisesystem und Questjournal
+ Tolle Story
+ Lockpicksystem
+ Offenes Kampfsystem
+ Viele Dungeons und Nebenquests
+ Möglichkeit Pferde/Häuser zu kaufen
+ Unglaubliche virtuelle Bibliothek mit rund 400 Bänden
+ Gute Musik und Sprachausgabe
 CONTRA:
- Wenig belebte Städte
- Grausame Bildschirmtexte
- Hohe Systemanforderungen
- Keine Dialogkomplexität
- Kleine Clipping- und Grafikfehler
- Gamepad-Nutzung sehr kompliziert
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