The Elder Scrolls IV: Oblivion
Der Morrowind-Nachfolger im Test. Wie gut ist das RPG-Epos wirklich?
03.05.06 um 23:57 von Stefan
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Viel Hype um wenig Qualität? Sehnsüchtig erwarteten Fans mit The Elder Scrolls IV: Oblivion den bereits vierten Teil der RPG-Reihe und zugleich den Nachfolger des hochgelobten Morrowind. Oblivion soll natürlich einiges größer und komplexer werden und auch verbessert ins Rennen um die Spitze im RPG-Genre gehen.

Am Anfang eines jeden Rollenspiels sollte die Charaktererstellung stehen und schon hier kann man sich bei Oblivion regelrecht im Detail verlieren. Ihr könnt an eurem Charakter wirklich jede Kleinigkeit festlegen, angefangen bei Rasse bis zum kleinsten Detail des Aussehens. Doch bei Haarschnitt oder Hautfarbe bleibt es an dieser Stelle nicht. Unzählige Regler lassen euch Eigenschaften wie Augenbrauen, Augenabstand oder gar die Ausgeprägtheit der Gesichtsknochen bestimmen. Bis man also alle Details an seinem Charakter festgelegt hat, können bereits 15-20 Minuten ins Land gezogen sein. Oblivion's Story ist relativ gelöst von den bisherigen Elder Scrolls-Teilen, basiert aber natürlich auf der Gesamtgeschichte des Universums.
Nach der Erstellung des Charakters finden wir uns mit unserer Heldenkreation in einem Kerker irgendwo in Cyrodiil, Tamriel's Hauptprovinz, wieder und schauen uns um: Wie kommt man aus diesem fiesem Loch wieder raus? Plötzlich steht der Kaiser, Uriel Septim VII, mit einigen Beschützern in der Zelle, denn er will fliehen und der Geheimgang geht ausgerechnet durch jenen Kerker, in dem wir gerade einsitzen. Wir nutzen die Chance und folgen dem Kaiser samt seiner Leibgarde durch die Gewölbe und müssen ansehen, wie der Kaiser von heranstürmenden Assassinen getötet wird. Kurz zuvor erzählt er jedoch noch, dass er uns im Traum gesehen hat und übergibt uns ein Amulett mit dem Auftrag, den Thronfolger zu finden und das Tor zur Unterwelt Oblivion, aus dem Monster und Dämonen nach Cyrodiil gelangen, zu schließen. Noch wissen wir nicht genau, was Uriel Septim damit meint, aber wir werden es herausfinden.

Endlich in Freiheit
Nach dem Kerkerausflug steht man wortwörtlich im Wald, hat aber einen ausgezeichneten Ausblick auf einen Teil der wunderschönen Welt von Oblivion. Wo man sich in Morrowind schnell verlaufen hat und nicht wusste was zu tun war, wird man in Oblivion viel besser geleitet, aber ohne dass das Spiel einen zu irgendetwas zwingt.
Schon das Tutorial, das fließend ins Spiel übergeht, bietet einen perfekten Einstieg, sowohl Kenner als auch Neulinge werden behutsam auf die komplexen Features des Spiels hingewiesen, niemand wird überfordert sein. Auch wenn Oblivion eine Unmenge von Skills, Fähigkeiten oder Zaubern in sich birgt, muss sich der Spieler nie mit verzweigten Skill-Trees oder Ähnliches abgeben. Seinen Charakter aufzuleveln ist denkbar einfach und unkompliziert. Mit der Rasse und dem Sternzeichen legt ihr schon in den ersten Minuten die so genannten "Major Skills" fest. Davon gibt es insgesamt sieben, erst danach kommen zweitrangig die "Minor Skills". Damit euer Charakter in einem Level aufsteigt, müsst ihr zunächst zehn Level Up's bei den "Major Skills" errungen haben, die Verteilung ist dabei egal. Erst wer zehn Level Up's bei den "Major Skills" erarbeitet hat, darf sich mit seinem Charakter schlafen legen und am nächsten Tag drei Punkte auf seine Fähigkeiten, darunter zum Beispiel Stärke oder Willenskraft, verteilen.
Doch wie erwirkt man diese Level Up's bei den Skills (gilt sowohl für Major wie für Minor Skills)? Nichts leichter als das, denn hier muss man die jeweiligen Skills einfach nur anwenden. Wenn man also den Skill des Schwertkämpfens verbessern will, muss man das Schwert lediglich oft genug einsetzen. Wer damit den Weg des Kriegers einschlägt, der muss das Schwert schwingen was das Zeug hält, Zauberer sollten hingegen so oft wie möglich Zaubern, um mit seinem Charakter auszusteigen. Wem dies zu schwer oder zu leicht geht, dem bietet Oblivion die Möglichkeit der stufenlosen Regelung des Schwierigkeitsgrades und das an jedem Punkt des Spiels.

So schön kann Freiheit sein
Oblivion bietet einem etliche Möglichkeiten, es bleibt nämlich völlig dem Spieler überlassen, ob er als guter Held, dunkler Krieger oder beispielsweise als Dieb durch die Landen zieht. Aus der Ego-Perspektive (auf Wunsch auch 3rd Person-Kamera möglich) erlebt ihr die traumhafte Welt, die nicht minder viele Möglichkeiten offenbart als der Werdegang des Charakters. Stundenlang wandert man durch Wälder und über Wiesen und ertappt sich immer wieder, wie man auf einer Anhöhe die Sonne beobachtet, die in Echtzeit hinter den Bergspitzen versinkt und das Land in ein wunderschönes Sonnenuntergangspanorama taucht, denn in regelmäßigen Abständen wechseln sich Tag und Nacht ab.
Da die Welt so riesig ist, macht es durchaus Sinn, immer wieder die Gegenden zu erkunden. Man sollte dies tun, um in den Hauptquests voranzukommen und die Verschwörung aufzuklären. Rund 60 Stunden werden Spieler für den Hauptplot von Oblivion benötigen, damit hat der Spielspaß aber längst noch kein Ende gefunden. Auf seinen Streifzügen durch die weitläufige Welt begegnet man zum Beispiel Wanderern, mit denen man sich unterhalten kann. Zwar sind die Dialoge wenig komplex, offenbaren aber zusätzlich tonnenweise Nebenquests, die zusätzlich gelöst werden wollen. So warten dann Höhlen oder dunkle Wälder auf den Spieler, wo wir bestimmte Aufgaben erledigen sollen.
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 Facts
Name: The Elder Scrolls IV: Oblivion
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Bethesda
Genre: Rollenspiel
Spieler: 1
HDTV bis zu: -
Speicher: 4,35 GB
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Sprache/Texte: Deutsch
Geeignet für: alle, die das nötige Geld übrig haben!
Release:26.03.06
 Pro + Cons
 PRO:
+ Imposante Optik
+ Echtzeit Tag/Nacht/Wetter-Wechsel
+ Leichter Einstieg
+ Intuitive Steuerung
+ Riesige Spielwelt
+ Beeindruckende Städte und Landschaften
+ Packende Atmosphäre
+ Enormer Umfang
+ Gute Charakterentwicklung
+ Schwierigkeit jederzeit Stufenlos anpassbar
+ Entfacht Entdecker- und Sammelfieber
+ Gelungenes Reisesystem und Questjournal
+ Tolle Story
+ Lockpicksystem
+ Offenes Kampfsystem
+ Viele Dungeons und Nebenquests
+ Möglichkeit Pferde/Häuser zu kaufen
+ Unglaubliche virtuelle Bibliothek mit rund 400 Bänden
+ Gute Musik und Sprachausgabe
 CONTRA:
- Wenig belebte Städte
- Grausame Bildschirmtexte
- Hohe Systemanforderungen
- Keine Dialogkomplexität
- Kleine Clipping- und Grafikfehler
- Gamepad-Nutzung sehr kompliziert
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